von Barbara Rebmann

Für die Arbeitsgruppe Museen (AGM) war es wieder ein abwechslungsreiches Jahr, denn in allen Museumsräumen hat sich viel getan.

Im Frühjahr diente das Ortsmuseum dem Amt für Kultur als Tagungsort. Dieses Gremium hatte vor drei Jahren einen Beitrag von Swisslos (ehemals Lotteriefonds) an das Inventarisierungsprojekt der Karl Jauslin-Sammlung befürwortet. Durch Peter Habicht liess es sich ausführlich über den Stand der Inventarisierung und die geplante Ausstellung orientieren. Die Arbeiten im Vorfeld der Neuausstellung sind unter der Federführung von Gemeinderätin Franziska Stadelmann inzwischen schon weit gediehen. Gemeinsam arbeiten Mitglieder der AGM, Mitarbeitende der Abteilungen Hochbau und Kultur der Gemeindeverwaltung, der Historiker Peter Habicht und der Gestalter Domo Löw an der Feinplanung. Die 22 Jahre alte Ausstellung wurde am 24. November 2013 nach einer gutbesuchten Finissage geschlossen.
Für das zeitaufwändige Projekt der Säuberung und Archivierung des Bestandes an alten Muttenzer Anzeigern, konnte unsere langjährige freie Mitarbeiterin Claudia Castrischer gewonnen werden. Frühe Jahrgänge waren jahrweise zu Büchern gebunden, dies vereinfachte die Aktion etwas. Aber die vor 20 Jahren mit Klebestreifen zusammengehefteten Zeitungsbündel musste sie vorsichtig mit viel Fingerspitzengefühl öffnen. Anschliessend saugte sie den Staub ab, glättete die einzelnen Nummern und legte sie in holz- und säurefreien Archivschachteln ab. So wird der Zersetzungsprozess des Zeitungspapiers etwas gebremst und eine unwiederbringliche, ab 1948 lückenlose Quelle zur Muttenzer Geschichte ist vorerst gerettet. Um sie aber für die Zukunft zu sichern, sollten alle Jahrgänge in absehbarer Zeit digitalisiert werden können. Denn nirgendwo sonst, nicht einmal im Staatsarchiv Baselland, wurde unsere Lokalzeitung archiviert.
Der offene Treppenaufgang in den Museumsestrich konnte endlich mit einer dichten Wand verschlossen werden. Jetzt können weder Ungeziefer noch Kälte in die Ausstellungsetage herabkriechen. Nun müssen nur noch die aus den 1970er Jahren stammenden Ausstellungsstellagen im Vorraum in die Depots umgelagert werden. Die meisten der hölzernen Werkzeuge und Schaustücke aus Wagner-, Küfer- und Schreinerwerkstätten sind jedoch stark verwurmt, so dass sie zuerst begast oder zum Teil leider ganz entsorgt werden müssen.
Im Geschichtssaal des Ortsmuseums wurden in einigen Seitenvitrinen bereits neue thematische "Mini-Ausstellungen" arrangiert. Damit können wir Ihnen, liebe Museumsgäste immer wieder neue Einblicke in unsere sonst verborgenen Sammlungsbestände gewähren.

Im Bauernhausmuseum begann nach dem ausgedehnten Frühjahrsputz die "Saison". Pünktlich zur Eröffnung gab es in unserem Schweinestall Nachwuchs. Nun ist auch ohne erklärende Beschriftung erkennbar, wer früher hinter der massiven Holzklappe gelebt hat.
In den Sommerferien boten wir dieses Jahr nur eine einzige Backaktion für den Ferienpass an. Für die Betreuung der zehn Kinder waren vier AGM-Mitglieder nötig, knapp die Hälfte unserer kleinen Arbeitsgruppe. Gewohnt routiniert wurden neben dem Alltagsgeschäft dann auch die „Stuubede“ im Juli, diverse grosse und kleine Apéros und der Herbst-Arbeitstag vor dem Bauernhausmuseum abgewickelt. Der Backofen in der Bauernhausküche kam wie immer kaum zum Auskühlen. Nur allein für den Verkauf an den sechs Museumssonntagen wurden neben unzähligen „Wääie“ rund 250 Zöpfe und 450 Brote gebacken. Zum Jahresende zog dann "das ratternde und dampfende Weihnachtsfenster" viele grosse und kleine Besucher und Besucherinnen an.

Die AGM dankt all jenen, die unsere Museumsarbeit auf vielfältige Weise unterstützen und damit ihr Interesse an der Muttenzer Kulturgeschichte bekunden.

Bildbeschreibung von links nach rechts: Joggi im Fenster, Einquartierung Ferkel, Claudia am Saugen der Dokumente
Bildlegende von links nach rechts:
Joggi im Fenster // Einquartierung Ferkel // Claudia am Saugen der Dokumente