von Barbara Rebmann

Bei der Arbeitsgruppe Museen (AGM) herrschte anfangs 2014 erwartungsvolle Aufbruchsstimmung und es hat sich dann auch viel getan:

Im Januar stand im Ortsmuseum ganz oben auf der Dringlichkeitsliste das Instandstellen der beiden schmalen Seitendepots. Da die Museen über kein geeignetes Bilderlager verfügten, war es nur mit einer ungeziefer- und staubdichten Vertäfelung vertretbar, die rund 5‘000 nicht ausgestellten Jauslin-Originale in diesen Räumen langfristig einzulagern. Dass beide Seitendepots schon seit vielen Jahren hätten aufgeräumt werden müssen, zeigten dann auch die unzähligen toten Motten, Fliegen und Spinnen. Auch standen da noch die ausgetrockneten Farbkessel, Pinsel, Leim-, Karton- und Holzresten von der letzten Ausstellungsgestaltung und Renovation anno 1998 – nun endlich wurde radikal ausgeräumt und entsorgt.

Als wir im Frühling das neu angemietete Depot im Geispel beziehen konnten, brachte uns der anlaufende Umbau im Ortsmuseum eine willkommene Entlastung. So konnten wir bis Ende Juli die Verantwortung für den Karl Jauslin-Saal getrost der Bauverwaltung der Gemeinde überlassen und voller Freude die spannenden Veränderungen verfolgen.

Der Frühjahrsputz im Bauernhausmuseum musste in diesem Jahr in zwei Etappen durchgeführt werden – dies aufgrund der umfangreichen Neuzugänge die in Schopf und Scheune hatten überwintern müssen. Erst wenige Tage vor Saisoneröffnung konnten diese Objekte endlich zur Begasung gebracht und danach der Ökonomieteil mit Besen und Staubsauger aufgefrischt werden.

In den Sommerferien stand im Bauernhausmuseum dann für eine Ferienpassaktion „Backen im Holz-Oofe“ die halbe Arbeitsgruppe einen Nachmittag im Einsatz. Mit dabei unser frisch zertifiziertes AGM-Mitglied Monika Schopferer. Über ihre Arbeit „Die Muttenzer Hebamme Margrit Rahm“, als Abschluss des Grundkurses Museumspraxis, hat sie ja bereits selber berichtet. Ihre Erfahrungen im Erarbeiten eines Ausstellungsthemas werden wir im nächsten Jahr hoffentlich für Neues nutzen können.

Eng eingeklemmt zwischen „Jazz uf em Platz“ und der 1. August-Feier fand Ende Juli bei schönstem Wetter die „Stuubede“ statt. Der Anlass wird übrigens 2015 auf den Anfang der Sommerferien vorverschoben.

Wenige Tage vor Eröffnung der neuen Jauslin-Ausstellung stand zum Schrecken aller plötzlich eine der Toiletten im Ortsmuseum unter Wasser. Wenig später wölbten sich dann auch auf der anderen Hausseite im grossen Geschichtssaal Bodenbretter und Sockelleisten. Im Eiltempo mussten die alten Installationen repariert werden, damit die Ausstellung „Karl Jauslin – Zeuge seiner Zeit“ trockenen Fusses begangen werden konnte. Die knapp hundert geladenen Gäste an der Vernissage vom 30. August waren sich einig: Die neu eingezogenen Wände mit dem leuchtend farbigen Anstrich bringen die Werke perfekt zur Geltung. Viele begeisterte Kommentare und Glückwünsche im Gästebuch bestätigen das. Einziger Wehmutstropfen war, dass einige, extra von auswärts angereiste, betagte Jauslin-Fans die steile Treppe in die Museumsetage nicht schafften. Auf dem Vorplatz mussten sie enttäuscht auf die Schilderungen ihrer Begleitung warten.

Am Herbstarbeitstag standen vor dem Bauernhausmuseum dann die Sauerkraut-Fans mit ihren Einmachgläsern bereit, darunter zu unserer Enttäuschung nur zwei Einheimische. Hingegen hobelten zahlreiche ausländische Gäste unter anderem aus Polen, Spanien, USA, Chile und Ecuador auf unseren historischen Geräten und mit  fachkundiger Anleitung die zwanzig grossen Kabisköpfe.

Ende Oktober besuchte uns dann die sogenannte Museumsfachtischrunde des unteren Baselbiets. Diese Runde schliesst sich aus Mitarbeitenden der Ortsmuseen zusammen, die sich zweimal jährlich zum fachlichen Gedankenaustausch treffen. Peter Habichts Jauslin-Führung gespickt mit Hintergrundinformationen zu Planung, technischer Ausführung und Kosten, begeisterte alle Anwesenden und die grosszügige Finanzierung der Neuausstellung durch die Gemeinde machte unsere Gäste richtig neidisch. Das Backteam aus dem Bauernhausmuseum erhielt beim abschliessenden Apéro grosses Lob für die ofenwarmen, exzellenten Kreationen.

Unser „Hääfeli-Märt“ im Weihnachtsfenster des Bauernhausmuseums hat bereits einige Besucherinnen und Besucher animiert, unsere Hääfeli-Sammlung um einige spezielle, historische Einzelstücke zu ergänzen. Herzlich Dank.

2014 war rückblickend in beiden Museen und Depots ein geschäftiges und abwechslungsreiches Jahr, welches wir nun mit einer Museumspause bis zum letzten Januarsonntag ausklingen lassen. Dann werden wir 2015 mit neuem Schwung weitermachen.

Auf dem ersten Bild sehen Sie eine gut besuchte Führung der Jauslin-Ausstellung. Auf dem zweiten Sauerkraut-Fans am Kabishobel und auf dem dritten die Ferienpassgruppe in der Bauernhaus-Backstube