von Barbara Rebmann

Am 1. März übernahm die Arbeitsgruppe Museen (AGM) die Schlüssel des ehemaligen "Kleinzeughauses" auf dem Geispel. Hier sollen künftig die schweren, sperrigen und wenig betreuungsintensiven Sammlungsobjekte untergebracht werden, welche seit Jahren an unterschiedlichen Standorten eingelagert sind. Die AGM will nun nicht einfach mit dem historisch gewachsenen und später aus Platz- und Zeitnot entstandenen Depot-Wirrwarr weiterfahren. Die Platzierung der Objekte soll nach einer festgelegten Systematik und möglichst platzsparend erfolgen. Diese Aufgabe tönt einfach, ist aber leider nicht so schnell zu lösen.
Da eine Umlagerung im Schulhaus Donnerbaum am meisten drängt, fingen wir hier mit den Vorbereitungen an. Die seit Jahren hier eingelagerten Objekte konnten aber nicht einfach nur ihren Standort wechseln. Bis auf ein paar wenige mussten sie alle zuerst mit den nötigen Minimalangaben dokumentiert und fotografiert werden. Insbesondere wurde der Zustand jener Objekte kritisch beurteilt, die im grossen Palettregal ganz oben hinten untergebracht waren. Vor vielen Jahren waren sie dort eingelagert und seither nicht mehr kontrolliert worden. In aller Ruhe und mit guter Verpflegung konnten sich daher - wie aus der Nähe dann unschwer erkennbar war - in den Holzobjekten und den teilweise textilen Polsterungen „Holzwurm und Co.“ fleissig vermehren. Diese Objekte dürfen nun nicht unbehandelt samt allfällig noch lebender "Untermieter" in das neue Geispel-Depot verschoben werden. Sie warten bereits schön palettiert auf ihre Begasung in einer Spezialfirma. Die inzwischen freigewordenen Hochregale werden es uns ermöglichen, all jene Sammlungsgüter die ausserhalb unserer eigenen Depoträume im Schulhaus eingestellt sind, nach dem Inventarisieren in eine übersichtliche Ordnung bringen zu können.
Die Terminierung der ersten drei Transporte aus dem Depot war eine zusätzliche Herausforderung. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, sollten sie in der ersten Woche der Schulferien stattfinden. Zu der Zeit waren aber mehr als die Hälfte der im Depot aktiven AGM-Mitglieder entweder in den letzten Fasnachtsvorbereitungen oder genossen längst gebuchte Ferien. Das hiess für uns bereits ab Februar Stück um Stück dokumentieren und zum Abtransport bereitstellen. Die minimale Inventarisierung der 70 vorbereiteten Objekte erforderte viel Zeit und deren Platzierung auf 11 Paletten zusätzlich noch einiges an Muskelkraft.
Auch nach unserem ersten Umzugstag wird weiter gereinigt, kontrolliert, inventarisiert, fotografiert und palettiert. Anfang April müssen dann auch die Objekte, welche den Winter über im Scheunengang und im Schopf des Bauernhausmuseums zwischengelagert waren, baldmöglichst inventarisiert und ins Geispel-Depot gezügelt werden. Denn am letzten Aprilsonntag wird schon wieder die diesjährige Bauernhaussaison eröffnet.
Nach rund 40 Jahren des Sammelns und Einlagerns sind wir nun endlich auf dem Weg zu einem übersichtlichen Sammlungsinventar. Dessen Vollendung ist allerdings noch in ferner Zukunft und es gilt in den kommenden Jahren einige tausend Arbeitsstunden zu leisten.
Bei allen, die uns mit Körpereinsatz, Transportfahrzeugen und sonstigen Hilfestellungen beigestanden haben, möchten wir uns an dieser Stelle schon ein erstes Mal ganz herzlich bedanken.

 

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Diese Datei herunterladen (HdkdMM_24.03.2014_Die_erste_Museumszuglete_Bildertafel.pdf)Bildertafel zu Hinter den Kulissen der Gemeinde Muttenz vom 24. März 2014 : Die erste Museumszüglete1125 kB