Barbara Rebmann

Auch wenn die Öffentlichkeit von der Arbeit in den Museen und den Depots nicht viel zu sehen bekommt, ist doch im vergangenen Jahr wieder sehr viel geleistet worden.

Im Frühjahr wurde das Bauernhausmuseum unter der Aufsicht unseres „Museumsbauführers“ Schaggi Gysin im Innern renoviert: Im Schopf wurden die Löcher im Boden ausgebessert und darüber ein neuer Estrich (Überzug) eingebracht. Der Wohntrakt wurde im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss frisch geweisselt. Beim Aufgang zum Garten entstand ein überdachter Lagerplatz für die „Holzwälle“, welche zum Einfeuern des Backofens benötigt werden.

Das von "Depotchef" Joggi Zumbrunn perfektionierte Fotoatelier im Depot Donnerbaum konnte in Betrieb genommen werden - wir haben bereits darüber berichtet. Auch schufen Joggi Zumbrunn und Schaggi Gysin mit Hilfe eines „Handhochhubwagens“ und viel Muskelkraft Ordnung im Raum, in welchem die grossen Objekte auf Paletten untergebracht sind.

Unser „Museumslehrling“ Ruedi Bürgin hat sich der teilweise in's Depot Donnerbaum gezügelten Museumsbibliothek angenommen. Er ist darum bemüht, eine für alle Bücher, Schriften und Benutzer/innen brauchbare Systematik herauszuarbeiten. Dieses Ordnen gestaltet sich mit den vielfältigen Themen und den beschränkten Platzverhältnissen eher schwierig.

Die Arbeiten in der von Myrtha Seiler betreuten Textilsammlung gingen stetig voran. Wir haben darüber im vorletzten Anzeiger ausführlicher berichtet. Hier kommen laufend weitere historische Textilien dazu.

Auch in der von der Schreibenden betreuten Fotosammlung wurden die Recherchen zu den bereits inventarisierten Fotos weitergeführt. Zudem konnten zahlreiche Neueingänge digitalisiert und in die Datenbank aufgenommen werden. Die Sammlung umfasst inzwischen über 2'500 Fotos.

Vor einem Dreivierteljahr begann der Historiker Peter Habicht damit, auf Grund der alten Eingangsbücher von Hildegard Gantner, die Karl Jauslin-Sammlung mittels EDV zu inventarisieren. Ein grosszügiger Projektkredit der Gemeinde und der Stiftung Museen Basel-Landschaft ermöglicht es, dass diese dringend nötige Arbeit durchgeführt werden kann. Es sind nicht nur mehrere tausend Objekte zu inventarisieren, sie sind auch einzeln je nach Grösse zu fotografieren bzw. zu scannen. Zudem galt es, zuerst einen Thesaurus (Schlagwortkatalog) zu erstellen, der später die gezielte Suche nach einem bestimmten Thema ermöglicht. Ist die Jauslin-Sammlung auf diese Weise einmal vollständig inventarisiert, kann sie per Mausklick durchsucht und angeschaut werden, ohne dass jedes Mal die empfindlichen Originale hervorgeholt werden müssen.

Das Inventarisieren mit unserer Datenbank MuseumPRO an den beiden weit auseinanderliegenden Arbeitsplätzen im Ortsmuseum und im Depot Donnerbaum geht inzwischen viel unkomplizierter und schneller vonstatten. So muss der Datentransfer von einem Ort zum anderen nicht mehr per Datenstick oder CD erfolgen. Dies hatte bisher viel Arbeitszeit verschlungen, weil die Daten jeweils an einem Arbeitsplatz herauskopiert und am andern zuerst wieder eingelesen werden mussten. Unsere Arbeitsstellen sind jetzt online über das Gemeinde-Intranet miteinander verbunden. So kann von allen Aussenstellen aus direkt auf die aktuelle Datenbankversion zugegriffen und mit ihr gearbeitet werden.

Die Sicherheit all unserer digitalen Daten, zu denen beispielsweise die vielen hochaufgelösten Sicherheitsscans der historischen Fotosammlung gehören, ist somit auch in kompetenten Händen. Die Museumsdaten sind auf einem für uns reservierten Serverplatz abgelegt und werden, gemeinsam mit den Daten der Gemeindeverwaltung, regelmässig gesichert. Als EDV-Verantwortliche unserer Arbeitsgruppe kann ich nun etwas ruhiger schlafen.

Nach den Jahren des Umbaus und der Vorbereitungen ist nun die Zeit für die systematische Inventarisierung gekommen. Hunderte von neueingegangenen Objekten aller Art warten auf ihre „persönliche“ Inventarnummer und ihre Dokumentation in unserer Datenbank. Mehrere tausend altinventarisierte Objekte müssen ebenfalls digital erfasst und ihre Daten eingearbeitet werden. Danach wird ihnen ihr definitiver Platz in den neu geordneten Depot-Regalen zugewiesen. Wir haben uns vorgenommen, in mehreren Arbeitsgruppen mindestens einmal wöchentlich in den Depots zu inventarisieren und hoffen nun, dass es im kommenden Jahr in einem guten Tempo vorwärts geht.

Joggi Zumbrunn beim Manövrieren mit dem Gabelstapler
1. Diese Stolperfallen im Bauernhausmuseum wurden ausgeebnet. --- 2. Joggi Zumbrunn beim Manövrieren im damals noch unübersichtlichen Depot.