Die Arbeitsgruppe Museen (AGM) beteiligt sich seit sechs Jahren am begehbaren Muttenzer Adventskalender, indem im Bauernhausmuseum jeweils ein neues Sammlungsthema vorgestellt wird. Diese kleinen „Sonderausstellungen“ geben uns die Möglichkeit, unbekannte Sammlungsobjekte aus den Depots vorzustellen.

Es ist aber gar nicht so einfach, mit den vorhandenen Beständen eine Ausstellung zu gestalten, die weihnächtlich wirkt. Das liegt ganz einfach daran, dass nur wenige „weihnachtlichen Objekte“ in unserer Sammlung vorhanden sind. Dies wiederum kommt daher, dass bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein Adventsschmuck in einfachen ländlichen Verhältnissen kaum üblich war. Der Weihnachtsbaum hingegen hielt schon ein halbes Jahrhundert früher Einzug in viele Häuser. Wie es sich allerdings hiermit in Muttenz oder in anderen Baselbieter Dörfern genau verhielt, darüber gibt es keine verlässlichen Aussagen, nur vereinzelte Belege.

Geschmückt wurden die Weihnachtsbäume vor allem mit Essbarem, d.h. Vergänglichem: mit Äpfeln, Nüssen, Gebackenem oder Zuckerwerk. Von diesem Baumschmuck wissen wir aus bildlichen oder literarischen Schilderungen. Der ganze Lichterzauber und die Fülle der vermeintlich weihnachtlichen Objekte, mit denen heutzutage öffentlicher und privater Grund geschmückt wird, waren noch vor zwei Generationen unvorstellbar.

Nun aber zurück zum Grund für diesen etwas verfrühten Bericht über Weihnachten. Die AGM möchte gerne dokumentieren welcher Weihnachtsschmuck in Muttenzer Häusern daheim war. Dabei kann es sich um gekaufte oder selbstgebastelte Objekte handeln. Er sollte aber aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen.

Wir interessieren uns aber nicht nur für die Objekte, sondern auch für die mit der Advents- und Weihnachtszeit verbundenen Traditionen. Diese können wir aber nur von Ihnen, liebe Seniorinnen und Senioren, erfahren. Interessant wären für uns Berichte darüber, wie Sie die Advents- und Weihnachtszeit in ihrer Kindheit erlebt haben. Gab es bestimmte familiäre Traditionen, die stets beachtet werden mussten? Unterschieden sich diese von anderen Familien? Wie verhielt es sich mit den Geschenken? Durften Sie sich etwas wünschen oder haben sie selber Geschenke gebastelt? Wer schmückte den Tannenbaum? Gab es ein traditionelles Weihnachtsessen? Wer feierte miteinander? Hatten Sie als Kind einen Adventskalender oder gab es bei Ihnen einen Adventskranz? Welche Erinnerungen haben sie an kirchliche Advents- und Weihnachtsfeiern?

Vielleicht wecken diese Fragen weitere Erinnerungen. Schreiben Sie diese doch für uns auf. Wir erwarten keine grossen Aufsätze, es darf ganz einfach formuliert sein und auch Schreibfehler stören uns nicht. Sie sind aber auch herzlich dazu eingeladen, an einem Museums-Sonntag ins Ortsmuseum zu kommen und den AGM-Mitgliedern dort mündlich zu berichten. Und falls Sie noch irgendwelche Objekte oder gar Fotos zum Thema „Advents- und Weihnachtzeit in Muttenz“ haben, so dokumentieren wir diese gerne für unsere Sammlungen. Vielleicht lässt sich aus den so zusammen getragenen Geschichten eine Nummer in der Reihe „Muttenzer Schriften“ bestreiten.

Natürlich interessiert sich die AGM auch für die traditionelle Gestaltung anderer Feste des Kirchen- und Kalenderjahres. Doch darüber berichten wir ein anderes Mal.

Für Ihre Unterstützung bei diesem festlichen Thema möchten wir uns jetzt schon herzlich bedanken. Ob tatsächlich Objekte zum Thema Weihnachten zusammengekommen sind, können Sie dann hoffentlich in einem der nächsten Weihnachtsfensters im Bauernhausmuseum sehen.
Muttenz, 22. März 2010

verschiedene weihnachtsbilder von anno dannzumal (1949,1952,1950)