Barbara Rebmann

Die Arbeitsgruppe Museen ist seit Jahren in der glücklichen Lage, dass sie neben dem offiziellen Sammlungsdepot im Schulhaus Donnerbaum und dem wenigen brauchbaren Stauraum in den Ausstellungsräumen des Ortsmuseums weitere externe Lagermöglichkeiten nutzen darf. Eine dieser Museums-Dependancen befindet sich im Gebäude der ehemaligen „Blumen AG“.

Die „Blumen AG“ war Ende der 1960er Jahre gegründet worden, um Muttenzer Gärtnereien die Möglichkeit zu geben, ihre frische Ware hier zu sammeln, zu bündeln und gemeinsam an Grossisten zu verkaufen. Das etwas versteckte Gebäude nordwestlich der Burggasse hat zwei Kellergeschosse und ein Hochparterre, welches über eine Laderampe zugänglich ist. Es verfügt glücklicherweise über einen Warenlift, der auch grosse und schwere Objekte transportieren kann. In den späten 1970er Jahren wurde das Gebäude anderweitig genutzt, bis es in den 1980er Jahren von der Gemeinde gekauft wurde. Der ursprünglich an einer Gemeindeversammlung präsentierte Plan, hier eine Einstellhalle für die umliegenden Liegenschaften zu bauen, zerschlug sich dann aber. Zu viele elementare Probleme, wie beispielsweise die Zu- und Wegfahrten konnten nicht befriedigend gelöst werden. Seither blieb das Gebäude (fast) ungenutzt.

Inzwischen haben sich dort neben der Gemeinde selber und dem heutigen offiziellen Mieter, dem Bildhaueratelier Mesmer, auch seit einigen Jahren die Museen Muttenz provisorisch „eingenistet“. Schaggi Gysin hat dort über viele Jahre die unzähligen Grossobjekte eingelagert, welche nicht ins Depot Donnerbaum oder in eines der Museen gebracht werden konnten. Vorhanden sind hier unter anderem ganze Werkstatteinrichtungen und Maschinen, welche zu dreckig, zu schwer oder sonst zu sperrig waren, um im Donnerbaum Platz zu haben. Auch dieses Material stammt selbstverständlich aus unserem Dorf. So konnten jeweils bei Aufgabe von Muttenzer Traditionsbetrieben viele Gerätschaften hier sichergestellt werden.

In den letzten Monaten hat unser „Museums-Azubi“ Ruedi Bürgin mehrere Samstage geopfert, um hier mit logistischem Geschick und vollem Körpereinsatz endlich Ordnung zu schaffen. In rund 25 Arbeitsstunden hat er Palettenregale montiert und mit einem Lastenheber all die sperrigen und oft auch stark verschmutzten Maschinenteile, kupfernen Waschkessel, Leiterwagen, Transmissionen u. a. systematisch in die hohen Regale eingelagert. Der dazu angeschaffte Handhochhubwagen hat sich bestens bewährt, denn damit konnte der vorhandene Platz bis an die Decke ausgenützt werden.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass viele der etwas kleineren Objekte auch im Depot Donnerbaum vorhanden sind. Nun gilt es, möglichst schnell ein vollständiges Inventar zu erstellen und abzuklären, ob identische Objekte mehrfach vorhanden sind oder ob es sich um unterschiedliche Modelle handelt. Einige Geräte sind inzwischen in einem so desolaten Zustand, dass sie eigentlich entsorgt werden müssten. Aber solange die Objekte noch nicht systematisch in der Datenbank erfasst sind, dürfen wir hier nichts definitiv entscheiden. Eventuell kann das eine oder andere Stück später als „Ersatzteillager“ genutzt werden, wenn wir schon Gleiches in einem besseren Zustand haben.

Das Klima in der „Blumen AG“ war für Blumen zwar optimal, aber für Museumsobjekte ist es dies leider nicht. Die Heizung ist längst abgestellt, und Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit werden in dem alten Gemäuer vom Aussenklima bestimmt. So rosten die metallenen Objekte langsam vor sich hin und sind früher oder später kaum mehr zu gebrauchen oder müssen für teures Geld von Fachleuten restauriert werden. Auch lässt sich die Ausbreitung von Schimmel auf Holz und anderen organischen Materialien kaum verhindern. An eine systematische Pflege der Objekte ist in der Enge der Kellerräume, ohne konstante Klimakontrolle, nicht zu denken. Dazu fehlt es auch an weiteren kompetenten Mitgliedern in der Arbeitsgruppe und vor allem an Arbeitszeit. Doch stecken in diesem reichhaltigen Fundus viele interessante Ausstellungsthemen, speziell zum Gewerbe und zu den traditionellen Handwerksbetrieben im alten Muttenz.

Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sich in absehbarer Zeit irgendwo eine Lokalität anbietet, die klimatisch, vom Zugang und auch von unserem Budget her für unsere Sammlungsstücke geeigneter wäre. Auch versuchen wir inzwischen unser Bestes, so speditiv wie nur möglich unsere Bestände aufzuarbeiten.

Inzwischen gehen unsere bereits inventarisierten Objekte auf Reisen. So ist beispielsweise ein ganz spezieller Nachttopf momentan im Museum Birsfelden ausgestellt. Die Ausstellung mit dem Namen „Musée sentimental“ zeigt nicht nur Objekte, sondern vor allem die Geschichten hinter den Objekten. Also genau das, was die Arbeitsgruppe Museen ebenfalls zu dokumentieren versucht. Wie spannend solche Geschichten sein können, sehen sie in Birsfelden – es lohnt sich!

 

Depot Museen
Das Depot im vorherigen Zustand.... und jetzt, dank Ruedi Bürgins Einsatz, ist nun alles gut zugänglich.


Datum der Neuigkeit 19. Sept. 2011