von Barbara Rebmann

Wie seit vielen Jahren wurde um die Osterzeit herum das Bauernhausmuseum aus seinem Winterschlaf geweckt. Am zweiten April-Samstag rückte um neun Uhr morgens die Arbeitsgruppe Museen (AGM) mit Staubsauger, Besen und Lappen an um Staub, Spinnweben und „Muus-Cheigeli“ aus allen Räumen zu entfernen. Da der Wohntrakt den ganzen Winter über geschlossen und unbeheizt war, mussten dort die Möbel genau auf eventuelle Schimmelspuren untersucht werden. Solche entstehen, wenn die Luftfeuchtigkeit in Räumen über längere Zeit zu hoch ist und nicht gelüftet wird. Nur an einer Stelle mussten Desinfektionsmassnahmen eingeleitet werden, sonst war alles in Ordnung. Vorhänge, Bettbezüge und die aufgehängte Wäsche auf der „Schopfbühni“ waren in der Winterpause ebenfalls schon mit der nötigen Sorgfalt  gewaschen worden.

In Stall und Schopf wurden die anlässlich der Weihnachtsfenstereröffnung zusammengeschobenen landwirtschaftlichen Geräte wieder an ihren üblichen Standplatz gestellt und die dürren Blätter der letzten Winterstürme aus den Ecken gesaugt. Auch in der Stube wurde das Mobiliar an seinen Platz zurückgestellt und die zusätzlich angebrachten elektrischen Installationen der Weihnachtsfensterbeleuchtung entfernt. Langsam entwickelte sich der weihnächtliche „Hääfelimärt“ wieder zurück zur guten Stube, so wie sie die letzten Bewohner des Bauernhauses noch genutzt haben könnten.

Im ehemaligen Schweinestall und heutigen Office wurden „Yys-Chaschte“, Kaffee- und Spülmaschine gereinigt und alles auf Hochglanz poliert. Danach fehlte nur noch der Materialeinkauf für die erste „Bachede im Holzoofe“ und das Museum konnte am 26. April um 10 Uhr morgens seine Türen öffnen. Wie immer wehte der Duft vom frischen „Holzoofebrot“ durchs Oberdorf und kündigte die Saisoneröffnung im Bauernhausmuseum an. Doch diesmal vorerst nur für dieses eine Wochenende, denn am letzten Maisonntag wird das Bauernhausmuseum seine Türen zwar öffnen und die „Bäsebeiz zum Tschuppeldäni“ Gäste bewirten, aber ohne den begleitenden Duft von Frischgebackenem. Das ganze  „Holzoofe“-Backteam ist nämlich am Museumswochenende Ende Mai nicht in Muttenz und die übrigen AGM-Mitglieder können sich die nötigen Kenntnisse zum Backen im „Holzoofe“ nicht so schnell aneignen. Abgesehen vom Brot- oder Zopfrezept, das man zwar problemlos nachvollziehen kann, beruht die Bedienung des „Holzoofe“ aber auf jahrelanger Erfahrung, die sich nur mit „learning-by-doing“ einstellt. Schaggi Gysin hat vor Jahren mal einen kleinen Arbeitsbeschrieb für die „Holzoofe“-Bäcker niedergeschrieben. Aber so einfach wie es darin tönt, ist es in der Praxis dann doch nicht, denn Temperatur- und Zeitangaben sind alle nur ungefähr und somit eben  Erfahrungssache.

Aafüüre: Es brucht 2 Wälle und e Chischte voll Schyttli.
Zunderscht Papier oder Eierkarton, druf die fine Äscht und Bängel; denn Aazünde - Zug Obe und s chlei Türli ganz ufmache. Wenns schön brennt, nochelege und s chlei Türli fascht zuemache. Denn tuet me all halbi Schtund chruckle und dermit d Gluet glichmässig im Oofe verteile. Vor em Bache, die räschtlichi Gluet useneh und für spöter näbedra in Füürhärd kippe. Ufheizzyt isch 1½ bis 2 Stund.
Oofe butze vor em Bache: Der Ofe mit eme nasse Bodelumpe an der Chrucke zweimol hudle (usewäsche) und denn der Zug obe zuemache.
Oofetämperatur prüefe: E Hämpfeli Mähl in d Mitti vom Oofe gheie. Wenns brennt, isch es z heiss, wenns mit lychtem Rauch röschtet, isch guet.
Nochefüüre: Gluet us em Füürhärd näh und die fyne Äscht druf lege.
Es bruucht wider 1½ Wälle für die zweiti Bachete und nomoll 1 Wälle für die dritti Bachete und die müen immer zerscht ganz verbrenne.
Nach em letschte Bache längt d Räschtwärmi no zum Wääie bache.

Wie Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, sind schon die Vorbereitungen des  Holzofens viel zeitaufwändiger als bei einem elektrischen Backofen oder Brotautomaten. Auch kann man den Ofen beim mehrstündigen Aufheizen nicht ganz alleine lassen, es sind immer wieder kleine Handgriffe nötig. Dazu wird die richtige Temperatur durch ein aufsteigendes Räuchlein angezeigt und nicht bequem von einem Thermostaten reguliert, wie wir es heute gewohnt sind.

Die AGM gibt jedoch die Hoffnung nicht auf, irgendwo in Muttenz doch jemanden zu finden, der oder die sich in diese „Holzoofe-Materie“ einarbeiten möchte und zwischen April und Oktober genügend Zeit investieren könnte, um unsere Museumsbäcker zu unterstützen. Finden wir nämlich keinen „Nachwuchs“, der diese vor 25 Jahren angefangene Tradition weiterführt, wird in nicht allzu ferner Zukunft der „Holzbachoofe“ im Bauernhausmuseum für immer kalt bleiben. Dieses Jahr wird er aber nach der Mai-Pause wie gewohnt im Juni wieder eingeheizt.

Nächster Brotverkauf erst am 28. Juni! Im Mai findet kein Brotverkauf statt. Das Bauernhaus-Museum und die „Bäsebeiz zum Tschuppeldäni“ sind geöffnet.

Die Bilder zeigen die diversen Schritte des Bachede im Holzhoofe