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Barbara Rebmann

Das Jahr 2023 brachte nebst der üblichen Inventarisierung einmal mehr ungeplante Zusatzarbeiten für die Arbeitsgruppe Museen. Speziell im Depot Donnerbaum waren wieder kreative Konstruktionen nötig, damit aufgearbeitete «Altlasten» und Neuzugänge ihren Materialien und Themen entsprechend versorgt werden konnten. Da verfolgen wir ja weiterhin das Ziel thematisch gleiches bei Gleichem einzuordnen.

So baute Ruedi Bürgin für «Chummet», Sättel und Zaumzeug stabile Tragkonstruktionen, auf denen die straff gepolsterten Lederwaren nicht mehr durch ihr Eigengewicht zusammengepresst und beschädigt werden. Nach der gründlichen Reinigung dieser Lederwaren durch Fördervereinsmitglieder und die Dokumentation durch unseren Museumsassistenten konnte dann alles aufgehängt und auf Paletten montiert ins Hochregal gehoben werden. Das ebenfalls nötige Überziehen und Montieren der stabilen Rückwände für zwei neue Uhrenabteile lag auch in seinen Händen. Die 18 Wanduhren und die eine Standuhr waren bereits seit Oktober inventarisiert, so dass nach dem Hängen nur noch die administrativen Arbeiten nötig waren. Jede Veränderung am definitiven Standort muss ja zeitnah angepasst werden, sonst verliert man den Überblick. In unseren drei Depoträumen unter der Aula Donnerbaum sind nämlich knapp 5700 Objekte in gut 90 einzeln benannten Standorten untergebracht.

Die auf Rollwagen zwischengelagerten Wanduhren behinderten einige Zeit die weiteren Arbeiten an der Textilsammlung. So mussten nach dem System des Zauberwürfels laufend Rollwagen, das Stehpult mit dem PC und freistehende Kleiderständer aus dem Weg geschoben werden. Zuerst machten wir Platz für das Einpassen der grossen Uhrenrückwände, danach wurde andersrum geschoben, damit für das Fotografieren der Textilien genügend Abstand zur Fotowand frei wurde. Dann ging es wieder in eine andere Ecke, damit der Zugang auf der einen Raumseite zu den Textilwagen der Verschiebeschrankanlage oder zu den Schubladen auf der anderen Raumseite frei wurde. So kam natürlich die eigentliche Textilarbeit der AGM-Frauen nur schleppend vom Fleck. Doch trotz dieser Widrigkeiten haben wir letztes Jahr 108 Textilobjekte zuerst mehrfach gewaschen, teils gebügelt, inventarisiert und mit rund 250 Detailfotos dokumentiert. Wenn wir nicht gerade Mobiliar herumschoben ging es jeweils wie am Fliessband: Marianne Landgrebe tippte alle diktierten Daten zur Näh- und Handarbeitstechnik, zur Beschaffenheit des Materials und zur möglichen Datierung in die Datenmaske, Myrtha Seiler steckte die Textilien an die Fotowand oder kleidete damit die Schneiderpuppe ein und dokumentierte alles fotografisch. Derweilen bereitete die Schreibende die Fotonummern und die Etiketten für die Benennung jedes einzelnen Stückes vor, montierte später die «Nümmerli» an die Textilien und versorgte alles im thematisch passenden Textilabteil.

Eine ganz andere Arbeitsleistung hat da unser versierter Museumsassistent Beat Zimmermann, auf dessen Hilfe wir auch dieses Jahr wieder zählen durften. Er beschriftete und inventarisierte in seinen 150 Projektstunden alleine 475 oft sogar mehrteilige Objekte, vornehmlich aus den Themen Landwirtschaft, Haushalt, Kinderspiel und Weihnachtsschmuck. Nicht zu vergessen sind dabei auch die rund 1300 Objektfotos, mit denen er die einzelnen Stücke samt wichtiger Details rundum dokumentierte. Für die Fotosammlung scannte er weitere 50 historische Fotos und für die Karl Jauslin-Sammlung noch 22 neueingegangene Kostümskizzen. Jede einzelne Bildvorlage dieser zwei Themen wird in drei unterschiedlich hohen Auflösungen und zwei Bildformaten archiviert, die kleinste Version dann noch passend zugeschnitten und samt Daten in die Inventardatenbank eingepflegt. Ganz nebenbei ergänzte Beat noch weitere Objektdaten aus seinem Gedächtnis oder recherchierte zur Datierung oder Herkunft. Zusätzlich scannte er Illustrationen und Gebrauchsanweisungen für insgesamt 217 ältere Datensätze resp. Objekte.

Parallel zum Donnerbaum ging es auch im Depot Geispel vorwärts mit dem Dokumentieren von rund 50 Grossobjekten, die letztes Jahr neu hereingekommen oder instand gestellt worden sind. Zudem beschäftigten uns dort im Sommer die Neueingänge aus den Gebäuden an der Hauptstrasse. Zuerst wurde alles gewaschen, an der Sonne gut getrocknet und danach zur Inventarisierung und Einlagerung ins Depot Donnerbaum gefahren. Inzwischen warten auch schon wieder einige neue Grossobjekte auf den nächsten Frühsommer, wenn es für die Arbeit mit Laptop und Kamera in und vor den ungeheizten Depoträumen warm genug sein wird.

Ohne die Unterstützung des Fördervereins Museen Muttenz hätten wir nicht alle Arbeiten geschafft – herzlichen Dank für den Einsatz. So halfen die Mitglieder, nebst dem Frühjahrsputz im Bauernhausmuseum, beispielsweise im Geispel noch einmal beim Entrosten und Imprägnieren von Eisen. Im Donnerbaum reinigten sie die Lederwaren aus verschiedenen Muttenzer Bauernhöfen, an welchen seit über 20 Jahren noch immer der Staub aus ihrer ehemaligen Scheune anhaftete. Für diese zusätzlich geleisteten 80 Arbeitsstunden wären wir in der Arbeitsgruppe Museen nicht mehr genug Aktive. Wir kümmern uns daher vor allem um bauliche und administrative Inventararbeit, sortieren und bereiten genügend Arbeit für unseren Museumsassistenten vor und widmen uns natürlich auch Archiv- und Ausstellungsarbeiten im Ortsmuseum. Ganz aktuell heisst das vor allem für Philipp Potocki texten verschiedener neuer Ausstellungstafeln und für die anderen Ausräumen und Einrichten neuer Vitrinen.

Liebe Leserinnen und Leser, wir hoffen Sie auch in diesem Jahr in unseren Ausstellungen und bei anderen Aktivitäten antreffen zu dürfen. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden.

 

Bügeln
Auch das ist Museumsarbeit: der Spitzenbesatz der historischen Unterwäsche muss zuerst gebügelt werden.


 

Textilarbeiten
Dokumentationsarbeiten in der Abteilung Textilien


 

Chummet und Sättel
Neue objekterhaltende Aufbewahrung für schwere Lederobjekte


 

Uhrenregal
Neues Uhrenabteil in der Verschiebeschrankanlage