von Barbara Rebmann

Zur Sicherheit unserer Museumsgäste wurde in den diesjährigen Sommerferien der Eingangsbereich des Ortsmuseums gründlich renoviert. In erster Linie mussten die Deckenplatten ersetzt werden. Diese drohten seit längerer Zeit herunterzufallen, da sie nicht mehr genügend in der Decke verankert waren. Zudem hatte sich im Zwischenboden allerlei kriechendes und fliegendes Ungeziefer eingenistet. Vor wenigen Jahren hatte sich dort sogar ein Wespenvolk niedergelassen, das Angriffe auf Museumsbesucher flog.

Um den Handwerkern ein speditives Arbeiten zu ermöglichen, mussten alle freistehenden und hängenden Ausstellungsobjekte weggeräumt werden. Die an den Wänden montierten grossen Vereinsfahnen konnten in anderen Museumsräumen zwischengelagert werden. Alle anderen Objekte gelangten ins Depot Donnerbaum. Das Herunternehmen und wieder Aufhängen der bis grossformatigen, in schweren Rahmen unter Glas geschützten Vereinsfahnen, war ein wahres Kunststück. Zumal einige über dem Treppenaufgang platziert sind und die grösste um die 1.4 mal 2.5 m gross ist. Die freigelegten Wände zeigten in erschreckender Weise, wie dringend nötig sie einen neuen Anstrich hatten. Nun kommen die „Fahnenbilder“, die vor mehreren Jahren für einige tausend Franken restauriert worden waren, wieder ganz neu zur Geltung.

Die ins Depot Donnerbaum gelangten Objekte konnten wir nun endlich systematisch inventarisieren und instand stellen. Bei mehreren Objekten mussten wir darauf verzichten, sie wieder zurück in die Ausstellung zu bringen. Sie waren zu sehr geschädigt. Die im Ortsmuseum hohen Sommertemperaturen in Abwechslung mit feuchtkalten Regenperioden und im Winter extrem trockener Heizungsluft schadeten vor allem den Holzobjekten. So hinterliess z. B. der neben der Garderobe stehende Leiterwagen, der oft unachtsam als Taschen- oder Schirmablage missbraucht wurde, eine gute Handvoll Sägemehl und „Holzsprysse“. Die hölzernen Fassringe und Dauben des ausgestellten Fässleins hielten nur noch aus alter Gewohnheit zusammen.

Weichen musste auch die Vitrine mit der Waffensammlung Strub, die 1979 als Geschenk der Familie ins Ortsmuseum kam und seither dort ihren festen Platz hatte. Für die Neuausstellung der Waffen muss später eine Lösung gefunden werden, welche den heute geltenden Sicherheitsvorschriften entspricht.

Die neue „Möblierung“ des Eingangsbereichs erforderte auch eine neue Beschriftung der ausgestellten Objekte. Das über lange Zeit gewachsene Sammelsurium an Bilderrahmen, Befestigungssystemen, Schrifttypen, maschinen- und handgeschriebenen Texten sollte vereinheitlicht werden. Zuerst musste bestimmt werden, was wo wieder ausgestellt und montiert werden solle. Dann galt es, sich für ein Befestigungssystem der Texttafeln zu entscheiden und die relevanten Daten zu den Objekten zusammenzustellen. Wie arbeitsaufwändig und heikel die Beschriftung in einem Museum ist, soll Besuchern jedoch kaum bewusst werden. Für Museumsleute bedeutet sie hingegen eine zentrale Frage, zu der immer wieder Fachtagungen veranstaltet werden. Wir entschieden uns dazu, (vorläufig) nur die wichtigsten Angaben zu den Objekten mitzuteilen. Weiterführende Informationen könnten später auf andere Weise vermittelt werden.

Nachdem der Eingangsbereich nun gesichert, neu gestrichen und gestaltet, auch ins rechte Licht gesetzt ist, drängt sich auch eine neue Gestaltung der grossen Wandvitrinen auf. Auch diese wollen wir – sobald es uns neben der Depotarbeit möglich ist – in Angriff nehmen. Doch darüber soll ein anderes Mal berichtet werden.

Nun hoffen wir, dass unsere Anstrengungen auch belohnt werden durch Ihren Museumsbesuch, denn Ihr Interesse motiviert uns zu unserer Arbeit. Die beiden Muttenzer Museen sind für die Muttenzer Bevölkerung am 28. August nach der Sommerpause wieder geöffnet, das Ortsmuseum von 14-17 und das Bauernhausmuseum von 10-12 und 14-17 Uhr. Herzlich willkommen!

Museen Muttenz
1. Die wichtigsten Ausstellungs- und Montageobjekte für den Eingangsbereich. --- 2. Schaggi Gysin, Joggi Zumbrunn und Ruedi Bürgin diskutieren die Wirkung der neuen Beleuchtung. --- 3. Auch diese Schwergewichte aus früheren Zeiten mussten bewegt werden.