Jahresrückblick Teil 1 von Barbara Rebmann

Ende 2010 hatte sich die Arbeitsgruppe Museen (AGM) vorgenommen, im neuen Jahr einmal wöchentlich im Depot Donnerbaum gemeinsam zu arbeiten. Vorher hatten wir uns nur einmal pro Monat dort getroffen und kamen so kaum vom Fleck. Ausser zu den mehrfach geschilderten Bauarbeiten an der Infrastruktur und zum Hin- und Herrücken von Grossobjekten hatte die Zeit zu wenig Anderem gereicht. Allein die von Myrtha Seiler betreuten Textilien und die von der Schreibenden betreute Fotosammlung waren dank externer Unterstützung in der Inventarisierung weit voraus. Nun aber sollte die Aufnahme anderer Sammlungsbestände kräftig voran getrieben werden.

So haben wir in diesem Jahr tatsächlich, nebst allen anderen Aktivitäten, insgesamt etwa 550 Stunden in die Depotarbeit investiert. In unterschiedlicher Zusammensetzung wurden jeweils, mit der Schreibenden als „Sklaventreiberin“ und „Springerin“, zu dritt oder zu viert wie am Fliessband gearbeitet. Dazu waren von Schaggi Gysin laufend um die 150 Tablare der Kompaktusanlage mit Leintüchern überzogen worden. Joggi Zumbrunn und Ruedi Bürgin reparierten und konservierten Objekte und entwickelten laufend neue Aufbewahrungshilfen für alle möglichen sperrigen oder heiklen Gegenstände. Hildegard Gantner widmete sich dem total verschmutzten Geschirr und zwischendurch den historischen Plänen. Nun sind etwas über 1500 Objekte aus Haushalt und häuslicher Arbeitswelt aus den alten Inventarlisten übertragen. Rund 400 davon stehen bereits gereinigt, vermessen, fotografiert und beschrieben in Reih und Glied auf den weissen Tablaren und sind samt neuem Standort, Foto und Verschlagwortung vollständig in der Inventar-Datenbank erfasst. Doch wartet noch ein Mehrfaches dieser Menge auf die Aufarbeitung.

Anfang Sommer bekundete Monika Schopferer Interesse an der Museumsarbeit. Nach einer kurzen Schnupperzeit machte sie sich mit grossem Elan an die Arbeit. Als mit Abstand jüngste Mitarbeiterin in der AGM fiel ihr die Aufbereitung digitaler Fotos und die Arbeit an der Inventar-Datenbank sehr leicht. Hingegen waren ihr häufig Bezeichnung und Funktion unserer historischen Gebrauchsgegenstände unbekannt. Dies wiederum hat uns „Alte“ angespornt, so schnell wie möglich weiter zu inventarisieren, dabei die früheren Dialektnamen aufzunehmen und den noch bekannten Verwendungszweck der Gegenstände genau zu beschreiben. Es ist eine Tatsache, dass etliche Objekte in ihrer Funktion und Bezeichnung bereits gänzlich unbekannt geworden sind, weil ihre „ Aktivzeit“ im täglichen Leben schon mehr als zwei Generationen zurückliegt. Dies motiviert uns dazu, möglichst speditiv unsere Depots aufzuarbeiten.

Die anstehende Arbeit wird, trotz intensivem Einsatz der AGM, nicht weniger: So kamen auch im vergangenen Jahr wieder unzählige Neueingänge hinzu, welche provisorisch in einem Lagerraum des Schulhausabwartes eingestellt werden konnten. Denn diesmal waren auch sperrige Möbel wie Betten, Sofas, Tische und Stühle, ja sogar ein Doppelstehpult aus einem „Kontor“ (Büro) dabei, welche natürlich ebenso zur Dokumentation des historischen Lebens gehören, wie die handlicheren Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Werden diese einfachen Möbel nicht vor der Kehrichtverbrennung bewahrt, kann man später kaum an Originalen zeigen, wie die Leute früher gewohnt haben. Und sollten einmal Ersatzmöbel für unser Bauernhaus gebraucht werden, würde sich die Suche danach heute recht schwierig gestalten. Im Antiquitätenhandel sind sie nicht zu finden, denn sie sind dafür nicht edel genug.

Im August hat unsere neue Museumssekretärin Erna Imark ihre Arbeit aufgenommen. Ihr Einstieg war nicht einfach, denn sie fand keine perfekt geregelten und dokumentierten Abläufe und Archive vor. Da musste, nebst der aktuellen Verwaltungsstruktur der Gemeinde, auch erst die Museumsterminologie gelernt werden, die vielen Depot- und Ausstellungsräume erkundet und die unterschiedlichen Eigenheiten und Fachgebiete der Arbeitsgruppenmitglieder erkannt werden. Es ist eine vielschichtige, über Jahrzehnte gewachsene Welt, die von ihr nun auch noch innert kürzester Zeit in die modernen Strukturen und digitalen Vorgaben der Gemeindeverwaltung adaptiert werden muss – und das in nur 3 Halbtagen pro Woche.

Liebe Muttenzerinnen und Muttenzer, wenn auch immer wieder über die viele Arbeit gestöhnt und das Platzproblem regelmässig wieder aufgewärmt wird – die AGM ist auch weiterhin mit Herzblut dabei Fotos, Objekte und Geschichten für die kommenden Generationen zu sammeln und zu dokumentieren. Helfen Sie uns und bieten Sie uns ihre Schätze an, bevor Sie sie zu entsorgen gedenken.

Barbara Rebmann


Ortsmuseum
Bauernhausmuseum

Lager Museen
1. Feinsäuberlich aneinandergereiht in der Geschirrabteilung --- 2. Auch bei den Werkzeugen wächst die systematische Ordnung --- 3. Diese Möbel im provisorischen Zwischenlager sollten möglichst schnell Platz finden