Barbara Rebmann

In diesem Jahr kam die Arbeitsgruppe Museen (AGM) dem gesteckten Fernziel, ein umfassendes Museumsinventar zu erarbeiten, einen Riesenschritt näher. Im Zuge der Estrichräumung im Ortsmuseum kamen mehrere hundert endlich greifbare „Puzzleteile“ zum Vorschein. Es gab aber nicht nur Zuwachs an Daten und umplatzierten Kleinobjekten zu vermelden. So beherbergen wir im Depot Donnerbaum inzwischen einige interessante Möbelstücke aus dem frühen 20. Jahrhundert. Diese Wasch-Kommoden, Schränke, Tische und Stühle tragen eine gefälschte Holzmaserierung - auch „peinture-trompe-l’oeil“ genannt. Bei dieser Art Bemalung wurde auf kostengünstigem Tannenholz eine dicke Leimfarbe mit einer speziellen Kamm-Technik aufgetragen. Sie imitiert auf diese Weise Strukturen und Farbe einer edleren Holzart, welche sich die damaligen Käufer wohl kaum hätten leisten können. Dies illustriert, dass auch in Muttenzer Haushalten langsam der Wunsch nach einem bescheidenen Wohlstand Einzug hielt. Netterweise stellte uns der Schulhausabwart im Donnerbaum vorübergehend einen Teil seines Lagerplatzes dafür zur Verfügung, bis wir eine praktikable Lösung für unser Möbelproblem gefunden haben. Es wäre tatsächlich schade, wenn wir künftig solche Objekte aus Platzmangel zurückweisen müssten und so Stücke der kulturhistorischen Entwicklung von Muttenz an die Kehrichtverbrennung verlieren würden.

Wie in jeder Bauernhaussaison haben unsere Museumsbäcker an den Museumssonntagen unzählige Zöpfe geflochten, Bauernbrote eingeschossen und für die „Bäsebeiz zum Tschuppel-Dänni“ frische Wähen gebacken. Der neue Brot- und Infostand vor dem Museum hat sich bestens bewährt. Allerdings brauchen wir nun zusätzlich zum Backteam eine weitere Person, welche den Stand betreut. Nun sind an den Museumssonntagen gleichzeitig fünf der neun AGM-Mitglieder in den beiden Museen im Einsatz. Ebenfalls getestet wurde unser neues Führungsheft. Es wurde von vielen Besucher/innen direkt beim Rundgang genutzt, aber auch von Gästen der „Bäsebeiz“ quasi als Beilage zu ihrer Konsumation gelesen. Das Echo war durchwegs sehr positiv.

Im Ortsmuseum hingegen waren die „Hüte“-Nachmittage eher still und konnten beispielsweise für Korrekturarbeiten in der Datenbank genutzt werden. Eine neue Sonderausstellung würde hier wieder etwas mehr Leben ins Museum bringen. Dazu mangelt es sicher nicht an Ideen, aber leider fehlen uns in jeder Hinsicht die nötigen Ressourcen.

Anfang Sommerferien wurde zum zweiten Mal die Ferienpassaktion „Backen im Holz-Ofen“ angeboten. An diesem Nachmittag waren insgesamt vier AGM-Leute für zehn Kinder im Einsatz, musste doch zusätzlich ein Unterhaltungsprogramm für die Pausen beim Backvorgang organisiert und betreut werden.

Mitte Juli war die Bauernhaus-Stuubede bei schönstem Sommerwetter und einer Vielzahl von Mitwirkenden wiederum ein Riesenerfolg. Dank immer professioneller werdender Vorbereitung, bewährter Unterstützung und effizienter Aufgabenverteilung bringt sie uns nur noch wegen hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen.

Auch der Herbst-Arbeitstag war ein Publikumserfolg. Unser Tagesmotto „der Schmied kommt“ wurde durch den unermüdlichen Hauptakteur bestens illustriert. Leider werden unsere „Versuecherli“ inzwischen oft als gratis Verpflegungsstation missbraucht. Dies ist unserer Betriebskasse nicht unbedingt zuträglich, denn die früher häufigen finanziellen Zuwendungen von privater Seite werden immer spärlicher.

Unsere Museumssekretärin hat sich in ihrem ersten Jahr sehr gut eingelebt und die Brücke zwischen Verwaltung und Arbeitsgruppe Museen auf ein gutes Fundament gestellt.

Wir hoffen, dass auch im neuen Jahr Freude und Einsatzwille aller AGM-Mitglieder weiterhin anhalten und wir unseren Besucherinnen und Besuchern auch im nächsten Jahr ein interessantes Programm anbieten können.

1. Der neue Brot- und Informationsstand --- 2. Professionelle Vorbereitung an der Stuubede --- 3. Gespannt werden die Ausführungen von Oberbäcker Gysin verfolgt
1. Der neue Brot- und Informationsstand --- 2. Professionelle Vorbereitung an der Stuubede --- 3. Gespannt werden die Ausführungen von Oberbäcker Gysin verfolgt