Seit längerer Zeit konnten wir keine weiteren Einrichtungsarbeiten aus dem Depot Donnerbaum vermelden. Das heisst aber nicht, dass nicht gearbeitet wurde – im Gegenteil.

In der Zwischenzeit wurden unter anderem laufend weitere Textilien inventarisiert. Zu diesen Inventarisierungsarbeiten gehört auch das Fotografieren. Denn für eine Sammlungsdatenbank gilt: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Dies trifft speziell dann zu, wenn ein Objekt im Fachjargon beschrieben wird - in diesem Fall in der „Handarbeitsterminologie“ - was nicht allen geläufig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Spezialwerkzeug, alte Küchengeräte oder eben Textilien handelt.

Bis die über 500 inventarisierten Textilien alle einzeln fotografiert sind, braucht es noch einige Arbeitsnachmittage. Das Fotografieren ist trotz digitaler Technik sehr zeitintensiv, weil die Objekte sorgfältig vorbereitet werden müssen. Im gleichen Raum, wo das Textildepot untergebracht ist, wurde eine alte Ausstellungstafel zum speziellen Fotohintergrund umfunktioniert. Davor müssen die empfindlichen Kleidungsstücke zuerst einer Schneiderpuppe übergezogen und dekorativ drapiert werden. Die Alternative ist das Aufstecken der Objekte an der „Foto-Pinwand“. Dies geht aber kaum schneller und lässt sich bei schwereren oder brüchigen Stoffen nicht anwenden. Das Ausleuchten des Objektes bereitet weitere Probleme, denn möglichst viele Details sollen erkennbar sein und nicht im Schlagschatten einer tiefen Falte versinken. Ein Foto soll ja den beschreibenden Text in der Datenbank verdeutlichen.

Zudem müssen die Fotos alle mit der korrekten Inventarnummer bezeichnet werden, damit sie mit der Datenbank verknüpft werden können. Dies kann nicht bereits in der Kamera vorprogrammiert werden, sondern geschieht mit Hilfe eines neben dem Objekt provisorisch aufgesteckten Zettels. Da dieser aber für das Datenbankbild dann unnötig ist, muss mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes der überflüssige Rand und dieser Zettel wieder abgeschnitten werden. Dabei werden dann auch die Grösse des Bildes und die optimale Auflösung genau auf das Datenbankfeld angepasst. Dies sind alles Arbeiten, die relativ zeitaufwändig sind, da sie sehr sorgfältig gemacht werden müssen. Ein Tippfehler bei der Inventarnummer könnte beispielsweise das Foto von gestrickten Socken mit den Daten einer Kaffeemühle verknüpfen.

Im zweiten Depotraum hat Joggi Zumbrunn ebenfalls auch eine Fotoecke eingerichtet, in welcher andere Objekte aufgenommen werden können. Ein Planschrank wurde zum Fototisch umfunktioniert und mit einem fliessenden Übergang zur Rückwand versehen. Damit wird verhindert, dass die Ecke vom Tisch zur Wand als starker Schatten das fotografierte Objekt optisch verändert. Auch hier muss mit Licht gearbeitet werden, um das Objekt optimal auszuleuchten. Doch fehlen uns dazu noch die geeigneten Fotolampen. Aber bald sollten auch hier die Arbeiten beginnen.

Bauernhausmuseum
Ortsmuseum

Spiegel
Auf dem umfunktionierten Planschrank können Objekte vor einem fliessenden Hintergrund fotografiert werden. --- Myrtha Seiler beim Fotografieren eines aufgesteckten Deckelis. Links im Bild unsere Kleider- und Hutpuppen.