Barbara Rebmann
Die diesjährige weihnächtliche Sonderausstellung in der Bauernhausstube widmet sich der Entwicklung des Lichts. Gab es in Urzeiten höchstens das wärmende Feuer, das nachts etwas Helligkeit spendete, so hat sich dies bis zur heutigen LED-Beleuchtung stark gewandelt. Einen kleinen Ausschnitt unserer «Lampensammlung» aus vier Jahrhunderten zeigen wir im diesjährigen Adventsfenster.
Ältestes Beispiel ist unser Kienspanhalter aus dem frühen 17. Jahrhundert. Da zerkleinerte man ein dickes Stück harzreiches Kiefernholz (alte Bezeichnung Kienföhre) zu dünnen Spänen, die in einer handgeschmiedeten Klammer eingespannt wurden. So konnte unter Aufsicht auch Licht ins Haus gestellt werden – aber die herabfallenden Glutstückchen waren natürlich brandgefährlich.
Kerzen, anfangs aus Bienenwachs oder in einer kostengünstigeren Mischung mit Rindertalg hergestellt, waren ebenfalls ein beliebtes Leuchtmittel. Reine Bienenwachskerzen waren bis ins 19. Jahrhundert beim Grossbürgertum das bevorzugte Leuchtmittel. Ärmere Menschen hingegen nutzten Lampen, die Tierfette wie Tran und Talg oder auch unterschiedliche Pflanzenöle verbrannten. Kluge Handwerker entwickelten entsprechende Behälter, in denen dieses Fett eingefüllt werden konnte. Mittels eines eingelegten Dochtes aus Stofffasern konnte es langsam abgebrannt werden. Aber wie muss das gerusst und wohl auch gestunken haben – wohl schlimmer als Fett, das in den Holzkohlegrill tropft.
| Fotograf Peter Wehrli und AGM-Mitglied Philipp Potocki begutachten die ersten Aufnahmen. |
Ein weiterer grosser Entwicklungsschritt war dann Petrol als Brennstoff. Dieses kam speziell nach der Entdeckung der amerikanischen Ölfelder im ausgehenden 19. Jahrhundert überall zu erschwinglichen Preisen auf den Markt. Petrollampen für Wandmontage, als Tischmodelle und auch zum Aufhängen an der Decke waren bereits weit verbreitet, sofern man sich die Anschaffung der Lampe leisten konnte. Auch die tragbaren Stalllaternen waren eine grosse Hilfe in dunklen Nächten. Nun konnte das Licht dort hingebracht werden, wo es gebraucht wurde.
In ärmeren Häusern musste man sich lange mit Kerzenlicht behelfen, vor allem im Winter beim Gang durch Stall oder Scheune und zum «Hüsli» im Garten. Darum ging man meistens kurz nach dem Eindunkeln ins Bett, um nicht unnötig teure Leuchtmittel zu verbrauchen. Aber eine Kerze kann bei längerem Brennen weich werden und umknicken oder beim Herumtragen aus dem Kerzenständer fallen. Auch kann flüssiges Kerzenwachs im schlimmsten Fall auf die eigenen Finger oder auf Tisch und Boden tropfen. Es bestand also hier auch immer Brandgefahr.
Eine kostengünstige und sehr sichere Beleuchtung waren die um 1810 erfundenen sogenannten Nachtlichte der Firma Glafey in Nürnberg. In wassergefüllte Gläser goss man eine Schicht Öl. Kleine Wachsdochte wurden auf einen wiederverwendbaren Schwimmer gesteckt und angezündet. Das Öl und der Schwimmer schwammen immer an der Oberfläche. Je dicker die Ölschicht auf dem Wasser, desto länger war die Brenndauer. War alles Öl durch den Docht aufgesaugt und verbrannt, erlosch das Licht automatisch.
Besuchen Sie jetzt noch die Geschichte des Lichtes in unserem stimmungsvollen Adventsfenster resp. im kleinen Stallfenster daneben. In der Stube sehen Sie die verschiedenen Lampen, und ein Video im Stallfenster zeigt, wie dunkel es früher trotz Licht in der gemütlichen Stube war. Nach Dreikönig ziehen dann alle Lampen um ins sogenannte Sammlungsfenster im Ortsmuseum, wo sie bis zum nächsten Advent ausgestellt bleiben.
