Barbara Rebmann

Nachdem wir bereits im letzten Sommer mehrfach über unsere Putzaktionen berichtet haben, geht es auch heuer im gleichen Stil weiter. Wie Sie als treue Leser und Leserinnen bereits wissen, wird jedes Jahr zu Saisonbeginn im Bauernhausmuseum die „Früehligsputzete“ durchgeführt. So haben sich auch in diesem April die Mitglieder der Arbeitsgruppe Museen (AGM) an einem Samstagvormittag an die Arbeit gemacht und mit Besen, Staubsauger und Lappen unzählige Spinnweben und „Muus-Cheigeli“ entfernt, abgestaubt und durchgelüftet. Die Betten wurden frisch bezogen, die ausgestellte Wäsche und die Vorhänge gewaschen und das Office wieder in Betrieb genommen. Für die Krabbeltiere im Bauernhaus ist die ruhige Winterzeit vorbei, denn es werden wieder regelmässig Brote gebacken, Führungen durchs Haus organisiert und Hochzeitsapéros ausgerichtet. Die Agenda ist bereits gut gefüllt.

Wie Sie ebenfalls schon gelesen haben, wird die Karl Jauslin-Sammlung im nächsten Jahr neu gestaltet. Diese simple Ankündigung ist aber eine logistische Knacknuss und bringt für die AGM im Vorfeld wieder grossangelegte Räumungsaktionen mit sich. Die im jetzigen Ausstellungssaal eingebauten vier metallenen Schubladenschränke, in denen viele hundert Jauslin-Zeichnungen und persönliche Dokumente liegen, sollen im sogenannten Depot Nord des Ortsmuseums ihren neuen Standort erhalten. Das bedeutet, dass hier erst einmal leergeräumt, gereinigt, staubsicher abgedichtet und eine sinnvolle neue Raumordnung geschaffen werden muss. Es gibt vorgängig viele Materialien zu entsorgen, welche die einstigen „Museumsväter" in der Annahme aufbewahrt hatten, man könne sie vielleicht doch noch irgendeinmal gebrauchen. Viel „Baumaterial“ hat sich auch einfach angesammelt, als die Geschichtsausstellung 1998 neu konzipiert und 2008 die „kalte Küche“ eingebaut wurde. Kommt Ihnen so etwas bekannt vor?

Mitte April hat sich die AGM zum ersten Mal an die Arbeit gemacht und dabei auch manche in Vergessenheit geratene Kostbarkeit entdeckt. Hinter den Regalen sind unter anderem Kopien historischer Baupläne eingelagert, so etwa zum alten Gemeindehaus, zum heutigen Feuerwehrgebäude und zu Wasserleitungen in den Quartieren u.v.m. Hier muss nun abgeklärt werden, ob diese nicht sinnvoller im Archiv der Bauverwaltung aufgehoben sind oder eben als Kopie entsorgt werden dürfen. Aus Platzgründen können wir nicht alles bei uns behalten.

Ebenfalls im Depot Nord sind die gesamten Jahrgänge des noch in der Druckerei Hochuli gedruckten Muttenzer Anzeigers eingelagert - teils jahrweise gebunden, teils nur gebündelt und alle leider nicht vor Staub geschützt. Da Zeitungspapier besonders rasch vergilbt und brüchig wird, muss nun rasch gehandelt werden. Die zusammengefalteten Ausgaben müssen sorgfältig aufgeschlagen, abgesaugt und flach in eigens hierfür angefertigte holz- und säurefreie Archivschachteln gelegt werden. Die Erhaltung dieses Bestandes ist äusserst dringlich, da der Muttenzer Anzeiger weder im Staatsarchiv BL noch sonstwo archiviert wurde, also eine im doppelten Wortsinn einmalige Quelle zur Ortsgeschichte ist. Wünschenswert wäre eine Digitalisierung all dieser Jahrgänge, um sie besser der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Doch wird das wohl ein utopischer Wunsch bleiben.

Spätestens im Herbst muss dann das Depot so hergerichtet sein, dass mit dem Verschieben der Planschränke und dem Abbau der jetzigen Karl Jauslin-Ausstellung begonnen werden kann. Wir hoffen, dass es in beiden Seitendepots des Ortsmuseums dann genügend staubsicheren Lagerplatz haben wird.

Museen Muttenz
1. Die offen gelagerten Zeitungsbündel müssen aufgemacht und abgesaugt werden. --- 2. Monika Schopferer und Ruedi Bürgin beim Sortieren. --- 3. Hildegard Gantner sorgt derweil für den klaren Durchblick.