Nachdem wir bereits Ende des letzten Jahres von unseren grossen Einrichtungsarbeiten berichtet haben, können wir nun weitere erfreuliche Schritte vermelden:

Die neu eingebaute Verschiebeanlage ist inzwischen bereits mit Dokumenten, Sammlungsobjekten und Material aller Art gefüllt worden. Einige der umplatzierten Schränke und Regale haben bereits ihren neuen Standort gefunden und konnten ebenfalls wieder eingeräumt werden, andere stehen noch im Schulhausgang bis wir einen neuen Platz für sie gefunden haben. So langsam kehrt wieder Ordnung in unserem Eingangsdepot ein und der Raum ist ohne Kletterübungen begehbar.

Das Unterbringen aller Bücher im Bibliotheksregal und der Foto- und Vereinsunterlagen im neuen Verschiebeschrank schuf am alten Standort freien Platz. Im sogenannten Kompaktusraum mit der alten Verschiebeanlage konnte daher die Textilsammlung um einen dritten Regalwagen erweitert werden. Das bedeutete, dass weitere Schrankabteile samt Tablaren erst einmal rundum mit „massgeschneiderten“ Leintüchern ausgekleidet und staubdicht abgedeckt werden mussten. Diese zeitaufwändige Arbeit erforderte von Schaggi Gysin viel handwerkliches Geschick und Geduld. Aber es hat sich gelohnt! Jetzt können die speziellen und heikleren Kleidungsstücke locker an extrabreiten Kleiderbügeln aufgehängt werden, ohne dass die brüchigen Stoffe zerdrücken und sich gegenseitig beschädigen. Auch die zahlreichen historischen Uniformen hängen nun frisch gereinigt und vollständig samt dazugehörenden Gürteln, Epauletten, Dressen usw. locker beieinander. Ebenso dient der gewonnene Platz der in letzter Zeit angewachsenen und bisher überall verstreuten Hutsammlung. Zwei Wagen weiter wurden ebenfalls Tablare überzogen, um die vielen Puppen korrekt einlagern zu können. Die Lackierung des Holzes hatte diverse Materialien bereits leicht verfärbt und auf den Puppenkleidern Flecken hinterlassen.

In Betrieb genommen wurde inzwischen auch eine "Quarantäne- und Giftstation". Diese wird mit genügend Frischluft versorgt, damit darin unbeschadet gearbeitet werden kann. Hier werden vor allem kleinere, von Schädlingen befallene Holz- und Textilobjekte in einem "Giftfass" - einem luftdicht abschliessbaren, grossen Behälter - mit starken Insektiziden eingelagert. Eine alternative Methode hierzu bietet uns seit einiger Zeit eine Tiefkühltruhe. Von Schädlingen befallene Objekte werden darin bei mindestens -10°Celsius eingefroren. In beiden Behältern bleiben die Objekte mehrere Wochen lang liegen, genauer gesagt solange, als dass mehrere Generationen der Schädlinge hätten ausschlüpfen können. Dann erst kann man sicher sein, dass „nichts mehr lebt“. Die Objekte dürfen anschliessend fertig inventarisiert und an ihre definitiven Depotplätze versorgt werden.

Objekte, welche leicht beschädigt, verschmutzt oder angerostet sind, können nun bald in einer richtigen Werkstatt behandelt werden. Hier wird allerdings nicht etwa restauriert – dazu fehlt uns allen die spezielle Fachausbildung von Restaurator/innen – sondern höchstens repariert. Inzwischen ist nun auch ein grosser Waschtrog installiert, der uns von privater Seite überlassen wurde. Auch alle weiteren Einrichtungsobjekte wie Hobelbank, Regale usw. wurden uns gratis zur Verfügung gestellt.

Wegen der zeitraubenden Um- und Einräumarbeiten blieb bis jetzt die Inventarisierung und Dokumentierung leider liegen, obwohl diese die eigentliche Kernaufgabe eines Museums ist. Doch bevor die Inventarisierung weitergeführt werden kann müssen zuerst alle „logistischen Probleme“ gelöst werden.

Ortsmuseum

Bauernhausmuseum

Museumsarbeiten
Myrtha Seiler als unermüdliche Putzfrau -- Depotchef Joggi Zumbrunn als Maurer -- Es gibt immer noch viel zu tun………