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Barbara Rebmann und Marianne Landgrebe

Noch bevor Marianne Landgrebe Anfang 2022 zum vollwertigen Mitglied der Arbeitsgruppe Museen gewählt worden war, hatte sie schon ein ganzes Jahr in den Sammlungsdepots mitgearbeitet. Aufgefallen war ihr von Anfang an, dass es zwar sehr viele Regeln gab, aber keine einzige auch alle Aspekte einer Frage abdeckte. So nahm sie die Gelegenheit wahr im vergangenen Herbst an einem Fachkurs des Museumsverbundes Baselland im Konservierungslabor von „Archäologie und Museum.BL‟ teilzunehmen. Hauptthemen waren Objektpflege und Lagerung, das Anbringen von Inventarnummern an Objekten und mögliche Schädlinge. Insgesamt nahmen achtzehn Personen aus fünfzehn kleinen Baselbieter Museen teil. Ihre Eindrücke schildert sie so:

Die drei leitenden Fachleute, eine Restauratorin, eine Sammlungskuratorin und ein Sammlungstechniker, erklärten uns anhand von Beispielen, wie Objekte korrekt entgegengenommen, inventarisiert und aufbewahrt werden. Damit Objekte möglichst lange erhalten bleiben, müssen Raumtemperatur, Lichtverhältnisse, Luftfeuchtigkeit, Verpackung und Massnahmen gegen Schädlinge stimmen. Das klingt ja alles logisch und im ersten Moment einfach. Aber bei der Umsetzung folgen dann die Probleme: Textilien, Metall oder Holz benötigen jeweils eine andere Aufbewahrung als beispielsweise Fotos und Dias. Aber auch hier gibt es nicht die eine richtige Verpackung. Je nachdem, ob es Fotos, Negative, Glasnegative oder Dias sind, variieren die Materialien schon wieder. Und wenn es das falsche Aufbewahrungsmaterial war, werden die irreparablen Schäden leider schon bald sichtbar. Oh je!

Diese Schwierigkeiten ziehen sich wie ein roter Faden bei allen Arbeitsschritten durch. Beim Empfang der Objekte darf man nicht einfach fest zugreifen, es könnte ja ein Stück abbrechen. Und - habe ich gesehen, dass der Holzwurm immer noch am Werk ist? Wenn ja, was dann? Welche Massnahmen sind zu ergreifen? Nehme ich einfach die handelsüblichen Mittel um den Übeltätern Herr zu werden und das Objekt zu flicken oder zu reinigen? Weit gefehlt. Handelsübliche Reinigungsmittel beispielsweise können den Objekten schaden, weil nicht alle Inhaltsstoffe auf dem Etikett aufgeführt sind, die Konzentrationen einzelner „Zutaten‟ zu hoch sind oder sie generell nicht für die alten Materialien geeignet sind. Mir schwirrt der Kopf, aber die Infos prasseln weiter auf mich ein und ich staune immer mehr, auf was ich alles achten muss. Einfach gibt es bei der Museumsarbeit nicht! Wenn ich glaube, es einigermassen verstanden zu haben, kommen schon wieder die Ausnahmen zum Zug. Wie soll ich mir das alles je merken?!

Auch habe ich laufend die Methoden und Massnahmen des Kurses mit der Bearbeitung von Objekten in unseren Depots verglichen. Es wäre natürlich schön, wenn wir die gleichen Möglichkeiten hätten wie der Kanton - aber da sind Welten dazwischen. Wir haben keinen Quarantäneraum für neueingegangene Objekte und vor allem nicht die Möglichkeiten auf alle Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Lichtverhältnisse Rücksicht zu nehmen. Bei geeigneten Verpackungsmaterialien und Schädlingsbekämpfungsmassnahmen sind wir schon näher dran. Wir müssen mit der vorhandenen Depotsituation arbeiten und mit einfachsten und möglichst kostengünstigen Massnahmen versuchen, die Objekte gut und lange zu erhalten und nicht noch weiter zu schädigen. Ein aktuelles Beispiel zur Aufbewahrung und Verpackung: Unser historisches Papiertheater aus dem Adventsfenster mit den hunderten von Einzelteilen muss in spezielle, archivtaugliche Schachteln verpackt werden. Gewöhnliche Schachteln gehen nicht, weil einerseits die Grössen nicht zu den Kulissen oder in unsere Regale passen und andererseits der Karton keine Säure ausdünsten darf. Was diese Säure im Papier für Folgen hat, sieht man etwa an alten Zeitungen, welche gelb verfärbt sind und brüchig werden.  Eine einzige auf Mass gefertigte Kartonschachtel kostet CHF 45.00! Wir brauchten davon 10 Stück, um alle Einzelteile dieses einen Objektes sicher bewahren zu können. Richtige Museumsarbeit ist also nicht nur kompliziert, sondern auch kostspielig. Mein Fazit: Trotz möglicher Umsetzungsschwierigkeiten und unseren begrenzten Möglichkeiten, habe ich viel dazu gelernt und gesehen, wie komplex und schwierig die Arbeit in den Museumssammlungen ist. Man muss sich mit allem zuerst auseinandersetzen. Einfach unbeschwert drauflos oder mal schnell was machen, geht nicht. Es braucht viel Geduld, Zeit, Spezialkenntnisse, Liebe zu historischen Objekten, Durchhaltewillen, Einfallsreichtum und eine gute fachliche Vernetzung, um diesen „Job‟ möglichst gut und vor allem objektverträglich machen zu können.  

Das Bauernhausmuseum mit der «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» ist am Pfingstsonntag, 28. Mai von 10-12 und 14-17 Uhr geöffnet. Zu sehen ist ein voll eingerichtetes und funktionsfähiges Kleinbauernhaus aus der Zeit um 1900. Vor dem Bauernhaus steht wieder der Verkaufsstand für die frischen Brote und Zöpfe aus dem museumseigenen Holzbackofen. Auch das Ortsmuseum ist am Pfingstsonntag, 28. Mai von 14-17 Uhr geöffnet. Gezeigt werden, neben der geschichtlichen Entwicklung von Muttenz, die Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952, Kopien des Papiertheaters aus dem Adventsfenster und das Modell des ältesten Baselbieter Gebäudes, Burggasse 8. Neu steht ein Spieltisch mit Kopien historischer Kinderspiele für Jung und Alt bereit.

Archivierung einzelner Objekte