Barbara Rebmann

In letzter Zeit haben wir mehrheitlich über Arbeiten an der Karl Jauslin-Sammlung berichtet. Parallel zu diesen laufen aber auch die Inventarisierungsarbeiten an den volkskundlichen Objekten im Depot Donnerbaum weiter. Seit Anfang Jahr werden alle vorhandenen Eingangs- und Inventarbücher systematisch in die aktuelle Datenbank übertragen. Damit wir schlussendlich ein vollständiges und richtiges Inventar nutzen können, müssen aus allen möglichen Listen, Handzetteln und Datenblättern „Mosaiksteinchen“ zusammengetragen und eingepasst werden. Die Qualität der überlieferten Daten und Listen aus rund 40 Jahren Sammlungstätigkeit ist sehr unterschiedlich.

Im Kompaktusraum hat Schaggi Gysin in den letzten Wochen viele Tablare mit Leintüchern überzogen. Dadurch kann beispielsweise bei den Holzobjekten besser festgestellt werden, ob ein Holzwurm aktiv ist und „Sägemehl“ produziert. Die empfindlichen Materialien kommen so auch nicht mehr direkt mit der Leimung oder dem Lack der Bretter in Berührung. Vor allem zeigen uns die neuen weissen Regalbretter das Fortschreiten unserer Arbeiten an.

Für Wand- und Deckenlampen, Uhren, Suppenkellen und vieles mehr wurden spezielle Hängevorrichtungen angebracht. Sogar ein Extrafach zur stehenden und möglichst berührungsfreien Aufbewahrung unserer historischen Sonnen- und Regenschirme haben wir inzwischen einrichten können. Dies haben wir Ruedi Bürgin zu verdanken. Bei seiner Museumsausbildung hält er stets die Augen offen, um zweckmässige und preisgünstige Aufbewahrungsmethoden für unser Depot abzuschauen.

Als nächster Schritt folgt das Fotografieren auf dem neu eingerichteten Fototisch. Wie schon bei den von Myrtha Seiler betreuten Textilien wird auch hier jedes einzelne Objekt für sich fotografiert. Die meisten Objekte müssen jedoch vor ihrem Fototermin noch unter Joggi Zumbrunn’s Leitung in der Werkstatt entstaubt oder „behandelt“ werden. Der Grösse nach aufgereiht stehen dann die Objekte zum Fotografieren parat. Die noch fehlenden Daten auf den „provisorischen Begleitzetteln“ werden ergänzt. Nun geht es wie am Fliessband: Krug um Krug, Hobel um Hobel, Bettflasche um Bettflasche wird von der Schreibenden fotografiert. Die digitalen Fotos müssen dann mit einem Fotobearbeitungsprogramm noch etwas zugeschnitten, für die Datenbank formatiert und korrekt benannt werden. In einem nächsten Schritt werden die neuerfassten Objektdaten in die Datenbank abgetippt und mit den entsprechenden Fotos verlinkt.

Nun kann es durchaus passieren, dass nach dem Verknüpfen von Inventarnummer, Objektdaten und neuer Foto etwas nicht übereinstimmt. Oft rühren diese Fehler daher, dass früher gleichzeitig an verschiedenen Orten durch verschiedene Leute inventarisiert wurde. Dabei wurden ab und zu der jeweilige Arbeitsstand resp. die bereits zugeordneten Inventarnummern nicht klar abgesprochen und es kam zu Doppelnummerierungen. In solchen Fällen muss abgeklärt werden, welche Korrektur nötig ist. Es soll ja jede Inventarnummer eindeutig nur einem Objekt zugeteilt sein. Sämtliche Unterlagen und Querverweise müssen ebenso korrekt und eindeutig zugeordnet sein. Überflüssige und falsche Beschriftungen auf dem Objekt selber gilt es schonend zu entfernen.

Trotz allwöchentlichen intensiven Arbeitsabenden haben wir erst einige wenige Prozent der vielen tausend Objekte auf die beschriebene Weise dokumentiert. Eine Sisyphus-Arbeit? Es ist schon manchmal demotivierend, wenn wir scheinbar nur im Schneckentempo vorwärts kommen. Aber unsere Arbeit im Depot Donnerbaum ist eben keine „einfache Lagerhaltung“ und muss mit viel Sorgfalt und Sachverstand ausgeführt werden. Denn das sorgfältige Dokumentieren und Bewahren der Objekte und deren Geschichten ist nach wie vor der öffentliche Auftrag kulturhistorischer Museen – dies vor allem im Hinblick auf spätere Generationen.

-Bauernhausmuseum
-Ortsmuseum

Museumsdepot
1. Ruedi Bürgin und Joggi Zumbrunn in der Werkstatt. - 2. Hildegard Gantner reinigt eine Serie Geschirr. - 3. Barbara Rebmann fotografiert Milch- und Kaffeekrüge