Barbara Rebmann

Im Frühjahr dieses Jahres hatten wir die Leserschaft des Muttenzer Anzeigers dazu aufgerufen, uns zu berichten, wie sie früher die Advents- und Weihnachtszeit erlebt hat. Leider verhallte der Aufruf ohne Echo. Entweder wurde das Thema schon durch die aktuelleren Frühlingsgefühle und Ostervorbereitungen verdrängt oder man hielt seine Erinnerungen daran für zu unbedeutend, um davon zu erzählen. Uns Museumsleute interessiert aber gerade das, was in früheren Zeiten allgemein Sitte und Brauch war. Die Kenntnis vom Alltäglichen und was "man" zu tun pflegte, lässt viele individuelle, regionale oder gesellschaftlich geprägte Besonderheiten erkennen.

Nun weisen die Sammlungen des Ortsmuseums nach wie vor kaum Objekte zur Advents- oder Weihnachtszeit auf, daher wären solche Geschenke immer noch hochwillkommen. Die Arbeitsgruppe Museen zeigt darum in diesem Jahr Objekte zu einem modernen winterlichen Thema, nämlich zum "Wintersport". Sie werden überrascht sein, welch vielfältigem mehr oder weniger sportlichem Treiben man in und um Muttenz früher nachgehen konnte. Zwar gab es damals keine Skilifte, vorgespurte Langlaufloipen und Kunsteisbahnen, dafür jedoch genügend Schnee, Frost und viel Einfallsreichtum.

Wussten Sie, dass

  • früher in Muttenz nicht nur „Fassdauben“, sondern sogar richtige Ski fabriziert wurden?
  • dass es im Dorf einen Bob mit steuerbaren Kufen gab, mit dem die Mutigen die schneebedeckten, eisigen Strassen hinunterkurven konnten?
  • dass vis-à-vis vom Rebberg regelmässig Skirennen stattfanden?
  • dass man mit „Rutscherli“ die vereiste Geispelgasse hinunter bis weit über den Kirchplatz hinaussausen durfte? Oder dass zweiplätzige Schlitten durch Bretter verlängert wurden, so dass eine ganze Gruppe Kinder darauf Platz hatte?
  • dass die Kinder auf geeisten Schulhausplätzen und zugefrorenen Weihern mit sogenannten „Aaschrüberli“ oder „Schruubedämpferli“ herumkurven konnten?
  • dass Pferdeschlitten den Transport von Menschen und Waren übernahmen?

All diesen Winterfreuden gilt unser diesjähriges Adventsfenster. Doch aufgepasst: Die Öffnung des Fensters findet neu schon am „Chlausentag“ statt. Wer weiss, vielleicht findet dann sogar ein traditioneller schwarzer Santichlaus den Weg zum Bauernhausmuseum im Oberdorf, sofern er nicht von all den roten tanzenden und kletternden Nikoläusen vertrieben wurde.

Kommen Sie doch am 6. Dezember ab 18 Uhr zum Bauernhausmuseum und lassen Sie sich dort überraschen.

Skifahrer, Skitag in der Eselhalle 1952
1. Unbekannter Skifahrer in stiebender Abfahrt. – 2. Vorbereitungen zum Muttenzer Skitag in der Eselhalle 1952. – 3. In den 1940er Jahren liessen sich auch in Muttenz noch grosse Schneehütten bauen. – 4. Das Zeichnen eines Engels im Schnee, damals wie heute sehr beliebt.