Die über Jahrzehnte für das Ortsmuseum gesammelten Objekte bedürfen zuweilen einer restaurierenden, reparierenden oder konservierenden Massnahme. Was ist aber nun der Unterschied zwischen diesen einzelnen Begriffen, die doch alle das gleiche Ziel anstreben? Da soll ein schlecht erhaltenes Objekt wieder in gutem Zustand weitere Jahre überleben und als Zeitzeuge Aufschluss über die Zeit und Art seines Gebrauchs geben können. Ganz so einfach ist es nicht.

Die Restaurierung stellt den ursprünglichen Zustand eines Objektes wieder her. Hier werden alle Veränderungen wie z. B. verschiedene Farbanstriche oder spätere Ergänzungen wieder entfernt. Nach Abschluss einer Restaurierung soll ein Objekt wieder so aussehen, wie es zu seiner Entstehungszeit ausgesehen hatte.

Die Berufsbezeichnung „Restaurator“ kommt aus dem Lateinischen und bezeichnete bereits in der Antike einen Fachmann, der Kunstwerke wiederherstellt. Heute haben sich Restaurator/innen auf einzelne Fachbereiche beziehungsweise Materialien spezialisiert. Allen gemeinsam ist aber die Arbeitsethik: Alle genutzten Materialien müssen protokolliert, sämtliche Arbeitsschritte dokumentiert und nachvollziehbar sein. Es muss sogar wenn nötig alles wieder rückgängig gemacht werden können. Handwerkliches Geschick, Wissen um Materialien und Chemie, sowie das Einfühlen in die Entstehungszeit eines Objektes sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Restaurierungsarbeit. Die fachspezifischen Grundlagen werden in einem dreijährigen Bachelorstudium erworben und in einem zweijährigen Masterzyklus vertieft. Erst der Masterabschluss befähigt Restaurator/innen eine Restaurierung alleine und mit allen technischen Finessen durchführen zu können.

Die Konservierung umfasst nach heutigem Verständnis die Erhaltung eines Objektes mit allen Spuren und Veränderungen seiner Vergangenheit. Das bedeutet, dass alle Gebrauchsspuren, Anstriche oder Flickstellen nicht beseitigt, sondern sichtbar erhalten werden. Auch das Konservieren gehört zu den Aufgaben der Restaurator/innen. Es muss also vor Beginn der Arbeiten entschieden werden, ob ein Objekt restauriert und somit in seinen Urzustand zurückversetzt oder ob es im Istzustand mit allen späteren Ergänzungen konserviert werden soll.

Mit dem Begriff Restauration hingegen wird die Wiederherstellung einer politischen Ordnung bezeichnet, beispielsweise nach einer Revolution. Doch in der heutigen Umgangssprache ist damit ganz einfach die Gastronomie gemeint. Das erste hat wenig mit der Museumswelt zu tun, das zweite höchstens bei der Bewirtung an einer Vernissage!

Was tun nun aber die Mitglieder der Arbeitsgruppe Museen? Wir alle können mangels restauratorischer Fachausbildung höchstens einmal etwas instandstellen, flicken oder reparieren, so wie man es auch daheim macht. Das heisst dann beispielsweise, dass ein defektes Teilstück aus- und ein neues eingebaut wird. Oder ein defekter Mechanismus wird wieder funktionstüchtig gemacht. Meistens beschränkt sich die Behandlung aufs Schmieren von Gelenken und Scharnieren, auf eine Rostbehandlung oder das Zusammenkleben von Bruchstücken.

Unsere wichtigsten Massnahmen sind darum die vorbeugenden: Es gilt die Objekte möglichst optimal zu lagern und regelmässig zu überwachen. So kann ein Schädlingsbefall frühzeitig entdeckt und durch entsprechende Behandlung gestoppt werden. Durch geeignete Massnahmen können Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht in unseren Depots auf ein Mass herabgesetzt werden, damit beispielsweise Metalle nicht rosten oder Fotos und Textilien nicht ausbleichen.

Bei grösseren Problemen aber müssen wir die entsprechenden Fachleute mit der nötigen Ausrüstung beiziehen. Auch wenn wir uns darum bemühen, uns durch Lektüre, Kurse und Fachtischrunden weiterzubilden, so können wir uns in unserem Rahen nie dem Fachwissen auch nur annähern.

Restaurierungsatelier
Im modernen Restaurierungsatelier sieht es aus wie in einem Forschungslabor --- Ein professionelles Restaurierungslabor und unsere Werkstatt mit „Heimwerkerausrüstung“.