Der Sulzhof soll 1779 gebaut worden sein. Er gehörte ursprünglich Jakob Häfeli-Schmid, der den Hof 1972 den Rheinsalinen verkaufte. Ab 1972 war J. Häfeli und später sein Sohn A. Häfeli Pächter.
Nach dem Verkauf wurde der Hof abgerissen und durch einen Neubau (1974/75) ersetzt.
Die Brüder von Ruedi Kohler (
Weiherhof), Beat und Heinz Kohler, haben der Salinen den Hof abgekauft.
| Neubau von 1974/75 | ||
Umfrage über die Landwirtschaftsbetriebe in Muttenz von 1994
Die Bewirtschaftung war gemischt, d.h. Milchwirtschaft, Akterbau, Obstbau.
Viehbestand: 25 Kühe, 23 Rinder und 7 Kälber
Altes Bohrloch aufgebrochen – grosse Menge Salzwasser ausgetreten
Polizeimeldung vom 13. Juni 2017
Im Gebiet „Sulzhof“ oberhalb von Muttenz BL ist heute Dienstag, 13. Juni 2017, um ca. 09.30 Uhr, ein altes Bohrloch aufgebrochen. Durch den Zwischenfall trat eine grosse Menge an Sole (Salzwasser) aus.
Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Polizei Basel-Landschaft sowie den involvierten Behörden wurde das alte Bohrloch, welches seit Jahren verschlossen war, durch einen Überdruck aufgebrochen. Daraufhin gab es eine rund 25 Meter hohe Wasserfontäne und es traten über mehrere Stunden rund 1000 m3 Sole (Salzwasser) aus. Das Wasser floss via Dorfbach in den Rhein.
Warum das alte Bohrloch aufgebrochen ist, ist Gegenstand von laufenden Ermittlungen. Aufgrund des ausgetretenen Salzwassers wurde die Umwelt im Gebiet des Sulzhofes und der Dorfbach stark geschädigt. Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung.
Nachdem im Juni 2017 im Gebiet Sulz oberhalb Muttenz aus einem seit mehreren Jahren stillgelegten Bohrloch der Schweizer Salinen unvorhersehbar Salzwasser (Sole) ausgetreten ist, haben die Schweizer Salinen zur Feststellung der Ereignisursache verschiedene Analysearbeiten durchgeführt wie Hohlraum- und Nivellementmessungen, Kamerabefahrung des Bohrlochs sowie Echolotvermessungen der Kaverne und Entnahme von Luftproben. Die Ergebnisse wurden von neutralen Experten aus den Bereichen Untergrund-Engineering, Hydrologie sowie Geologie und Bauwesen sowohl geprüft als auch bewertet. Parallel zu diesen Arbeiten wurde mit der Behebung der Schäden begonnen. Nebst der Abhumusierung und der Entsorgung des beschädigten Kulturlandes sowie des Ausbringens des Ersatzbodens wurden auch die Bäume und Sträucher inventarisiert, die Fischbestände werden wiederhergestellt und die Wasserqualität wird überwacht.
Was führte zum Soleaustritt
Die Plausibilisierung verschiedener Thesen führte dazu, dass von einem stickstoffgetriebenen Soleaustritt ausgegangen werden kann. Eine Stickstoffschicht* wird bei der aktiven Solung in den Kavernen eingespiesen, um einen kontrollierten Salzabbau gewährleisten zu können. Bei der Stilllegung der Bohrlöcher wird dieser Stickstoff wieder abgelassen. Im betroffenen Bohrloch verblieb in Ausbuchtungen im Kavernendach ein Teil des verwendeten Stickstoffs. Aufgrund des Abbruchs eines Stücks des Kavernendachs konnte der Stickstoff in das Bohrloch entweichen, was ein Aufströmen und Mitreissen von Sole bewirkte. Sobald sich das Stickstoffdepot komplett entleert hatte, versiegte der Solestrom an der Oberfläche.
Massnahmen zur Verhinderung solcher Ereignisse
In der 180-jährigen Geschichte der Schweizer Salinen ist ein solcher Soleaustritt aus einem stillgelegten, von jeglicher Infrastruktur getrennten Bohrloch einmalig. Um Ereignisse dieser Art ausschliessen zu können, haben die Schweizer Salinen verschiedene Massnahmen ergriffen. So wurden sämtliche umliegenden Bohrlöcher mit einem Flansch verschlossen sowie mit einem Druckmesser und einem Hahn zwecks kontrolliertem Druckablassens versehen. Weiter erfolgte die Integration der überarbeiteten Überwachungs- und Notfallkonzepte im Arbeitsprozess. Mit der konsequenten Einhaltung dieses Sicherheitsdispositivs können weitere Ereignisse verhindert werden, so dass für die Umwelt keine Gefahr mehr besteht.
