von Barbara Rebmann

Am „Cool, chumm und lueg...“ stellte sich auch der frisch gegründete Förderverein Museen Muttenz (FMM) vor. Unter dem Präsidium von Gemeinderätin Franziska Stadelmann, die von Amtes wegen die vielen Nöte der Muttenzer Museen bestens kennt, formierte sich der Vorstand des neuen Vereines, der hoffentlich bald um viele Mitglieder wächst.

Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den letzten Monaten und Jahren immer wieder lesen konnten, haben die wenigen aktiven Mitglieder der Arbeitsgruppe Museen Muttenz (AGM) eine Unmenge vielfältigster Arbeit zu leisten. Zu ihren Aufgaben gehören nämlich nicht nur die in der Öffentlichkeit erkennbaren Veranstaltungen, Ausstellungen und das beliebte „Buurehuusbrot“, sondern vor allem die Sammlungsarbeit, die eben ganz unspektakulär hinter den Kulissen stattfindet. Wer darüber nachlesen möchte, kann sich auf der Webseite der Gemeinde Muttenz in den Textarchiven des Orts- oder Bauernhausmuseums informieren.

Dass die Depots immer noch nicht aufgearbeitet sind, dafür hatten die Museumsinitianten bereits lange vor der Eröffnung des Ortsmuseums im Jahr 1972 gesorgt. Als Mitglieder der Gesellschaft für Natur- und Heimatkunde sammelten sie schon in den frühen 1960er Jahren historische Aufzeichnungen, Fotos, Möbel und Geräte aus dem Dorfleben. Der Umbruch vom bäuerlich geprägten Dorfbild in ein modernes Muttenz motivierte sie, aus vielen für einen Umbau leergeräumten Häusern historische Objekte für die Nachwelt zu retten. So entstand zu einem grossen Teil die Basis der heutigen Museumssammlungen. Für die damaligen Museumsbetreiber war es noch nicht zwingend nötig alles minutiös zu dokumentieren. Im Gegensatz zu heute waren diese Geräte dazumal noch in Gebrauch und alle kannten die alten Dialektbezeichnungen und die Funktionen. Inzwischen hat sich sowohl das Alltagsleben als auch das museale Umfeld stark verändert. Vieles ist heute nahezu unbekannt und muss darum umfassend dokumentiert werden, solange etwa noch Zeitzeugen befragt werden können. Auch wird heute rund um Museumssammlungen viel juristisch korrekte, administrative Arbeit verlangt. Das müssen wir nun alles in unser Inventar einarbeiten, soweit dies rückwirkend noch möglich ist.

Nachdem unser Aufruf nach einem neuen AGM-Mitglied Anfang Jahr keinerlei Reaktionen aus der Bevölkerung zeigte, versuchen wir es nun mit diesem neugegründeten Förderverein. Die Beiträge von mindestens Fr. 20.00 pro Mitglied sollen als hochwillkommener finanzieller Zustupf für spezielle Ausstellungs- oder Veranstaltungsprojekte und die Erhaltung wertvoller Sammlungsstücke eingesetzt werden. Einzelne Mitglieder könnten zu gegebener Zeit auch „materielle Beiträge“ leisten oder anders gesagt die eigene Arbeitskraft oder das persönliche Wissen und handwerkliche Geschick zur Verfügung stellen. Um nur einige Beispiele zu nennen: so helfen uns auch Handarbeitsfachfrauen zum Beschreiben und „Waschweiber“ zum Aufbereiten von Textilien, „Entroster“ für unsere Metallobjekte, „Schuhputzer“ zum Instandhalten von Leder, Fensterputzer und Bodenpflegerinnen, „Lüfter/innen“, „Reporter/innen“ für Senioren-Interviews, Lehrpersonen zur Instandstellung und Vermittlung des Schulkoffers, Gärtner oder Kräuterfrauen für den Bauernhausgarten und viele mehr. Irgendwo in diesem Arbeitsumfeld könnten sich die Mitglieder des Fördervereins nun einbringen ohne eine zeitintensive Vollmitgliedschaft in der Arbeitsgruppe eingehen und die vorgängige fachliche Ausbildung absolvieren zu müssen. Mit dieser Unterstützung soll sich die AGM dann wieder hauptsächlich ihrem Kerngeschäft, nämlich der Dokumentation der Sammlungen widmen können.

Neben aller Arbeit wird natürlich auch die Geselligkeit wie in jedem anderen Verein nicht zu kurz kommen. Die Mitglieder werden beispielsweise die Möglichkeit haben, einen Blick hinter die Kulissen resp. in unsere normalerweise nicht zugänglichen Depoträume zu werfen oder in Workshops und Vorträgen das Museumsleben hautnah zu erfahren. Dies tönt jetzt vielleicht alles etwas trocken, aber wer die “Catering-Abteilung“ der AGM kennt, weiss, dass es nicht so sein wird.

Der Wettbewerb am Stand des Fördervereins zeigte jedenfalls auf, dass Vieles aus unserem lokalen Dialekt und der früheren Lebensweise bereits vergessen ist. Wer geht denn heute noch auf den „Aabee“ oder trägt eine „Junte“ mit einem „Fürtuech“? Brauchen Sie noch ein „Charscht-Höieli“ im Garten oder putzen Sie die Küche mit dem „Strupfer“ und die Pfannen mit dem „Harnisch-Blätz“?

Liebe Muttenzerinnen und Muttenzer werden Sie Mitglied im Förderverein Museen Muttenz. Sie leisten damit eine dringend nötige Unterstützung zur Bewahrung unserer lokalen Identität und unserer Vergangenheit, denn dazu gehören nicht nur die drei Burgen auf dem Wartenberg. Wenn wir heute mit den immer weniger werdenden Zeitzeugen noch ausführlich dokumentieren können, legen wir eine gesicherte Basis für spätere kulturhistorische Studien. Wenn diese Grundlage fehlt, wird in vielen Jahren aus einer veränderten Umwelt und noch ferneren Lebensweise heraus interpretiert. Muttenz soll eine Gemeinde mit Vergangenheit sein und zwar mit einer aufgearbeiteten und korrekt dargestellten Vergangenheit – helfen Sie uns dabei.

Interessierte melden sich per Mail auf FoerdervereinMuseenMuttenz@gmx.ch . Anmeldekarten liegen auch in Muttenzer Geschäften und in den Museen auf.

Nicht verpassen: Volkstümliche „Stuubede im Buurehuus“ am Sonntag, 5. Juli zwischen 11 – 17 Uhr. Auch dort kann man sich anmelden.


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