Barbara Rebmann

Im letzten Adventsfenster im Bauernhausmuseum stand in der Fensterecke ein moderner Ordner mit der Bezeichnung «Wundertruckli». Obwohl er optisch nicht zu den übrigen historischen Objekten gepasst hat, ist er sehr wertvoll für die Museumsarbeit. Darin sind nämlich unzählige Geschichten abgeheftet, in welchen der kürzlich verstorbene Autor viel Interessantes und Amüsantes aus allen Lebensbereichen seiner Kinder- und Jugendzeit zu erzählen wusste. Als Kostprobe aus ähnlichen Kindheitserinnerungen kam im Februar-Beitrag der Museen eine «Reportage» aus den 1930er Jahren über die damalige Dorffasnacht in Muttenz und ein Monat später dann ein Erlebnisbericht über den Osterhasen aus der gleichen Zeit. Beides waren Ausschnitte aus Geschichten und Alltagsschilderungen aus der Zeit vor und um den 2. Weltkrieg.

Verschiedene Lebensgeschichten sind bereits als Muttenzer Schrift erschienen, erhältlich sind sie im Online-Shop auf der Gemeindewebseite oder im Ortsmuseum. Aber fast noch wichtiger als diese Lebensgeschichten von «Promis» wie Pfarrer oder Industrielle, sind für die Museumsarbeit Erinnerungen «gewöhnlicher» Menschen, die hier im Dorf aufgewachsen sind und deren Familien das tägliche Funktionieren der Gesellschaft gewährleisteten, also systemrelevant waren. Dazu gehörten beispielsweise «Wöschfraue, Gletterine, Strossewüscher, Verchäuferine, Metzger, Bäcker, Taglöhner, Buurelüt» und viele mehr - ihre Geschichten interessieren uns speziell. Egal zu welchem Thema, egal von welcher Person oder aus welchem Lebensabschnitt solche Geschichten stammen, sie helfen uns das soziale Leben in vergangenen Zeiten zu verstehen.

Ganz im Gegensatz zu heute, wo alles sofort in den sozialen Medien präsentiert und anschliessend quasi aus der ganzen Welt kommentiert oder «gelikt» wird, wurde das Alltägliche früher kaum niedergeschrieben, ja nicht einmal weitererzählt. Niemand hatte damals das Gefühl, die eigenen alltäglichen Taten interessierten die ganze Welt. Oft passierten natürlich auch Geschehnisse, die den Leuten eher etwas peinlich waren und so etwas trug man damals möglichst nicht an die Öffentlichkeit. Dies ebenfalls im Gegensatz zu heute, wo man mit missglückten Aktionen immer noch in den 100 peinlichsten Videoclips am Fernsehen glänzen kann.

Nicht nur die Lebensweise der Jugendlichen und Erwachsenen, sondern auch das Leben und die Freizeit der Schulkinder hat sich extrem verändert. Früher war der Schulweg ein einziger Abenteuerspielplatz und man konnte ohne Handyüberwachung ganze Nachmittage im Wald oder in anderen Wohnquartieren unterwegs sein. Es machte sich keine Mutter grosse Sorgen, denn der Hunger trieb alle zum Essen wieder heim. Zerrissene Kleider, aufgeschürfte Knie und Ellbogen oder bei besonders Wagemutigen gar ein Loch im Kopf, waren fast etwas Alltägliches - auch wenn dann die Folgen daheim nicht sehr erfreulich waren. Meistens gab es zu den körperlichen Schmerzen nämlich noch zusätzlich eine Strafpredigt oder gar eine härtere Strafe. Man konnte damit leben und wusste genau, dass man ja eigentlich selber daran schuld war. Wer nämlich irgendwo raufkletterte nahm in Kauf, da dann auch runterfallen zu können und ziemlich hart zu landen. Ein weiterer Gegensatz zu heute wo die Schuld dann immer bei denen gesucht wird, die den Spielplatz zu wenig abgesichert haben.

Bestimmt gibt es überall noch so Erinnerungen, die uns die damalige Lebensweise und die Reaktionen von Erziehungsberechtigten aufzeigen. Denn nicht nur die Lebensart hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem verändert, nein auch die allgemeine Einstellung zum Leben, zur Arbeit und zu den Mitmenschen. Um diese vergangene Lebensweise nicht nur mit Objekten für die Nachwelt illustrieren zu können, wünscht sich die Arbeitsgruppe Museen, dass uns weitere solche Erinnerungen überlassen werden. Speziell von der Mädchen- und Frauenseite haben wir noch nicht viele Geschichten bekommen. Darum liebe Urgrosseltern und Grosseltern, schreibt eure Jugenderinnerungen auf oder lasst eure Kinder und Enkel eine Video- oder Tonaufnahme machen und schickt diese den Museen zu (museen@muttenz.bl.ch). Wir sind gespannt!

Beide Museen sind am Sonntag, 27. Juni wieder geöffnet. Das Bauernhausmuseum mit «Bäsebeiz» und Brotverkauf ab 10 Uhr und das Ortsmuseum ab 14 Uhr. In den Sommerferien wird das Bauernhausmuseum mit allem «Drum und Dran» am 25. Juli ebenfalls öffnen, das Ortsmuseum hingegen bleibt geschlossen. Bitte beachten Sie jeweils die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.
 

Erinnerungen an die Katastrophenereignis am Wartenberg im April 1952
Erinnerungen an die Katastrophenereignis am Wartenberg im April 1952

Barbara Rebmann

Im Mai und Juni wurde im Depot Geispel wöchentlich gearbeitet, um die erste Inventarisierungswoche unseres Museumsassistenten vorzubereiten. Über mehrere Jahre waren nun laufend die «handlicheren» Objekte und die aktuellen Neuzugänge Stück um Stück inventarisiert worden. Nun war mit acht vollen Paletten mit doppelter Rahmenhöhe und einem guten Dutzend einzeln palettierter Schwergewichte ohne Inventarnummer langsam ein Ende in Sicht.

Unser Plan war alle Objekte quasi in einer Reihe bereitzustellen, so dass wie am Fliessband dokumentiert werden könnte. Ein Schwergewicht nach dem anderen sollte aus dem Depot herausgefahren, gereinigt, wo nötig instand gestellt und foto-fein gemacht werden. Um aber an diese einzelnen Grossobjekte heranzukommen, musste zuerst alles aus dem Weg resp. aus dem Depot geschoben werden, was da kreuz und quer dazwischen und obendrauf stand. Myrtha Seiler begann an der Sonne schon mal mit dem Waschen der handlicheren Objekte, während Ruedi Bürgin und Barbara Rebmann nach dem System des Zauberwürfels Palett um Palett kreuz und quer und dann nach draussen manövrierten. Einzelne mysteriöse Einzelteile fügten sich mit anderen plötzlich wieder zu einem Ganzen zusammen und überall dazwischen fanden sich schon lange vermisste, bereits inventarisierte Objekte aus der früheren analogen Inventarisierung. Bis zum Beginn der Intensivwoche wurde dann alles wieder ins Depot zurückgefahren, aber diesmal übersichtlich und mit Manövrierplatz dazwischen.

Beim Einzug ins Depot Geispel 2014 hatte die Arbeitsgruppe Museen unzählige geschenkte Regale, Tablare und Tischelemente in der Überzeugung mitgenommen, sie einmal als Lagerregale nutzen zu können. Inzwischen hat es sich aber gezeigt, dass durch die im Depot permanent herrschende hohe Luftfeuchtigkeit von deutlich über 65%, je nach Wetter über 70% und nach zwei kürzlich erfolgten Wassereinbrüchen sogar um 85% alle Spanplatten aufgequollen und somit unbrauchbar geworden waren. Gleichzeitig gab es auch viele hölzerne Gerätschaften, welche bereits bei der Übernahme vor mehr als zwei Jahrzehnten durch Holzwürmer porös gewesen waren und nur zusammenhielten, solange sie nicht bewegt wurden. Da inzwischen bekannt ist, was in der Sammlung bereits vorhanden ist, wurde aussortiert und der Vorplatz füllte sich immer mehr mit Ausschussmaterial. Schlussendlich blieb nichts anderes übrig, als eine grosse Mulde zu bestellen und diese «Ruinen» abzuführen.

Ende Juni übernahm dann Beat Zimmermann die Datenerfassung und das Fotografieren, während die beiden bereits trainierten «Zügelleute» wieder schleppten, hoben und herumwuchteten. Als sich die Reihen der nichtinventarisierten Grossobjekte langsam lichteten, kam das mit Sicherheit älteste Objekt unserer Sammlung zum Vorschein. Ein unförmiger, massiver Eichenklotz wurde auf seinem Palett ans Licht geschoben und draussen zum ersten Mal seit Jahrzehnten umgedreht. Er entpuppte sich als Glockenjoch mit der eingeschnitzten Jahreszahl 1637. Das bewegliche Joch ermöglichte das Schwenken der Glocke und stammt wohl aus der Umbauphase in der der Glockenturm der Kirche St. Arbogast um ein Geschoss erhöht worden war.

Unser vor dem Depot arbeitender Museumsassistent hatte die ganze Schlechtwetterwoche über jeweils aufmerksam die Gewitterbildung verfolgt und wenn nötig alle Objekte, Kamera und Laptop schnell ins Trockene gefahren. Nun war im Eingangsraum nämlich genügend Platz, um mit dem Palettrolli manövrieren zu können. Dies entpuppte sich als grosses Glück, denn bei einem heftigen Gewitter mit Starkregen drang durch ein verstopftes Lüftungsrohr auf der Rückseite des Depots Wasser ein. Beat Zimmermann reagierte sofort und brachte die dort gelagerten und bereits durchnässten Holzobjekte und -paletten aus der Gefahrenzone. Die Luftfeuchtigkeit im Deoit hatte in kurzer Zeit ungesunde 85% erreicht.

Leider gab es noch weitere Starkregen, so dass regelmässig die zwei Räume mit den Lüftungsrohren beobachtet werden mussten. Ende Juli drang dann noch einmal heftig Wasser durch das noch nicht freigespülte Rohr ein. Bei einem zufälligen Kontrollgang standen die mit ledernen «Chummet» und Sättel belegten Holzpaletten bereits 2 cm im Wasser und hatten viel Wasser aufgesogen. Mit drei Entfeuchtern konnte danach langsam die Luftfeuchtigkeit wieder gesenkt werden. Ebenfalls Sorgen bereitete uns der stark bemooste Vorplatz, denn die Schwelle zum Depot ragt nur gerade 3 cm über den Boden. Eine Überflutung des Vorplatzes hätte verheerende Folgen für das ganze Depot und die eingelagerten Sammlungsobjekte. Wir hoffen, dass der Abwassersammler die Wassermengen auch weiterhin schlucken kann.

Die beiden Muttenzer Museen sind wieder geöffnet am Sonntag, 26. September. Das Ortsmuseum von 14-17 Uhr und das Bauernhausmuseum mit «Bäsebeiz» und frisch gebackenem «Buurebrot» von 10-12 und 14-17 Uhr. Bitte beachten Sie die aktuell geltenden Coronaregeln.

Myrtha Seiler reinigt die fürs Inventar vorgesehenen Kleinobjekte von Schmutz und Spinnweben
Myrtha Seiler reinigt die fürs Inventar vorgesehenen Kleinobjekte von Schmutz und Spinnweben

 

Barbara Rebmann

Im letzten Museumsbericht war blumig beschrieben worden, dass die drei Vitrinen zur Kirche St. Arbogast und dem Beinhaus zum Museumssonntag im April fertig sein würden. Doch leider entsprach das nicht der Wahrheit, wie einige Museumsgäste feststellen mussten. Der Text für den Muttenzer Anzeiger hatte bereits 2 Wochen vor dem Erscheinungsdatum abgegeben werden müssen und da schien noch alles im grünen Bereich zu sein. Aber etwas später hatten unsere Ausstellungsgestalter auf der Zielgeraden ziemliches Pech. Corona-bedingt waren der Druck der Text- und Bildtafeln als Folge von Lieferschwierigkeiten gestoppt worden. Nun sollte es aber zum Museumssonntag am 30. Mai wirklich klappen.

Im Bauernhausmuseum hingegen lief alles wie geplant. Schon am Samstag zeigte eine weisse Rauchsäule aus dem Bauernhauskamin an, dass der «Holzoofe» zum ersten Mal eingefeuert wurde. Die frischgebackenen Brote und Zöpfe verschwanden am Sonntag innert kurzer Zeit, auch wenn wegen Corona nicht die übliche Möglichkeit der Auswahl bestand. Einige Leute lieben eher die dunkleren Brote, andere suchen heller gebackene. Diesmal nun wurden wegen der Hygienevorschriften die Brote in der Stube abgepackt und konnten nicht aus einem grossen Korb ausgesucht werden. Aber nach der langen Wartezeit haben sie sicher allen trotzdem geschmeckt. Auch die «Bäsebeiz» durfte zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren wieder Gäste bewirten, die Lockerungen waren genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Allerdings waren die langen Tische mit maximal vier Personen besetzt und nicht so eng, wie man das üblicherweise von den Museumssonntagen her kennt. Die weit auseinanderplatzierten Tische breiteten sich aus bis zu den Nachbarn links und rechts. Das hat aber der guten Stimmung nicht geschadet, denn alle waren froh überhaupt wieder auswärts einkehren zu können.

Am 30. Mai öffnen wieder beide Museen, das Ortsmuseum von 14-17 Uhr und das Bauernhausmuseum von 10-12 und 14-17 Uhr. Es gelten in beiden Museen und der «Bäsebeiz zum Tschuppel-Däni» nachwievor die gängigen Hygieneregeln. Achten Sie doch auf die weisse Rauchfahne aus dem Bauernhauskamin. Etwas später wird dann auch der Duft des frischgebackenen Brotes durchs Oberdorf ziehen. Der Verkauf des Brotes findet wie gewohnt vor dem Gebäude statt und wir bitten alle, sich beim Warten und Einkehren an die gängigen Abstandsregeln und die Maskenpflicht zu halten.

Rauchender Kamin der kündet vom Einfeuern des «Holzoofe», BAG-konforme Bestuhlung der «Bäsebeiz zum Tschuppel-Däni», Farbprobe in der Vitrine des Ortsmuseums
 

Bildlegende:
oben links:      Der kündet vom Einfeuern des «Holzoofe»
oben rechts:   BAG-konforme Bestuhlung der «Bäsebeiz zum Tschuppel-Däni»
unten:             Farbprobe in der Vitrine des Ortsmuseums

Barbara Rebmann

Inventarisierung im Depot Geispel abgeschlossen

Im letzten Muttenzer Museumsbericht aus dem Depot Geispel haben wir unser ältestes Sammlungsobjekt vorgestellt, ein eichenes Glockenjoch aus dem Jahr 1637. Doch eigentlich fand sich auch ein noch älteres Objekt, das aber nach geltendem Recht dem Kanton gehört. Es ist eine römische Türschwelle aus rotem Degerfelder Sandstein. Der Arbeitsgruppe Museen war es beim Einzug ins Depot Geispel nicht bewusst, woher dieses grosse Sandsteinstück stammte. Recherchen im alten analogen Museumsinventar und im Fundstellenarchiv der Archäologie Baselland ergaben dann, dass es sich eindeutig um die Türschwelle des römischen Wachturmes in der Hard handelte. Dieser war um ca. 370 nach Christus im Zuge der Grenzbefestigung entlang des Rheines gebaut worden. Bezeugt wird die Herkunft durch historische Beobachtungen und Zeichnungen von den ersten Ausgrabungen um 1751 und auch durch spätere von 1891 und 1921. Auch die 1975 entstandenen Dokumentationen der Ausgrabung zeigen die Sandsteinschwelle noch an ihrem Standort beim Eingang in den Wachtturm. Wie sie anschliessend bei den Restaurierungsarbeiten den Weg ins damals provisorische Muttenzer Museumsdepot in der sogenannten «Blueme AG» gefunden hat, ist nicht ganz schlüssig. Für die Fachwelt galt die Schwelle seither als verschollen. Im Zuge der Inventarisierung der letzten Grossobjekte kam auch die Türschwelle nun wieder zum Vorschein und wurde im Juli von der Archäologie Baselland abgeholt. Jetzt wird sie dort zusammen mit anderen römischen Originalfunden aus dem Wachtturm eingelagert.

Anfang August fand dann eine letzte intensive Geispelwoche statt, bei der die noch verbliebenen Objekte im ganzen Depot weiter inventarisiert wurden. Beat Zimmermann hat in insgesamt 12 Arbeitstagen im Depot Geispel rund 400 grosse und kleine Objekte inventarisiert und perfekt dokumentiert. Nun können wir mit Stolz sagen, dass die vorhandenen 770 Objekte in diesem Depot seit dem 12. August alle inventarisiert sind. Auch sind dazwischen gelagerte defekte, unvollständige oder unbrauchbare «Ruinen» entsorgt worden.

Ein in Einzelteilen eingelagerter wunderschöner Zimmerofen wurde zwischendurch vom Hafner Peter Güdel zusammengesetzt und stabilisiert. Jetzt ist er ein wunderbares Schauobjekt, nebst all den anderen historischen Ofentypen der Sammlung.

In einem weiteren Arbeitsgang mit Unterstützung einiger Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz wurden dann unzählige rostige Metallobjekte entrostet und imprägniert. Dadurch soll die im Depot oft herrschende hohe Luftfeuchtigkeit sie nicht noch weiter rosten lassen. Auch müssen später noch alle feuchtigkeitsanfälligen Lederwaren wie «Chummet» und Sättel ins trockene Depot Donnerbaum umgelagert werden, sobald dort genügend Stellplatz frei ist.

Allerdings heisst das noch nicht, dass die Geispel-Arbeiten nun ganz beendet sind. Jetzt braucht es vor allem viel Denkarbeit, um alle drei Räume in ein übersichtliches und begehbares Schaulager umzuwandeln. Die jetzt provisorisch und dicht an dicht stehenden Objekte müssen noch ein letztes Mal umgelagert werden, damit wir «thematische Inseln» einrichten können. Es macht für die Zukunft wenig Sinn, wenn einzelne Waschbretter zwischen Trotten und Dezimalwaagen, «Kanoneöfeli» mitten in Sattlereiwerkzeug oder einzelne «Feuerherde» zwischen «Bückti» und «Milchbränte» stehen. Erst wenn alle Objekte dann ihren definitiven Platz bezogen haben und alle Standorte in der Datenbank vermerkt sind, werden wir die Arbeiten hier ganz abgeschlossen haben. Dann wird das Depot auch bei Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Für die Arbeitsgruppe Museen und für alle künftigen Donatorinnen und Donatoren bedeutet dies aber bereits jetzt, dass nur noch Objekte entgegengenommen werden, die nicht schon in gleicher Bauart in unserer Sammlung vorhanden sind oder die ein identisches Stück in schlechterem Zustand ersetzen können. Es ist nicht mehr möglich unbesehen alles entgegenzunehmen, sonst ist in kurzer Zeit alles wieder vollgestopft und unzugänglich, was die weitere Instandhaltung und Überwachung der Objekte ziemlich erschweren würde. Vorallem müssen wir uns an die vorgegebenen Themenkreise und die obere Altersgrenze von knapp um die Mitte des 20. Jahrhunderts halten, wie im Sammlungskonzept festgelegt. Für die strikte Einhaltung dieser Anforderungen haben in der Regel alle Schenkenden grosses Verständnis, wofür wir allen sehr dankbar sind.

Die beiden Museen sind wieder geöffnet am Sonntag, 26. September. Das Ortsmuseum von 14-17 Uhr und das Bauernhausmuseum mit «Bäsebeiz» und frisch gebackenem «Buurebrot» von 10-12 und 14-17 Uhr.

Am Samstagnachmittag, 16. Oktober findet (hoffentlich) vor dem Bauernhausmuseum der traditionelle Herbstarbeitstag statt. Sicher werden wir Ihnen die Verarbeitung von Kabis und weissen Rüben zu «Suurchrutt und Suurrüebe» zeigen. Auch das Mosten von Trauben und Apfeln sollte möglich sein.

Am Sonntag, 31. Oktober ist dann das Bauernhausmuseum zum letzten Mal in dieser Saison geöffnet. Bitte beachten Sie in jedem Fall die aktuell geltenden Coronaregeln. Beim Besuch der Innenräume gilt seit 13.09.2021 eine Covid-Zertifikatspflicht.

 

Depot, Archiv alter Kachelöfen und Waschmaschinen
Die neueingerichtete Themeninsel Kochen/Heizen/Waschen sieht doch schon ganz gut aus

 

Text und Illustrationen Myrtha Blumer-Ramstein (*1928)

In myner Wält hei im Früehlig der Oschterhas und im Winter der Niggi-Näggi die glychi Uffgoob gha und beidi hän über ihri arbetsrychi Zyt in der «Risi» unterhalb vo der mittlere Ruine gwohnt. Rund um d Oschtere oder gege Ändi Johr um e Niggi-Näggi-Tag hani der Datteri gha, wenn öpper pfyffe het. I ha das gar nid gschetzt, denn ich ha vor däm Ungwüsse schuurig Respäggt gha und dene beide nid so rächt traut.

Vo eusem Chuchifänschter us hämmer an Wartebärg gseh. Kei Huus het d Sicht verdeggt. D «Risi», e fascht baumfreii Fels- und Gröllhalde, isch d Kulisse worde vo myne Tagtröim, Wenn nomene näblige Morge d Sunne in dä steinig Abhang gschynne het, so hets so breitzogeni Näbelschleier gee. Do hani mir vorgstellt das syg Rauch, villicht vom Bache oder vom Wasser obtue für d Oschtereier. Und wo Rauch isch hets au Lüt, oder in mym Fall ebe dä mit de lange Ohre. D Jumpfer Emma, eusi Hushalthilf, het mi in d Märliwält ygweit und mini Fantasie in Schwung brocht. Hets es gee, ass i nit e sone Bravs gsi bi, hett si d Brülle ufgsetzt, wichtig zum Wartebärg gluegt und gsait: «Meini numme oder isch der Oschterhas scho an der Arbed?». Und ich, e weneli verdutzt, bi ans Fänschter und ha zur «Risi» güxlet und bi wider s liebschti Chind gsi.

So hets es gee, die rächti Oschtere isch vor der Tür gstande. Am Tag vorane, nodäm mir Chinder eusi Pflichtärbetli wie s Gschirr abtröchne, d Stube abstaube, ums Hus wüsche, d Schue putze, d Gartewägli jätte usw. gmacht hänn, si mr d Näschtli für der Oschterhas go baue. Hinter Räbechnörz und Stei hai mr ane paar Ort mit Häggeli Grüebli grabe. Die hai mir mit Moos usbettet und e Bluemechränzli mit Matteblüemli und Hemmliglunggi em Rand no gleit. Bis z Obe si im Garte die schönschte Oschternäschtli parat gsi.

Am Oschtersunntig, bevor mer uf d Eiersuechi sy, hämmer no müese in der Laube uf dr Startpfiff vom Oschterhas warte. Ich wär jo niie druf cho, ass my Vatter e sone gwaltige Pfiff chönnt useloh. Denn sy mr ans Sueche gange. Ich natürlig wiene Düse in Richtig vo mym Näschtli in de Räbe. Do loss i e Schrei ab und zäpf zrugg zum Huus. «Dr Oschterhas» rüef i voll Schregge, «i gang nümm go sueche, i haus nümm in d Räbe». Vor lutter Uffregig fang i schregglig afo hüüle und bring no schluchzend füre «dr Oschterhas, dr richtig hoggt in mym Näschtli». Myni Lüt läufe zämme, wei mi tröschte und mr bystoh. S hilft alles nüt, i by nümm z bewege nur ei Schritt de Räbe zue zmache. Nomene Wyli bringt mr dr gross Brueder d Bschärig und ich gseh unter Träne, ass es e Filzoschterhas isch, wo d Ohre gstellt het. E rächt e grosse, währschafte mit Hose, Chitteli und eme Hemli in fröhlige Farbe und mit eme gflochtene Huttli am Buggel. Mäng Johr het mi denn dä Filzhas dur d Chinderzyt begleitet.

Als ebbe vierjährigs Maiteli hani im Oschternäschtli e Sandchesseli samt Schüfeli und Förmli gfunde. Die Sache hei mir rächt vil bedütet. Nodäm i in der Sandchischte gspilt ha, hani müesse ufruume und unter em Wasserhahne das Gfätterlizüüg uswäsche, denn tröchne lo und im Schöpfli versorge. Die Grosse hai öbbenemol no der Sämf drzue gee: «Nit ass dr Oschterhas gseht, ass de kei Ornig hesch und das Züüg wider mitnimmt.»

Denn hets schlächt Wätter gee und chuum isch d Sunne cho, hets mi wider an d Sandchischte zoge. Doch niene find i myni Sandgschirrli. I bi truurig und gib d Suecherei uf. Hani die Grosse drno gfrogt, so hai si d Achsle glüpft. E paar Wuche druf isch my Geburtstag vor der Türe gstande. Nach em sälber usgläsene Feschtässe het mir d Muetter no e Äxtra-Gschänggli in d Hand druggt. Voller Erwartig hani s Papier glöst und drygüggelet und waseliwas chunnt zum Vorschyn? Mi vermissts Sandchesseli samt Drum und Dra und vil schöner und glänziger als das vom Oschterfescht. «Das Chesseli het der Oschterhas gfunde, will des nit versorgt gha hesch, er hets sogar no müesse putze» isch mer z Ohre cho. I bi überglügglig gsi, ass dr Oschterhas mir das nonemol gschänggt het und vo sällem Tag a hani ihm kei Glägeheit me gee, mir mini Spilsache ewäg zneh.
 

Die beiden Hefte von Myrtha Blumer-Ramstein, «Erinnerige us der Chinderzyt 1931-1940» und «Erinnerige us der Chinder- und Jugendzyt 1932-1950» sind im Ortsmuseum erhältlich.

 

Das Ortsmuseum öffnet seine Türe wieder am Sonntag, 28. März von 14-17 Uhr. Bitte benutzen Sie den Zugangslift und beachten Sie die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln des BAG.

Osterhase und Kleinkind am spielen