von Barbara Rebmann

Seit nun mehr 16 Jahren findet die volkstümliche „Stuubede“ vor dem Bauernhausmuseum statt. Nach einigen, im Auf- und Abbau der Infrastruktur noch etwas holperigen, Anlässen, hat sich inzwischen alles perfekt eingespielt. Die Arbeitsgruppe Museen (AGM) steht immer an vorderster Front am Buffet und bewirtet die Gäste. Die jeweiligen Partner und Partnerinnen, Verwandte, Freunde und Freundinnen, oder in Zukunft auch Fördervereinsmitglieder, stehen hinter den Kulissen an der Bratpfanne und an den Käse- und Speckmessern. Vor allem aber bedienen sie die Geschirrspüle und hantieren den ganzen Nachmittag mit Trockentüchern, denn seit vielen Jahren nutzen wir bereits Mehrweggeschirr.

In der Regel läuft am Sonntagmorgen ohne viele Worte alles routiniert. Doch das dieses Mal temperaturmässig Ausnahmezustand herrschte, waren doch viele Worte während des Aufbaus der neuen Sonnensegel nötig – 38° waren für diesen Juli-Sonntag angesagt. Um unseren Gästen etwas mehr Schatten zu bieten, wurden deshalb zusätzlich zu den vielen Sonnenschirmen noch „Segel gehisst“. Da dies in der Routine unseres langjährigen Aufbauprogrammes noch nicht verankert war, gab es heftige Diskussionen rund um die Befestigungen und das Abspannen der Seile. Schlussendlich klappte aber dank dem privaten Fundus mehrerer AGM-Leute auch dies und die Segel hielten bis zum Abend.

Schon früh am Nachmittag nutzten Kinder und Hunde den nahestehenden Dorfbrunnen, um sich bei Alphorn- und Ländlerklängen etwas abzukühlen. Mitte Nachmittag wähnte man sich dann plötzlich in New Orleans als die Basler Mittwoch’s Band einmarschierte. Nach einem ersten Platzkonzert auf der Stuubede-Bühne wechselte sie mit den einheimischen Musikanten und Musikantinnen, der Trachtengruppe und dem Jodlerclub ab. Wer Pause hatte suchte Schatten und widmete sich zwischendurch der innerlichen Abkühlung.

Der Jodlerclub Muttenz und seine verschiedenen Kleinformationen gaben ihre Lieder zum Besten. Neben den wunderbaren Harmonien machte auch das leichtere Sommertenue einen äusserst präsentablen Eindruck. Auch die Tänzer und Tänzerinnen der Trachtengruppe hatten mit ihren Kreisformationen gerade genügend Platz im Schatten hinter der grossen Linde.

Die Mittwoch’s Band kühlte dann während ihres nächsten Auftrittes spielerisch erstmal die Füsse im Dorfbrunnen. Mit entsprechenden Hüftschwüngen zur heissen Jazzmusik glitten dann auch noch weitere Körperteile ins kühlende Nass. So gurgelte beispielsweise der Klarinettist sein Solo dann auch direkt ins Wasser.

Eigentlich hätten sich auch die AGM-Mitglieder hinter den Tresen ganz gerne im Wasser etwas abgekühlt, denn die gute Qualität der gelben „Stuubede-Uniform“ ist eher für weniger heisse Temperaturen ausgelegt. Im Zuge der Klimaerwärmung werden wir wohl für den nächsten Anlass eine etwas luftigere Variante unserer Shirts ins Auge fassen. Vielleicht findet sich dazu gar noch ein Sponsor?

Alles in allem war es musikalisch, von der Stimmung und vom Wetter her die heisseste Veranstaltung der Museen Muttenz in den letzten Jahren. Wir hoffen natürlich, dass im nächsten Jahr alle wieder dabei sind, auch wenn es vielleicht nicht ganz so heiss zugehen wird. Damit meinen wir nicht nur die Trachtengruppe und die verschiedenen Musikantinnen und Musikanten und Jodler und Jodlerinnen, sondern vor allem auch unser treues „Stuubede“-Publikum, das sich offensichtlich weder von schlechtem noch von heissem Wetter abhalten lässt. Wir freuen uns auf alle von euch.

Impressionen der Stuubede
Impressionen der Stuubede