Wie vor Saisoneröffnung üblich fand auch dieses Jahr der Grossputztag im Bauernhausmuseum statt. Auch im vergangenen Winter hatten sich Mäuse, Spinnen und anderes Ungeziefer in den Ecken und Ritzen des alten Hauses eingenistet und sich an allem Möglichen gütlich getan. Das hat nun ein Ende.

Wie das Foto vom letztjährigen Grossputz zeigt, werden die unempfindlichen Einbauten in der Küche ganz traditionell mit Wasser und Bürste ausgefegt. Die übrigen Räume, deren Decken und Möbel hingegen werden bis in die verstecktesten Ritzen sorgfältig abgesaugt. Unser Staubsauger ist dafür mit einem speziellen Filter ausgerüstet, der eingesaugte Schimmelsporen zurückbehält und nicht gleich wieder herausbläst und dadurch weiterverteilt.

Wie in den letzten Jahren wurden auch diesmal alle Räume und Möbel gründlich auf Schimmelspuren hin untersucht. Franz Näf hatte den ganzen Winter über regelmässig Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Haus und im Freien protokolliert. Bei trockenerem Aussenklima hatte er jeweils den gesamten Wohntrakt kurz gelüftet. Da es in diesem Winter lange Zeit extrem kalt und daher sehr trocken war, konnte die Luftfeuchtigkeit im ganzen Haus durch dieses Lüften tief gehalten werden. In diesem Frühling wurden also keine beunruhigenden Schimmelspuren gefunden.

Allerdings wurden in den vergangenen Jahren offensichtlich einige Schädlinge übersehen oder sie waren im letztjährigen kühlen Sommer unbemerkt eingewandert. Sie hatten sich in der guten Stube in den Falten der dort aufgestellten historischen Regenschirme versteckt. Wir fanden die Hüllen von mehreren ca. 5 mm grossen pelzigen Larven des sogenannten Museumskäfers „Anthrenus museorum“. Die gefrässigen Larven hatten sich am Leinenstoff der Schirme gütlich getan, wie die ausgestanzt wirkenden, kreisrunden Frasslöcher daneben zeigten. Der Museumskäfer ist eigentlich ein Nützling, sofern er sich in der freien Natur aufhält. Dort frisst er alles Organische wie z.B. heruntergefallenes Laub, abgestorbene Pflanzen oder kleine Tierkadaver. Hat man ihn aber im Haus, so fällt er über alles her, was nicht aus synthetischem Material, aus Stein oder Keramik ist - in unserem Fall war es eben die Leinenbespannung unserer historischen Schirme. Diese von Museumsleuten gefürchteten Tierchen haben schon in manchem grossen Museum unbemerkt Schaden angerichtet, indem sie unüberwachte Sammlungsbestände in ein Häuflein Staub verwandelten.

Unsere Schirme wurden sicherheitshalber sogleich im Depot Donnerbaum einer „Ungeziefer-Kur“ unterzogen. Und alles, was sich in jener Stube waschen liess, wanderte bei Myrtha Seiler in die Waschmaschine. Die übrigen Objekte wurden nun doppelt so intensiv abgesaugt und alle Oberflächen nach möglichen „ausgewanderten“ Museumskäfern hin kontrolliert. Somit sollte diese Gefahr gebannt sein.

Zur Saisoneröffnung am kommenden Sonntag, den 26. April, wird das Bauernhausmuseum wieder vollständig hergerichtet sein. Spätestens am frühen Sonntagmorgen wird dann auch der grosse Backofen in der Museumsküche wieder eingefeuert. So kann die Museumssaison im Bauernhaus pünktlich um 10 Uhr mit frischem Buurebrot und Zopf eröffnet werden.

Larvenhäute und 1 Käfer
Die bis 5 mm grossen Larvenhäute des gefrässigen Museumskäfers in verschiedenen Häutungsstadien --- Der ausgewachsene Käfer ist platt wie eine Schildlaus und wird ca. 3 mm gross ---- Barbara Rebmann fegt die letztjährigen Backresten aus dem Buuchi-Chessel