von Barbara Rebmann

Ausnahmsweise nicht beim gewohnt warmen und schönen Herbstwetter führte die Arbeitsgruppe Museen (AGM) ihren Arbeitstag vor dem Bauernhausmuseum durch. Wie jedes Jahr wurden Kabisköpfe gehobelt und zu „Suurchrutt“ eingesalzen und die weissen Rüben zu langen Schnüren geschnitten und zu „Suurrüebe“ eingesalzen. Um sich nicht allzu schnell auszukühlen, wurde dieses Jahr einfach etwas schneller gehobelt und am Rübenschneider gekurbelt. Dank des heissen Sommers konnten wunderbar süsse Äpfel und zuckersüsse Trauben vermostet werden. Das nasskalte Wetter hatte den Vorteil, dass uns die Wespen nicht wie üblich belästigten.

Spezialthema waren in diesem Jahr die Holzarbeiten. War nämlich in historischen Zeiten die meiste Feldarbeit vorbei und Heu, Getreide, Kartoffeln und Obst eingefahren, ging es an die Instandstellung der Arbeitsgeräte, die während der Feldarbeit und Ernte im Einsatz gewesen waren. Hauptmaterial für all die grossen und kleinen Geräte war damals zur Mehrheit das Holz. Daraus liessen sich nebst Arbeitsgeräten wie beispielsweise Eggen, Rechen, Dreschflegel und Wasserschöpfer auch Leiterwagen, Möbel, Kinderspielzeuge, Bottiche und vielerlei Alltagsgegenstände herstellen. So waren fast alle Kleinbauern gleichzeitig auch mehr oder weniger begabte Holzhandwerker. Sie lernten früh mit all den vielen Werkzeugen umgehen, um den eigenen Bedarf an Geräten kostenneutral zu decken. Bargeld war zu historischen Zeiten äusserst rar und Baumärkte mit dem nötigen Nachschub gab es nicht. Das Gute am Werkstoff Holz war aber auch damals schon, dass man es immer noch als Brennmaterial nutzen konnte, wenn sich etwas gar nicht mehr flicken oder umarbeiten liess.

Die Arbeiten wurden mit historischen Geräten aus den Museumssammlungen nachgestellt. Dazu wurden Wällebock und Ziehbock, ein grosser Schleifstein sowie Rechenzahnschneider und -hobel bereitgestellt, welche alle den ganzen Nachmittag über in Aktion bewundert werden konnten. Vor allem die Kinder hatten grossen Spass mit den originalen Werkzeugen selber Hand anzulegen. Wie es sich zeigte, war aber alles gar nicht so einfach, wie es bei den etwas geübteren Vorführenden aussah.

Fast ebenso spannend war es, drinnen im Schopf den feinen Schnitzarbeiten zuzusehen. Hier entstand in Feinarbeit ein neues Schild für unsere „Bäsebeiz zum Tschuppeldäni“. Ob es vielleicht noch am letzten Museumssonntag Ende Monat eingeweiht werden kann? Sicher wird es aber in der nächsten Bauernhaussaison zum Einsatz kommen.

Die Vorbereitung des Arbeitstages hatte sich diesmal wieder ziemlich langwierig gestaltet. In den Museumsdepots und dem Bauernhaus hat es zwar unzählige Ziehmesser, aber die waren bedingt durch ihr Alter schon ziemlich abgenutzt.

Damit sich nun weder Vorführende noch interessierte Gäste mit stumpfen und somit abrutschenden Werkzeugen verletzen konnten, wurde ein Messerschleifer gesucht, der die in zwei Richtungen geschwungenen und gerundeten Ziehmesser noch schärfen konnte. In einem Fachgeschäft in Arlesheim wurden wir dann fündig.

Das gleiche Problem stellte sich beim Rechenzahn-Bock. Auch hier war das ehemals scharfe und aus dem Holzblock herausragende Rundeisen krumm und tief in den Holzblock hineingeschlagen und absolut stumpf. Glücklicherweise konnte auch das instand gesetzt werden. Zusätzlich fand sich in einem privaten Fundus ein etwas moderneres Modell, welches bis vor wenigen Jahren in Gebrauch war. Dieses versah dann den Nachmittag über brav seinen Dienst. Somit konnten die Kinder dann auch mit Körpereinsatz und voll konzentriert versuchen, aus einem viereckigen Hölzchen einen runden Rechenzahn zu schlagen. Stolz nahmen sie jeweils das Endprodukt mit heim.

Impressionen des Arbeitstags im Bauernhausmuseum zum Thema Holz