Peter Habicht, Historiker

Mit der Karl-Jauslin-Sammlung verfügt Muttenz bekanntlich über einen kulturgeschichtlichen Schatz von überregionaler Bedeutung. Nun ist die EDV-Inventarisierung, mit der im Frühling 2010 begonnen wurde, abgeschlossen.

Wobei wir vielleicht besser sagen, dass eine Grundlage gelegt wurde. Denn die Arbeit an einer Datenbank ist nie zu Ende. Es gibt immer etwas zu verbessern und zu korrigieren, eine neue Beschäftigung mit dem Illustrator und Historienmaler wird wiederum neue Ergebnisse zeitigen, und natürlich wächst die Sammlung fortlaufend. Umfasste das handschriftliche Inventar von Dr. Hildegard Gantner, welche die Sammlung 35 Jahre lang betreut hat, noch etwas mehr als 3200 Einträge, so sind es nun, im Dezember 2013 , 5060 Inventarnummern. Da sich in den Büchern und Kalendern meist mehr als nur eine Jauslinillustration findet und dieser zudem viele Blätter beidseitig bemalte, mussten insgesamt 7900 Photographien und Scans hergestellt werden. Dabei erwies sich das Photografieren der grossformatigen Werke aufgrund der limitierten technischen Möglichkeiten als schwierig. Wichtig war hier in erster Linie, dass man ein Werk in der verkleinerten Abbildung der Datenbank gut erkennt. Für die kleinformatigen Werke, die den Grossteil der Sammlung ausmachen, liegen jedoch Scans in druckfähiger Auflösung vor. Zudem wurden alle Werke vermessen, mit Schlagworten (und vereinzelt mit weiterführenden Angaben) versehen und einem klar definierten Standort zugewiesen. Dies ermöglicht ein rasches Auffinden und wird die Betreuung der Sammlung in Zukunft wesentlich erleichtern.
Doch soll die Datenbank nicht nur intern genutzt werden, sondern auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Dies geschieht zunächst im Ortsmuseum, wo sie im Verlauf des nächsten Jahres aufgeschaltet wird und anlässlich des Museumsbesuchs eingesehen werden kann. Zudem wird zurzeit abgeklärt, ob und wie sie in absehbarer Zukunft auch im Internet zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit Hilfe der Datenbank lässt sich das umfangreiche Werk Jauslins gut überblicken. So verfügt die Sammlung beispielsweise über 140 Gemälde unterschiedlichen Formats. Wesentlich umfangreicher ist sein zeichnerisches Schaffen. Die 750 Buch- und Kalenderillustrationen zeigen Jauslin nicht nur als begnadeten Zeichner mit sicherem Gespür für ausgewogene Komposition, sondern auch und vor allem als Zeugen seiner Zeit. Sie sind deshalb von grossem kulturhistorischem Interesse. Zu erwähnen sind auch die über 1000 Kostümskizzen, die Jauslin für diverse Festzüge und für die Basler Fasnacht entwarf. Letztere wurden anlässlich der Sonderausstellung "Jauslin und die Basler Fasnacht", die im Frühling 2011 viele Besucher und Besucherinnen anzog, gezeigt.

Last but not least bildet die Datenbank eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage für die Neuausstellung der Karl Jauslin-Sammlung, welche im August 2014 eröffnet werden soll. In ihr werden vor allem die Festzüge und die Illustrationen eine prominentere Rolle spielen als bis anhin, da sie heutige Betrachter doch unmittelbarer ansprechen als die doch etwas überholte Historienmalerei. Wir würden uns freuen, wenn wir dannzumal möglichst viele von Ihnen an der Vernissage begrüssen dürfen.

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