von Barbara Rebmann

Bei der Suche nach dem diesjährigen Thema für unser alljährliches Weihnachtsfenster halfen uns diesmal der Zufall und unser Museumsassistent Beat Zimmermann. Der junge Kulturwissenschaftler hatte während eines kleinen Projektpensums in den Depots für uns gearbeitet. Im Zuge einer Datenbank- und Standortkontrolle fand er Ungereimtheiten, welche er zu einem grossen Teil sofort ausbügeln konnte. Zum Abschluss seines Einsatzes übergab er uns dennoch eine Fehlerliste, welche wir im Anschluss dann selber entwirren sollten.

Eines der fehlerbehafteten Themen war die Hutsammlung. Bei den rund 40 Objekten unter dem Suchwort „Kopfbedeckung“ haben wir nebst der eher eintönigen Hutmode der Männer mit Zylinder, Melone oder Strohhut eine grosse Vielfalt bei den Frauenmodellen. Dies sind unter anderem einige Brautkränze und Spitzenhauben aus dem frühen 19. Jahrhundert, eine Biedermeier-Schute (Strohhaube) geschmückt mit Seidenbändern und künstlichen Blumen und ein Pariser Tannzapfenhütchen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Zu den vielen weiteren historischen Alltagshüten aus der Zeit vor 1900 besitzen wir zusätzlich auch noch jüngere Modelle, welche bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts getragen wurden.

Irgendwann beim Inventarisieren hatte uns vor Jahren der Fehlerteufel dazwischen gefunkt. Die schönsten Modelle fehlten einfach in unserer Datenbank. Also trugen wir alle Kopfbedeckungen aus den verschiedenen Regalen zusammen und legten sie auf den Tisch. Die Ausbeute war grösser als die Tischfläche Platz bot. Anschliessend bereiteten wir ein neues Depotregal vor, wo die nunmehr richtig benannten und in der Datenbank korrekt dokumentierten Kopfbedeckungen gemeinsam eingeordnet wurden. Im Zuge dieser Hutkontrolle entstand die Idee, unsere ganze Kollektion im Weihnachtsfenster zu zeigen. Dieses Jahr also ein Thema, welches eher die Damen anspricht, nachdem sich im letzten Jahr vor allem die „Buben“ an Joggi Zumbrunns Dampfmaschinen erfreuen durften.

Anfangs des 20. Jahrhunderts gingen sowohl Frauen als auch Männer nur „behütet“ in die Öffentlichkeit – so gehörte es zum guten Ton. Dies hat sich dann nach den Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges langsam gelockert und Damenhüte kamen nicht mehr im Alltag, sondern immer mehr bei speziellen Anlässen als modisches Accessoire zum Einsatz. Bei den Männern hingegen war es bis weit in die 1960er Jahre durchaus üblich Hüte zu tragen. In der „Hippie-Mode“ der 1960er bis 1980er Jahre trugen dann wieder viele junge Männer und Frauen Hüte, diesmal aber in eher ausgefallenen Formen und oft schrillen Farben. Sie erinnern sich noch?

Im Bauernhausmuseum sind wir inzwischen bereits an der Arbeit. Knifflig zu lösen war die Frage, wie die Hüte am besten aufzustellen sind. Hutständer haben wir zwar auch in der Sammlung. Aber diese historischen Stücke sind so schön gearbeitet, dass wir sie lieber ganz und ohne Hut zeigen möchten. Auch diesmal kommen natürlich die kreativen Seiten der AGM-Mitglieder wieder einmal voll zum Einsatz – Sie werden es sehen.

Mehr soll nun also in diesem Bericht nicht mehr verraten werden. Kommen sie doch vorbei beim Bauernhausmuseum im Oberdorf. Das Weihnachtsfenster wird geöffnet am 6. Dezember um 18 Uhr abends und bleibt bis zum 6. Januar beleuchtet. Es darf natürlich auch ohne Hut besucht werden. Für das leibliche Wohl wird auch diesmal das versierte AGM-Backteam sorgen.

Diverse Impressionen der Hutsammluing zurück bis 1870.