Jahresrückblick Teil 2 von Barbara Rebmann

Neben den im Dezember-Teil (1) des Rückblickes geschilderten intensiven Depotarbeiten hat die Arbeitsgruppe Museen (AGM) im letzten Jahr auch wieder die traditionellen Veranstaltungen wie Stuubede, Arbeitstag und Weihnachtsfenster durchgeführt. Dank der vielen freiwilligen und langjährigen Helfer und Helferinnen, meist aus dem Familien- und Freundeskreis der AGM-Mitglieder, konnten diese „Events“ reibungslos durchgeführt werden. Als kleines Dankeschön werden wir uns demnächst alle gemeinsam das am Arbeitstag eingemachte Sauerkraut und die sauren Rüben schmecken lassen. Für die deftigen Beilagen wird auch diesmal wieder Schaggi Gysin besorgt sein.

Im Bauernhausmuseum wurde im letzten Sommer auch wieder regelmässig der Backofen eingeheizt. An den sechs offiziellen Museumssonntagen verkauften die Museumsbäcker, allen voran Franz Näf, insgesamt rund 450 Brote und 250 Zöpfe. Dazu wird üblicherweise schon am Samstag eingeheizt und die erste „Bachede“ vorbereitet. Am Sonntag in der Frühe wird neu eingeheizt und weitergebacken. Damit stehen für die zuweilen sehr ungeduldig wartenden Interessenten bei der Museumsöffnung um 10 Uhr schon Brote und Zöpfe zur Verfügung. Mit der dritten „Bachede“ über die Mittagszeit beläuft sich die von Hand verarbeitete Tagesproduktion auf etwa 75 Brote und 42 Zöpfe. Dazu kommen am Nachmittag jeweils noch die feinen salzigen oder süssen „Wääie“. Diese finden in der „Bäsebeiz zum Tschuppeldäni“ - Schaggi Gysins Wunschprojekt - reissenden Absatz. So bleiben für die gleichzeitig im Ortsmuseum „hütenden“ Mitglieder der Arbeitsgruppe meist nur noch der gluschtige Duft und ein paar „Brösmeli“ davon übrig, wenn sie sich nach Museumsschluss ihr wohlverdientes Honorar in Brotform abholen. Nebst dem offiziellen Brotverkauf an den Museumssonntagen wird natürlich auch für die diversen Veranstaltungen der AGM gebacken. Alles in allem eine sehr zeitaufwändige Freizeitbeschäftigung der beiden ehrenamtlichen Museumsbäcker und ihrer Helfer und Helferinnen.

Dank unserer neuen Fahnen, welche die Öffnung der beiden Museen weithin erkennbar anzeigen, haben nun auch Passanten aus Nah und Fern unsere beiden Museen besucht. Das bezeugen die Einträge im Gästebuch. So schauten tatsächlich ausser unserem treuen Stammpublikum auch Gäste von der Elfenbeinküste, aus Südafrika und Norddeutschland, aus dem Elsass und Schwarzwald und viele Muttenzer Neuzuzüger vorbei.

Speziell die kurzfristig aufgebaute Sonderausstellung „Karl Jauslin und die Basler Fasnacht“ lockte anfang Jahr zahlreiche neue Gäste ins Ortsmuseum. Peter Habicht machte unzählige Führungen für extra angereiste Fasnächtler und neue Jauslin-Fans. Dieser Publikumsmagnet musste sogar bis in den Juni hinein verlängert werden. Ein Grund mehr dafür zu sorgen, dass auch die anderen Seiten des bisher nur als Historienmaler bekannten Muttenzer Malers für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Im Sommer kam per Luftpost eine ganz besondere Überraschung aus Amerika: Doris Smith Naundorf aus Farmington, New York, schickte uns ein Büchlein, in dem sie die Geschichte ihrer aus Muttenz stammenden Mutter schildert. Die heute auf die neunzig zugehende Autorin hatte sich vor fast zehn Jahren historische Fotos von Muttenz erbeten. Seither hatten wir aber nichts mehr von ihr gehört.
Das Büchlein „The Stories of Emmy – a girl like Heidi“, schildert die Geschichte von Emmy Lüscher, deren Vater Jakob Lüscher Bäcker in Muttenz war und um 1905 sein Glück in Amerika suchte. Seine Frau blieb mit den drei Töchtern in Muttenz zurück und führte vorerst den Bäckereibetrieb ihres Mannes alleine weiter. Nach einem guten Jahr liess der Vater seine beiden älteren Töchter nachkommen und eröffnete mit ihnen zusammen erfolgreich eine Bäckerei in Paterson, New Jersey. 1910 war es dann soweit, dass auch die inzwischen fast 10-jährige Emmy mit ihrer Mutter in die neue Welt nachreisen durfte. Wie die lange Reise vom beschaulichen Muttenz über das grosse Wasser verlief und wie sich ihr Leben verändert hat, soll hier nicht verraten werden. Das Büchlein ist über den Buchhandel zu kaufen und ein Ansichtsexemplar liegt im Ortsmuseum auf.

Jetzt hoffen wir, dass im neuen Jahr der Elan der AGM ungebrochen erhalten bleibt und die Arbeiten so erfolgreich weitergeführt werden können, wie es im vergangenen Jahr möglich war. Wir sind gespannt, was für Überraschungen uns erwarten.

Barbara Rebmann

Museen Muttenz, Bauernhausmuseum/Ortsmuseum/ u.a.

links The Stories of Emmy, Buch und rechts Museum offen, Fahne
(links) Buchdeckel The Stories of Emmy / (rechts) Fahne Museum geöffnet