Heute sollen die aufwändigen Vorarbeiten geschildert werden, welche mit der begonnenen EDV-Inventarisierung der Karl Jauslin-Sammlung verbunden waren.

Das Inventarisierungsprogramm museumPRO, das von der Arbeitsgruppe Museen genutzt wird, enthält für die drei Themenkreise „Objekte“, „Fotos“ und „Kunst“ unterschiedliche Datenblätter. Der grösste Teil der auszufüllenden Datenfelder ist für alle drei Themenbereiche identisch. Doch weichen die themenspezifischen Felder voneinander ab. So müssen bei den „Fotos“ Angaben zum Bildträger gemacht werden (Farb- oder SW-Negativ, Positiv, Kleinbilddia usw.). Bei der Inventarisierung der „Objekte“ sind Felder zum Material (Holz, Eisen, Gummi usw.) und zu den Massen verlangt. Das Datenblatt zum Thema „Kunst“ wiederum verlangt z. B. Angaben zur Maltechnik (Bleistift, Aquarell, Öl usw.) und zum Bildinhalt (Landschaft, Stilleben, Porträt usw.).

In allen drei Datenbanken werden zu jedem einzelnen Objekt auch die entsprechenden Such- oder Schlagwörter eingegeben, nach denen dann auch wieder gesucht werden kann. Diese Schlagwörter werden jedoch nicht beliebig eingetippt, sondern sind in einem Verzeichnis, einem „Thesaurus“, festgelegt. Mit solch einem Thesaurus wird verhindert, dass die Objekte mit unterschiedlichen Schlagwörtern (Spielsachen, Spielwaren etc.) beschrieben oder mit Tippfehlern erfasst werden. Der Kreativität der Mitarbeitenden müssen hier Grenzen gesetzt werden.

Der für die Muttenzer Inventar-Datenbank genutzte Thesaurus ist einem Standardwerk zur Bestimmung kulturhistorischer Objekte entnommen, welches in den meisten Schweizer Museen verwendet wird. Als Barbara Rebmann vor sechs Jahren die Muttenzer Datenbank zusammen mit der Firma wassermann-informatics entwickelte (www.museumpro.ch), hat sie dieses Standardwerk überarbeitet und den Muttenzer Bedürfnissen für die Bereiche „Objekte“ und „Fotos“ angepasst.

Peter Habicht, der im März damit begonnen hat, die Karl Jauslin-Sammlung elektronisch zu erfassen, hat nun auch einen Thesaurus speziell für diese Themenkreise entwerfen müssen. Die für Kunst bereits vorgegebenen Themen, sind für den Historienmaler Jauslin etwas zu allgemein gehalten. Um eine sinnvolle Wahl der zu verwendenden Begriffe zu treffen, braucht es einen guten Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers, den er sich inzwischen verschafft hat. Da ein Thesaurus nicht nur aus einer Reihe von Schlagwörtern besteht, sondern ein kompliziertes Gebilde hierarchisch gestufter Begriffs-Kategorien darstellt, ist dessen Erstellung und Strukturierung ein zeitaufwändiges Unterfangen. Ohne die Erfahrungen und vorausschauenden Überlegungen unserer Fachfrau für alle EDV- und Inventarisierungsfragen in der AG Museen, wäre dies kaum möglich. So wie der Thesaurus nun nach vielen Diskussionsstunden angelegt ist, sind auch spätere Ergänzungen noch möglich. Denn noch sind nicht alle Schubladen und Depotbestände gründlich gesichtet.

Ist die mehrere tausend Nummern umfassende Jauslin-Sammlung dann einmal vollständig elektronisch erfasst und „verschlagwortet“, so kann sie nach vielen vorgegebenen Kriterien durchsucht werden – seien es häufige Personen- oder Ortsnamen, historische Ereignisse, Verlagsanstalten, Werkkategorien usw. Das Arbeiten mit dem grossen Illustrationswerk Jauslins kann durch diese Systematisierung in der Datenbank den heutigen Fragestellungen und Anforderungen an eine schnelle Verfügbarkeit von Daten angepasst werden. Gleichzeitig erleichtern die dazu erstellten Fotos das Aussuchen einer geeigneten Illustration, beispielsweise für Publikationen über ein historisches Thema. Das Aufwecken des öffentlichen Interesses an dieser einmaligen Sammlung ist auch weiterhin das Ziel aller Beteiligten.

3 Bilder mit Menschen und Landschaften
1. Das finstere Kapitel der Hexenverbrennung inszeniert Jauslin vor einer Kirchenmauer, die der in Muttenz ähnlich sieht. --- 2. Die drei Helden des Rütlischwures gehören thematisch zu den wichtigen Personen der Schweizergeschichte. --- 3. Auch Landschaften müssen ihren Merkmalen entsprechend „verschlagwortet“ werden.