×

Hinweis

Fehlende Zugriffsrechte - Datei '/images/stories/Muttenzer Anzeiger/Seiten-aus-MAPA_KW24_2019-3.jpg'
Fehlende Zugriffsrechte - Datei '/images/stories/Muttenzer Anzeiger/Seiten-aus-MAPA_KW24_2019-1.jpg'
Fehlende Zugriffsrechte - Datei '/images/stories/Muttenzer Anzeiger/Seiten-aus-MAPA_KW24_2019-2.jpg'

Barbara Rebmann

Schon seit vielen Jahren wurden mehrere grosse und schwere Schachteln in den Lagergestellen des Depot Donnerbaum immer wieder beiseitegeschoben. Genauer anschauen konnten wir den Inhalt bisher nicht, weil jeweils keine ausreichende Tischfläche zur Verfügung stand. Nun war es endlich soweit, der Arbeitstisch fast frei und die Schachteln wurden ausgepackt.

Schachtel 1 wies es als Objekt Mz834 aus. Sie enthielt ein hölzernes, zusammenklappbares Gehäuse, welches wir sofort aufbauten. Die Erläuterung im alten handschriftlichen Inventar hiess lediglich Puppentheater und der Herkunftshinweis gab den Namen der Donatorin an: Fräulein Marie Fischer, wohnhaft gewesen am Hinterzweienweg. Sie hatte das Puppentheater im März 1976 der Museumssammlung geschenkt und die Museumskommission hatte es mit dem kurzen Eintrag in der Inventarliste offiziell entgegengenommen. Leider wurden – wie damals üblich - keine weiteren Angaben zur Besitzerfamilie oder der Donatorin erfasst. So bleibt unklar, ob das Theater aus dem Besitz der Familie Fischer stammt oder ob eventuell Fräulein Fischer früher in einer gutsituierten Familie als Kindermädchen o.ä. gearbeitet hat, wo man das Theater genutzt hat. Falls Sie liebe Leserinnen und Leser hier etwas weiterhelfen können, wären wir um eine Benachrichtigung sehr froh.

Unser Museumsassistent Beat Zimmermann beschrieb das Objekt in unserer Inventardatenbank folgendermassen: Puppentheater in der Form eines zusammenklappbaren Holzkastens mit Schublade, darin Figuren für 6 verschiedene Theaterstücke sowie 2 Streben für die Fixierung der Vorhangwand mit der hinteren Stütze. Die Masse in ausgeklapptem Zustand betragen B = 80 cm, H = 81 cm und T = 55 cm. Dazu gehören mindestens 15 verschiedene Kulissensets sowie für Gestaltungen im Bühnenraum ungezählte freistehende Versatzstücke wie Möbel, Schiffe, Pflanzen, Standuhren usw. Vorhanden sind sechs Theaterbücher von Ernst Siewert: „Tischlein decke dich, Esel strecke dich, Knüppel aus dem Sack“ nach Gebrüder Grimm (Heft 3), „Der Freischütz“ nach Webers Oper (Heft 11), „Wilhelm Tell“ nach Schiller (Heft 18), „Martha oder der Markt zu Richmond“ nach Flotows Oper (Heft 21), „Max und Moritz“ nach Busch (Heft 27), „Die Kinder des Kapitän Grant“ nach Jules Verne (Heft 38). Dazu gibt es eine Bestellliste des Herstellers für weitere Themen und die originale Aufbaubeschreibung.

Recherchen zur Datierung ergaben, dass solche Theater von 1800 bis 1910 im Verkauf waren. Jules Vernes Werk „Die Kinder des Kapitän Grant“ erschien als Buch 1875 erstmals in deutscher Sprache und dürfte danach einige Jahre bis zur Umsetzung für ein Miniaturtheater gebraucht haben. Es kann also gut sein, dass das Theater mit einer Auswahl der vorhergehenden 37 Themen bereits in früheren Jahren des 19. Jahrhunderts in Gebrauch war und Heft 38 von Jules Verne erst um ca. 1880 als Ergänzung angeschafft worden war. Auf jeden Fall waren Schreibers Papier-Theater sehr beliebt und die Stücke waren nicht nur auf Kinder zugeschnitten. Viele der Aufführungen waren auch als Abendunterhaltung für Erwachsene geeignet, denn es handelt sich mehrheitlich um Stücke aus der klassischen Literatur.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser der Museumsberichte, was man so alles noch in unserer Museumssammlung findet. Auch wenn wir schon seit Jahren über die Inventarisierungsarbeiten berichten, haben wir immer noch nicht alle Schachteln aufgearbeitet. Um einen Überblick über dieses umfangreiche Objekt mit hunderten von Einzelteilen zu verschaffen, brauchen wir allerdings ziemlich viel Zeit, welche uns bei über 7'500 bisher inventarisierten Einzelobjekten nicht immer ausreichend zur Verfügung steht. Daher wird in der Regel erst einmal grob erfasst und zu späterer Zeit im «Home-Office» noch detaillierter nachgeforscht und weitere Daten ergänzt.

Nachdem bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Museen grosse Begeisterung über das tolle Objekt herrschte, wurde beschlossen, auch die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen. Das Theater wird nun im Adventsfenster ausgestellt. Dies generierte vorgängig ziemlich viel Arbeit, denn um mehrere Szenen darstellen zu können, musste der Bühnenraum nachgebaut und die Vorderfront kopiert werden. Ob und wie uns das gelungen ist, sehen Sie im Adventsfenster im Bauernhausmuseum ab dem Eröffnungsabend am 6. Dezember.
 

Das Muttenzer Ortsmuseum ist am Sonntag, 27. November von 14-17 Uhr geöffnet. Es zeigt neben den Dauerausstellungen zur Dorfgeschichte und zum Muttenzer Historienmaler Karl Jauslin auch die Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952.

Die Bauernhaus-Saison ist bereits beendet.

 

Adventsfenster im Bauernhausmuseum
Die Bauernhausstube zeigt in diesem Jahr das bei den Inventarisierungsarbeiten aufgetauchte Kindertheater. Das Fenster wird am 6. Dezember um 18 Uhr geöffnet und bleibt bis zu Dreikönig zugänglich. Danach sind die Theater-Inszenierungen für ein Jahr im Ortsmuseum zu sehen.

 

Aufgebaute Theater mit einer Tell-Szene
Aufgebaute Theater mit einer Tell-Szene

Barbara Rebmann

Am diesjährigen Arbeitstag Mitte Oktober plante die Arbeitsgruppe Museen Kinderspiele zu zeigen, wie sie vor über hundert Jahren schon gespielt worden sind. Da mit einem Ansturm von Kindern gerechnet werden musste, waren mehrere Mitglieder des Fördervereins Museen zur Unterstützung gekommen. Die Spielregeln waren für sie alle noch präsent, da die meisten diese oder davon abgewandelte Spiele in ihrer Jugend noch selber gespielt haben. Wie früher üblich, waren die Spielgeräte nicht Konfektion aus dem Warenhaus, sondern im Haushalt und im Garten der Mitwirkenden zusammengesucht: Knöpfe, Holzscheite, Nägel, Haselstöcke usw.

Wegen des anfangs etwas trüben und unsicheren Wetters waren nur wenige Interessierte gekommen, so dass die Mitwirkenden erst mal selber die Spiele einübten – dies jeweils mit mehr oder weniger Erfolg.  Als sich dann kurz die Sonne zeigte, erschienen doch noch mehr Leute und versuchten sich zusammen mit den Kindern unter anderem im «Naagle», im «Schyttli-Wärfe» und im Basteln von «Chestene-Figure». Der ursprünglich zum «Reifle» (Treiben des Ringes mit einem Holzstab) gedachte Holzring mutierte dann schnell einmal zum heute noch bekannten Hulahopp.

Auf dem Vorplatz wurden wie üblich Äpfel vermostet. In diesem Jahr waren die Trauben leider frühzeitig reif geworden, so dass nur noch ein paar als essbare Tischdekoration bereit lagen, aber nicht genügend für das Mosten übrig waren. Auch an der Obstpresse gab es rege Mithilfe der Kinder, winkte als Belohnung für die Kraftanstrengung ein frisches Glas Most direkt aus der Presse.

An einem weiteren Tisch wurden die weissen Rüben geschält und mit dem grossen, hölzernen Spiralschneider zu langen Rübenschnüren geschnitten. Auch hier wurden natürlich «Versuecherli» aus dem Topf gefischt. Waren es früher eher die Eltern, so langten jetzt immer mehr Kinder zu und fanden sogar Gefallen an der rohen Rübe. Gleich daneben wurden die Kabisköpfe für das zukünftige Sauerkraut gehobelt und gleich wie die weissen Rüben dann in einer Stande, einem grossen braunen Steinguttopf, gut eingesalzen. Das frischgehobelte Kraut wurde kräftig gestampft bis genug Flüssigkeit austrat. Abschliessend wurden beide Standen mit je einem passenden Brett gut zugedeckt und mit einem Stein beschwert. Das zukünftige Sauerkraut und die Sauerrüben lagern nun für mehrere Wochen im kühlen Bauernhaus-Keller, wo die Gärung ihren Lauf nimmt. Mit regelmässiger Pflege hält das eingesäuerte Gemüse dann eigentlich bis zum Sommer, wenn es nicht vorher von der Arbeitsgruppe Museen als Grundlage des jährlichen Essens für alle Arbeitsgruppen-Mitglieder und die externen Helfenden gekocht und gemeinsam gegessen wird.

 

Beide Muttenzer Museen sind am Sonntag, 30. Oktober geöffnet. Das Ortsmuseum zeigt von 14-17 Uhr die Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952 und das Bauernhausmuseum gleichentags von 10-12 und 14-17 Uhr. Wie üblich sind die frischen «Holzoofe-Brote und -Zöpfe» ab 10 Uhr bereit und auch die «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» wartet auf Gäste. Das Bauernhausmuseum schliesst danach seine diesjährige Saison ab und öffnet am 6. Dezember das Adventsfenster in der Stube.

 

Diverse Aktivitäten vor dem Bauernhaus

Bildlegende:
Oben links:     Diverse Aktivitäten waren im Angebot
Oben rechts:  Fachsimpeln am "Chrutt- und Rüebe-Stand"
Unten Mitte:    Links das Spielprogramm und dahinter der Stand mit den "Versuecherli" aus der Bauernküche

Barbara Rebmann

Wie bereits im letzten Jahr blieb die Arbeitsgruppe Museen (AGM) für ihre Weiterbildung auch diesmal in der Nähe und fuhr per ÖV nach Pratteln ins Bürgerhaus. Dort begrüsste uns Johanna Schmucki, seit wenigen Jahren Leiterin und Kuratorin des Museums und führte uns durch das ganze Haus. Wir bewunderten die bestehenden Dauerausstellungen zu unterschiedlichen Themen, die sich alle aus der historischen Vergangenheit und der Industriegeschichte des Dorfes ergeben haben und natürlich auch die aktuelle Sonderausstellung «Schwingen trifft Pratteln». Ausführlich inspizierten wir die vielfältigen modernen Gestaltungsmöglichkeiten. Durch den Grundriss des ehemaligen Bauernhauses mit unterschiedlichen halbgeschossigen Ebenen sind nebeneinander verschiedene moderne und traditionelle Präsentationsvarianten möglich, die sich nicht gegenseitig konkurrenzieren, da sie durch luftige, bauliche Strukturen getrennt sind.

Beim gemeinsamen Kaffeetrinken trieben wir dann «Betriebsspionage» und wollten wissen, wie man es schafft, so viele Sonderausstellungen zu generieren und sie jeweils noch mit Begleitveranstaltungen auszuschmücken. Dies interessierte die AGM natürlich speziell, hatten wir doch vor einem Jahr bereits festgestellt, dass die aktuelle Zusammensetzung unserer Milizgruppe sich rasant dem Ablaufdatum nähert und eine Zukunftslösung gesucht werden muss. In zwei bis drei Jahren wird sicher mindestens die Hälfte der acht Mitglieder altershalber aufgehört haben und jüngere ehrenamtlich Mitarbeitende sind in der heutigen Zeit wohl nur schwer zu finden, wie jeder Verein weiss. Der Hauptpunkt, warum das Bürgerhaus mit Ausstellungen und Begleitveranstaltungen so aktiv und werbetechnisch präsent sein kann, scheint uns die zentrale Leitung zu sein. Hier laufen alle Fäden zusammen und Aufgaben werden dann je nach Bedarf an eine Gruppe des Vereins Bürgerhaus oder an externe Fachleute weiterdelegiert. Wir in Muttenz sind in der Ausstellungsplanung ziemlich schwerfällig, da wir als 8er-Gremium funktionieren und die persönlichen Interessen ziemlich unterschiedlich sind. Meistens hält sich auch niemand für zuständig und will die Führung übernehmen. Die jeweilige Themenfindung oder die Vorgehensweise wird in den zweimonatlichen Sitzungen diskutiert, gründlich überdacht und beim nächsten Mal dann beschlossen. Die eigentliche Planung wird meistens wieder mehrere Wochen später erst ausgearbeitet. Zuletzt übernehmen wir in der Regel mit minimalem Budget selber die thematische Erarbeitung von Texten, die Gestaltung und den handwerklichen Aufbau. Genauso haben wir es jetzt bei der aktuellen Erdrutsch-Ausstellung auch gemacht. Auf diese Weise kommen zwar ansprechende und informative, aber verständlicherweise keine modernen oder gar digitalen Präsentationen zustande.

Ein bisschen Entspannung nach den ernsthaften Diskussionen brachte vor dem Mittag dann die Alder-Bahn, welche extra für uns in Betrieb genommen wurde. Diese Spur 0-Bahn aus den 1950er Jahren war das Steckenpferd des damaligen Pfarrers Kurt Alder gewesen und fesselt heute noch Jung und Alt. Robert Fretz liess für uns einige dieser nach Originalplänen und Fotos hergestellten Zugskompositionen aus Abfallmaterialien fahren. Dass die Bahn nach so vielen Jahrzehnten immer noch wunderbar funktioniert, ist seit 1987 einem mehrköpfigen Betreuerteam zu verdanken, welches jetzt aber aus Altergründen ebenfalls langsam ausdünnt. Erfreulicherweise hat dieses Team inzwischen sogar Unterstützung durch einen Lehrling in Ausbildung bekommen, wie wir mit grossem Neid zur Kenntnis nahmen.

Nach einem gemütlichen Mittagessen, bei dem uns die Pratteler Museumsleute begleiteten und die Diskussion vom Vormittag weiterging, folgte ein kurzer Verdauungsspaziergang zu den Sammlungsräumen der Bürgergemeinde. Hier waren wir natürlich speziell «gwundrig», denn vor vielen Jahren war ein Teil der damaligen Pratteler Planungskommission bei uns im Depot Donnerbaum zu Besuch gewesen, um sich Tipps für den Aufbau und die Ausstattung von Sammlungsräumen zu holen. Als die Pläne dann konkret wurden, hatte Joggi Zumbrunn sogar eine ganze Verschiebeschrankanlage ins neue Pratteler Depot vermitteln können. Bürgerrätin Beatrice Jäggi, welche u.a. die Sammlungsarbeiten betreut, führte uns kompetent durch das Depot. Wie wir erfreut feststellen konnten, waren viele unserer damaligen Tipps umgesetzt worden und auch der Verschiebeschrank ist bereits gut gefüllt.

Beide Muttenzer Museen sind am Sonntag, 28. August geöffnet. Das Ortsmuseum mit der Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952 von 14-17 Uhr. Das Bauernhausmuseum ist gleichentags von 10-12 und 14-17 Uhr geöffnet und wie gewohnt sind die frischen Brote und Zöpfe aus dem «Holzofe» ab 10 Uhr bereit und die «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» wartet auf die ersten Gäste.

 

Betriebsspionage als Weiterbildung

Legende zu den Bildern:
Oben links :   Robert Fretz (links) weiss mit Details zur Alder-Bahn zu fesseln
Oben rechts:  Auf das geräumige Büro von Johanna Schmucki (rechts) waren wir ziemlich neidisch
Unten Mitte:   Präsentationen in Wort und Bild fesseln die AGM sowohl inhaltlich als auch optisch

 

Barbara Rebmann

Bereits im Februar hatte sich Dr. Steffen Knöpke, Dozent an der Pädagogischen Hochschule der FHNW, mit der Idee gemeldet, die Studierenden etwas in die Museumssammlungen einzuführen. In mehreren Mails und Gesprächen kristallisierte sich dann zusätzlich heraus, dass auch der 2004 geschaffene und seit vielen Jahren im Sammlungsdepot schlummernde Schulkoffer über den historischen bäuerlichen Alltag überarbeitet werden könnte. Dieser Koffer befasste sich u.a. mit dem Haltbarmachen von Nahrungsmitteln ohne Tiefkühler, mit dem Bekämpfen von Schädlingen ohne Chemie, mit Heilpflanzen oder auch mit Geräuschen, die auf jedem Hof früher zu hören waren, als es noch keine grossen Maschinen gab. Auch war er zu Zeiten von «Frontalunterricht» entstanden und passt so nicht mehr in die heutige Unterrichtsmethodik. Herr Knöpke nahm sich mehrere Nachmittage Zeit, um im Museumsdepot das Seminar vorzubereiten.

Am Freitag, 22. April war es dann soweit, dass die Studierenden mit unseren historischen Objekten konfrontiert wurden. Ruedi Bürgin übernahm den ersten Vormittag und unterstützte die Studierenden bei ihren Recherchen zu Kaffeeröster, Kohlekessel, Kohlebügeleisen, Henkelmann und weiteren historischen Alltagsobjekten aus der Sammlung der Museen Muttenz. Es galt die über hundert-jährigen Gebrauchsgegenstände zu identifizieren, zu beschreiben und der Entstehungszeit zuzuordnen. Dies war für die jungen Leute nicht einfach, sind doch viele dieser Objekte bereits seit mehreren Generationen nicht mehr in Gebrauch oder durch Weitentwicklungen oder elektrische Maschinen ersetzt worden. Ein einfaches Beispiel ist der Kohlenkessel. Wer hat heute noch ein Kohledepot im Keller und holt sich «eimerweise» eine Ofenfüllung in die Wohnung? Auch eine Talglampe oder eine Bettwärmer-Kachel werden seit langem nicht mehr benützt. Mit diesen Rechercheübungen sollen die zukünftigen Lehrpersonen angeregt werden im Schulunterricht über alte Gebrauchsgegenstände und Geräte den Schülern Geschichte und soziales Umfeld sowie die weitere technische Entwicklung aufzuzeigen.

Im Mai war dann der Schulkoffer das Hauptthema, bei dem die Schreibende die Begleitung übernahm. Der Koffer war damals nur wenige Male in den Muttenzer Schulen genutzt worden, weil sich kurz nach seiner Fertigstellung die ganze Unterrichtsweise und die Lernziele schnell verändert haben. Inzwischen sind ja bereits mehrere Lehrplanänderungen durchgeführt worden und auch das Unterrichten hat sich mit den digitalen Hilfsmitteln in jüngster Zeit stark verändert.

Die jungen Leute müssen nun versuchen, einige der 12 Themen in die heutigen Lernziele und die Unterrichtsmethodik zu transferieren, was uns zusätzlich zu einer technischen Schwierigkeit führte. 2004 waren CDs das Nonplusultra der modernen digitalen Aufzeichnungstechnik. So hatte sich damals Burkard Lachenmeier, der Initiant des Museumskoffers, als Tonjäger betätigt und u.a. Tiergeräusche im Stall, oder das Mähen des Grases von Hand und das anschliessende «Dängele» (Schärfen) der Sense aufgezeichnet und auf CD gebrannt. Wer hat aber heute noch ein CD-Laufwerk an seinem Computer? Inzwischen nutzen wir andere Speichermedien, die bedeutend effizienter sind und bequem er genutzt werden können. Glücklicherweise war jemand mit dem Auto angefahren, welches noch mit einem CD-Player ausgestattet war. So konnten wenigstens die Tonaufzeichnungen der Geräusche auf dem Bauernhof angehört und gleich kopiert werden.

Wie diese Themen nun umgesetzt werden, wird sich zeigen. Wir hoffen natürlich, dass anschliessend auch die Lehrerschaft von Muttenz von diesem neuen Schulkoffer Gebrauch macht und auch den Weg in unsere Museen findet.

Die Muttenzer Museen sind am Sonntag, 26. Juni geöffnet. Das Ortsmuseum mit der Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952 von 14-17 Uhr und das Bauernhausmuseum gleichentags von 10-12 und 14-17 Uhr. Wie gewohnt sind die frischen «Holzoofe-Brote» ab 10 Uhr bereit und auch die «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» wartet auf die ersten Gäste.

Am Sonntag, 31. Juli ist das Bauernhausmuseum samt «Bäsebeiz» und Brotstand geöffnet, nur das Ortsmuseum macht Sommerpause.

Studierende auf dem Schulhof beim arbeiten
Verteilt auf dem Vorplatz des Schulhauses Donnerbaum arbeiten die Studierenden der FHNW in kleinen Gruppen.

 

Barbara Rebmann

Während der Sommerhitze hat sich bei den Depotarbeiten der Arbeitsgruppe Museen nicht viel bewegt, hingegen im personellen Bereich schon. Per Ende Juni hatte Franz Näf seinen Rücktritt aus der AGM bekanntgegeben. 1996 war er zur damaligen Museumskommission gestossen. Kurz nach seinem Eintritt wurden im Ortsmuseum die beiden Ausstellungssäle und der Eingangsbereich neugestaltet und Franz musste gleich kräftig beim Malen und Schleppen mitanpacken. Danach hat er sich aber hauptsächlich als Museumsbäcker im Bauernhausmuseum und an der Bratpfanne u.a.  bei den Stuubede-Anlässen engagiert. Seine Ausbildung als Küchenchef der Schweizer Armee war dafür das beste Rüstzeug. Mit seiner Pensionierung im letzten Sommer und der Schliessung seiner Schuhmacherwerkstatt an der Baselstrasse ging auch die beliebte Abgabestelle für historische Museumsobjekte verloren. Da die Inventarisierung in den Depots und die Gestaltung von Ausstellungen nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten, wollte er seinen Sitz nun an eine versiertere Person abtreten. Franz wird uns aber weiterhin als Bauernhausbäcker erhalten bleiben und wie bisher das Wirte- und Backteam Lotti und Schaggi Gysin unterstützen. Wir danken Franz Näf im Namen der AGM und aller Bauernhausgäste für den in den letzten 26 Jahren geleisteten Einsatz und die unzähligen wunderschönen Bauernhauszöpfe.

Als Nachfolger für Franz Näf wird nun Philipp Potocki seine im Januar 2021 aufgenommene, freiwillige Mitarbeit bei der Sichtung und Archivierung der unzähligen Papierhaufen und -schachteln ab jetzt als Vollmitglied wahrnehmen. Per 1. Juli wurde er mit allen Rechten und Pflichten in die Arbeitsgruppe Museen gewählt und vom Gemeinderat bestätigt. Bereits bei der bestehenden Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg war er mit seinen digitalen und fotografischen Fachkenntnissen und den geeigneten Kontakten eine grosse Unterstützung bei der Planung und Gestaltung. Auch bei der aktuellen Notfallübung zum Ersatz unserer defekten Depotkamera hat er uns mit seinen Fachkenntnissen die Modellauswahl leicht gemacht. Wir gratulieren Philipp zu seiner Wahl und freuen uns an einer weiteren fruchtbaren Zusammenarbeit.

Weiter ist den Gästen in der «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» und im Bauernhaus sicher aufgefallen, dass die Museumsbäcker eine neue «Uniform» angeschafft haben. Das bisherige weisse T-Shirt hat sich trotz mehlähnlicher Farbe als etwas zu heikel erwiesen. Ob sich die neue weinrote Farbe besser bewährt, wird sich zeigen. Wie auch immer, diese Farbänderung soll jedenfalls die Qualität der «Holzofenbrote und -zöpfe» in keiner Weise beeinflussen.

Die Muttenzer Museen sind am Sonntag, 25. September geöffnet. Das Ortsmuseum mit der Sonderausstellung zum Erdrutsch am Wartenberg 1952 von 14-17 Uhr und das Bauernhausmuseum gleichentags von 10-12 und 14-17 Uhr. Wie gewohnt sind die frischen «Holzoofe-Brote und -Zöpfe» ab 10 Uhr bereit und auch die «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» wartet auf die ersten Gäste.

Am Samstagnachmittag, 15. Oktober 2022 findet von 14-17 Uhr der traditionelle Herbstarbeitstag vor dem Bauernhausmuseum statt. Sonderthema werden diesmal hausgemachte Kinderspiele aus dem frühen 20. Jahrhundert sein.

 

Franz Näf und Phillippe Potocki

Bildlegende:
Oben:   Franz Näf, wie wir ihn kennen, hier an der Bratpfanne anlässlich einer Stuubede beim Bauernhausmuseum
Unten:   Philipp Potocki, der sich schon bestens bei der Archivarbeit bewährt hat.