Barbara Rebmann

Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, gewusst, dass es im Baselbiet nebst dem grossen kantonalen Museum in Liestal noch 45 weitere Museen gibt? Und können Sie sich vorstellen, was diese alles sammeln? Nicht nur die überall gleichen Zeugnisse vergangener bäuerlicher Lebenswelten. Es gibt tatsächlich einige Museen die neben Alltagsgütern exklusive Spezialsammlungen betreuen, wie beispielsweise Velo-Solex, Kutschen, Krippen, Spielzeug, Gläser oder Schmuggler- und Henker-Utensilien. Dazu werden auch verschiedene Sammlungen und Nachlässe von bekannten Baselbieter Künstlern betreut, so wie hier in Muttenz der Nachlass des Malers und Illustrators Karl Jauslin.

Leider wissen selbst die in den Museen engagierten Mitarbeiter oft nur wenig über die Sammlungsbestände der anderen Baselbieter Museen. Zeit und Interesse konzentrierten sich in früheren Zeiten zumeist nur auf die eigene Sammlung. Immerhin treffen sich in den beiden „Fachtischrunden“ – die eine für das obere, die andere für das untere Baselbiet und das Birseck – Museumsleute zum gegenseitigen intensiven Gedankenaustausch. Auf diese Weise haben alle gelernt, sich etwas über den „Museumsgartenzaun“ hinaus auszutauschen. Denn die Diskussionen in den Fachtischrunden zeigen, dass die meisten Museen mit den gleichen Problemen kämpfen: mit Fragen der sachgerechten Lagerung der Objekte, mit dem langsam schwindenden Wissen um die Funktion dieser Objekte und vor allem mit Fragen zur Inventarisierung.

Nun hat sich der Verein KIM.bl (Kooperationsinitiative Museen Basel-Landschaft) dieser zentralen Probleme angenommen und ist zusammen mit dem Museum.BL federführend in der Entwicklung eines gemeinsamen Baselbieter Kulturgüterportals. Hier sollen sich in wenigen Jahren alle regionalen Museen mit ihren Sammlungen präsentieren können. Damit soll Forschern und Ausstellungsmacherinnen der Zugang zu Objekten geöffnet und der Informationsaustausch unter den Museen vereinfacht werden. Ziel ist es, dass die in den Depots lagernden Schätze über Internet öffentlich zugänglich gemacht werden und Wissen quasi weltweit ausgetauscht und sicher bewahrt werden kann. Gleichzeitig soll den Museen so auch die Möglichkeit geboten werden, sich gemeinsam und nicht als Konkurrenten präsentieren und vermarkten zu können. Die anfallenden hohen Projektkosten sind vorerst durch die Stiftung Museen Basel-Landschaft und den Lotteriefonds gedeckt. In späteren Zeiten soll das Portal durch einen moderaten Jahresbeitrag der angeschlossenen Museen finanziert werden.

Mitglieder des Vereins KIM.bl erhalten die Möglichkeit, ihre Sammlungen über Internet in einer zentralen Datenbank mit einheitlichen Kriterien zur Erfassung und Verschlagwortung bewirtschaften zu können. Als Pilotmuseen, ohne vorher bestehende Datenbank, haben Binningen, Bottmingen, Laufen und Reigoldswil die neue Form der Online-Dateneingabe übernommen und sammeln damit erste Erfahrungen.

Die Arbeitsgruppe Museen Muttenz hat sich entschieden, per sofort ebenfalls diesem Verein beizutreten, um von der regionalen Vernetzung profitieren zu können. Dieser Schritt wird aber vorerst kaum Veränderungen für unsere schon weit fortgeschrittene Inventarisierungsarbeit nach sich ziehen.

2004 hatte die Schreibende für die Muttenzer Sammlungen, mangels erprobter und zahlbarer Produkte, zusammen mit „Wassermann-Informatics“ die Datenbank MuseumPRO entwickelt, die inzwischen von mehreren Museen in der Region genutzt wird. Dieses Programm wird nun überarbeitet und passende „Schnittstellen“ werden eingebaut, damit unsere Daten in Zukunft periodisch in die grosse Datenbank eingespielt werden können.

Die Museen Muttenz sind nun als allererste „Piloten“ für die Datenmigration aus Drittsystemen am KIM-Projekt beteiligt. Wir können also weiterhin unsere vertraute Datenbank MuseumPro benutzen und zudem in Zukunft von dem webbasierten Kulturgüterportal profitieren – damit ausnahmsweise mal den Fünfer und das Weggli in Händen halten.

Museen Muttenz, Bauernhausmuseum/Ortsmuseum/ u.a.

links Verzeichnis wo Gegegenstand vorhanden und rechts  Leitspruch KIM.bL  (Kooperationsinitiative Museen Basel-Landschaft): Gemeinsam in die digitale Zukunft !
Bild 1 (links): In Zeile 2 ist ablesbar, in welchem Ortsmuseum ein Objekt vorhanden ist
Bild 2 (rechts): Leitspruch KIM.bl (Kooperationsinitiative Museen Basel-Landschaft)