Wir wollen Informationen zur Muttenzer Vergangenheit leicht auffindbar machen.

In den Schränken des Ortsmuseums ist im Laufe der Jahrzehnte eine umfangreiche Sammlung von Aufzeichnungen unterschiedlichster Art zusammengekommen. Einen gewichtigen Teil machen Notizen und Vortragsmanuskripte aus, die u.a. aus dem Nachlass des Muttenzer Lokalhistorikers Jakob Eglin (1875-1962) stammen. Auch einige der ersten Mitglieder der Museumskommission, allen voran Hans Bandli (1897-1990) deponierten ihre Abschriften aus Literatur und Archivalien im Ortsmuseum. Zuletzt vermehrte Karl Bischoff (1920-2007) dieses Archiv mit seinen vielen historischen Nachforschungen.

Diese in zahlreichen Ordnern, Schachteln und Couverts zusammengetragenen Papiere sollen nun thematisch besser aufgeschlüsselt werden. Ziel ist ein Schriftenarchiv in welchem möglichst viele Informationen zu Muttenz leicht auffindbar wären. Das ist allerdings kein einfaches Unterfangen. Denn beim Blättern in den Unterlagen blättert man sozusagen in der Geschichte des wissenschaftlichen Arbeitens. Zu einer Zeit, in welcher Internet und Fotokopierer noch in weiter Ferne waren, haben unsere Vorgänger in der Museumskommission ihre Abschriften zumeist handschriftlich gemacht. Um damals teures Papier zu sparen, benützten sie oft leere Rückseiten irgendwelcher Schriftstücke. Diese falschen Blätter sind zuweilen zwar viel amüsanter, doch haben sie meist mit der Sache selber nichts zu tun. Um das herauszufinden müssen aber die Texte immer erst durchgelesen werden, was einiges an Zeit in Anspruch nimmt.

Heute stellt sich bei den meisten Blättern die Frage, wieweit sie noch dienlich sein können. Meistens fehlt – da die Verfasser nur für den Eigengebrauch schrieben – die Quellenangabe. Ist die gedruckte Quelle bekannt, so fragt es sich, ob Exzerpte (Abschriften) archiviert werden sollen. Wer seriöse historische Forschung machen möchte, muss ohnehin noch mal die Originalquelle zur Hand nehmen.

Viele der einst mühsam an verschiedenen Orten zusammengesuchten Informationen sind heute per Mausklick aus dem Internet abrufbar. Oder sie stehen der Öffentlichkeit in den drei best dotierten regionalen Bibliotheken zur Verfügung: der Universitätsbibliothek in Basel, der Kantonsbibliothek und der Bibliothek des Staatsarchivs in Liestal. Aus all diesen Überlegungen wird wohl ein beträchtlicher Teil der Papiere entsorgt werden müssen. Dies zu tun, ist schmerzlich. Doch Respekt und Hochachtung vor dem erbrachten Einsatz und Fleiss unserer Vorgänger werden dadurch keineswegs geschmälert - im Gegenteil.

Eine ganz andere, noch nicht so umfangreiche Textsorte sind persönliche Aufzeichnungen und Erinnerungen, Tagebücher, Chroniken, Rechnungsbücher oder Briefe, ja sogar Kochrezepte und Haushalttipps. Diese sogenannten „Primärquellen“ sind kostbare Dokumente, die die historischen Fakten zur Familien- und Ortsgeschichte von Muttenz etwas farbiger gestalten. In der Reihe „Muttenzer Schriften“ sind vor Jahren mehrere solcher Aufzeichnungen bereits publiziert worden. Wer sich für das Dorfleben und die Bewohner von Muttenz interessiert, sollte sich diese Schriftenreihe unbedingt ansehen. Zu kaufen sind die Hefte im Ortsmuseum, auf der Gemeindeverwaltung oder über www.muttenz.ch.

Um die Jahrhundertwende - Erinnerungen von Johannes Iselin
In der guten alten Zeit - Erinnerungen von Otto Schmid
Chronik von Muttenz 1904-1912
Schänzli - Chronik 1904
Baudenkmäler in Muttenz
Muttenz - Name, Wappen, Arbogast

Muttenzer Schriften 2
Muttenzer Schriften 3
Muttenzer Schriften 4
Muttenzer Schriften 5
Muttenzer Schriften 6
Muttenzer Schriften 7

Eine Erweiterung unserer Schriften durch solche persönlichen Dokumente und Erinnerungen wäre höchst willkommen, auch wenn diese noch „jung“ sind und aus dem eben erst vergangenen 20. Jahrhundert stammen. Regeln zur Form gibt es dazu keine. Inzwischen gibt es bereits Beiträge in Mundart und Schriftsprache, in Handschrift, Schreibmaschine oder als Computerdatei, mit und ohne Schreibfehler und einige sogar liebevoll illustriert oder mit Fotos ergänzt. Gerne nimmt die Arbeitsgruppe Museen auch gute Kopien entgegen, damit die Originale in privatem Besitz verbleiben können. Am einfachsten besuchen Sie uns mal im Ortsmuseum am jeweils letzten Sonntagnachmittag des Monats, dann können wir gerne darüber reden…….

Graue Ordner und Aktenberg in einer blauen Box
Die alten Ordner und Schachteln aus unterschiedlicher Hand, Plastikkörbe mit Schriftennachschub stehen schon bereit