Barbara Rebmann

Wie jedes Jahr findet am letzten Samstag der Herbstferien auch heuer wieder der Arbeitstag vor dem Bauernhausmuseum statt. Die Vorbereitungen hierzu sind vielfältig. Die benötigten Gerätschaften warten ein ganzes Jahr auf ihren grossen Auftritt. Im Unterschied zu den gleichartigen Objekten in den Depots oder auf dem Estrich des Ortsmuseums haben die des Bauernhausmuseums die Möglichkeit, einmal im Jahr ihre ursprüngliche Funktion wieder auszuüben.

Die lange Wartezeit ist der Hauptgrund dafür, dass wir für die Vorbereitungen genügend Arbeitsstunden einplanen müssen. So werden die „Suurchruttstande“ und die Abdeckbretter gründlich gereinigt. Alle Holzteile der Traubenpresse und der Obstmühle müssen gewässert werden. Sie sind während der langen Wartezeit ausgetrocknet und geschrumpft - oder wie man früher sagte „verlächnet“. Würde man sie in diesem Zustand einsetzen, wären die Holzbehälter und Bottiche nicht dicht. Der kostbare Saft würde durch die Spalten fliessen und vom Holz selber aufgesogen. Damit dieses nicht geschehen kann, werden die Holzteile wie in früheren Zeiten im nahe gelegenen Dorfbrunnen gewässert. So schwimmen diese schon am frühen Morgen des Arbeitstages im Wasser und saugen sich voll. Vorausgehend reinigen Mitarbeiter des Werkhofes jeweils den Brunnentrog und lassen neues sauberes Wasser einlaufen. Sollte es nach dem Genuss unseres frisch gepressten Mostes zu einer „beschleunigten Darmtätigkeit“ kommen, so kann das also nicht am Brunnenwasser liegen.

Wie jedes Jahr sind auch unsere freiwilligen Helfer und Lieferanten schon vorher im Einsatz. So organisieren sie beispielsweise die nötigen Trauben und Äpfel für das Mosten oder sie sind auf der Suche nach den weissen Rüben, welche dann vor Ort eingesalzen werden. Auch die Kabisköpfe und das Spezialgewürz für das Sauerkraut dürfen natürlich nicht fehlen. Je nach Verlauf des Sommers kann es durchaus schwierig sein, die nötigen Gemüse und Früchte in angemessener Qualität und Menge zu dem Zeitpunkt zu finden. Aber wie immer, sind wir zuversichtlich, dass es auch diesmal klappen wird. Was sicher bereitstehen wird, sind die üblichen süssen und salzigen „Versuecherli“ aus der Bauernhausküche.

Als besondere Attraktion haben wir in diesem Jahr einen Schmied eingeladen. Er und seine beiden Lehrlinge werden uns zeigen, wie man aus einem rohen Stück Eisen ein brauchbares Objekt für Haus und Hof hämmert. Was genau entsteht, können Sie dann vor Ort sehen. Zum Schmieden werden sie eine fahrbare Feldesse mitbringen, in welcher dann das Eisen geheizt und zum Glühen gebracht wird. In Muttenz gab es früher mehrere Schmitten, die aber nach und nach aufgegeben wurden oder heute als metallverarbeitende Betriebe mit unterschiedlichem Angebot im Industriegebiet angesiedelt sind. Die metallenen rhythmischen Klänge des Hämmerns gehörten früher zum dörflichen Alltag. Diese Geräusche, die damals ein heimeliges Gefühl erzeugt haben, werden heute leider oft als Lärmbelästigung empfunden.

Kommen Sie also am Samstag, den 13. Oktober, von 14-17 Uhr zum Bauerhausmuseum und sehen und hören Sie dem Schmied bei seiner Arbeit zu. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Wie gewohnt findet am Arbeitstag kein Brotverkauf statt. Am 28. Oktober ist die letzte Gelegenheit, einen duftenden Zopf oder ein knuspriges Buurebrot zu kaufen, eine feine Wääie zu geniessen und einen Rundgang durch das Museum zu machen. Danach schliesst das Bauernhausmuseum bis zum nächsten Frühling.

Traditionelle „Schmitti“ um 1900 und Schmied Jakob Gutknecht an der Esse, 1970er Jahre
1. Traditionelle „Schmitti“ um 1900 --- 2. Schmied Jakob Gutknecht an der Esse, 1970er Jahre