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Barbara Rebmann

So etwa könnte man die Lebensgeschichte der Muttenzer Objekte zusammenfassen, die jetzt nach Liestal ausgeliehen sind. Alle zusammen stammen aus der Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, sind also um die 150 Jahre alt. Kleider waren damals teuer und nicht in einem Modehaus oder einer Boutique im Dorf zu kaufen. Sie wurden direkt für die künftige Trägerin geschneidert und, anders als heute, man trug sie nicht nur wenige Male, sondern mit nötigen Anpassungen fast ein Leben lang. So war ein Grund für das schwarze und in der Anschaffung teure Hochzeitskleid, dass man es auch für spätere Familienfeiern oder auch Beerdigungen nutzen konnte. Dank der damals schon umsichtigen Aufbewahrung der edlen Stücke durch die Trägerinnen selber blieben die Textilien in guter Verfassung. Auch die Nachkommen hielten die edlen Stücke weiter in Ehren, hegten und pflegten die Textilien und Hüte so gut, dass alle in den 1970er Jahren in sehr gutem Zustand in die Museumssammlungen kamen.

Anfänglich waren sie zwar in provisorischen Depots schon etwas nachlässig in Plastiksäcken gestapelt oder offen im Ortmuseum ausgestellt – somit Licht, Staub und den Fingern der neugierigen Museumsbesucherinnen ausgesetzt. Museumsarbeit war halt zu den Anfangszeiten der Museumssammlungen eine reine Männerangelegenheit und Textilien daher wohl eher zweit- oder gar drittrangig. Erst 2006 wurden alle Kleider und Hüte nach langen Jahren erstmals ausgepackt und durch zwei Textilfachfrauen für die weitere Aufbewahrung sorgfältig gereinigt und für die Datenbank ausführlich beschrieben. In unseren Textilwagen der Verschiebeschrankanlage, in Schubladen liegend und an speziellen Kleiderbügeln wurden sie sorgfältig gepolstert und eingelagert. Dieser umsichtigen Aufbewahrung ist es zu verdanken, dass die Objekte immer noch in sehr gutem Zustand sind und es möglich war, sie in eine Ausstellung zu geben. Nota bene in eine Ausstellung, welche ohne die Muttenzer Leihgaben nur rudimentär hätte ausgestattet werden können, wie Rea Köppel, die wissenschaftliche Assistentin im Dichter:innen- und Stadtmuseums in Liestal an der Vernissage ausführte.

Besuchen Sie doch die Ausstellung, sie läuft noch bis 21. Januar 2024.

Das Bauernhausmuseum mit der «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» ist am Sonntag, 29. Oktober von 10 - 17 Uhr zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet. Vor dem Bauernhaus steht wieder der Verkaufsstand für die frischen Brote und Zöpfe aus dem museumseigenen Holzbackofen.

Auch das Ortsmuseum ist am Sonntag, 29. Oktober von 14 - 17 Uhr geöffnet. Gezeigt werden auch den ganzen Winter über, neben der geschichtlichen Entwicklung von Muttenz, die Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952, Kopien des historischen Papiertheaters aus dem Adventsfenster und das Modell des ältesten Baselbieter Gebäudes Burggasse 8. Es stehen auch Kopien historischer Tischspiele für Jung und Alt bereit.