von Barbara Rebmann

Im Februar 2011 hatte Peter Habicht zusammen mit der Arbeitsgruppe Museen  kurzfristig eine kleine Sonderschau zum Thema „Karl Jauslin und die Basler Fasnacht“ erstellt (nachzulesen hier). Damals war das Interesse an unserer kleinen improvisierten  Ausstellung so überwältigend gross, dass sich an den Bummelsonntagen Führungen für Cliquen nahtlos aneinander gereiht hatten und die Schau sogar bis zum letzten Mai-Sonntag hatte verlängert werden müssen.

Im Zuge der Inventarisierungsarbeiten des gesamten Nachlasses von Karl Jauslin sind danach über 300 Fasnachtszeichnungen aller Art zum Vorschein gekommen. Sie zeigen, dass Jauslin über viele Jahre eng mit der Fasnacht verbunden war. Mehrfach entwarf er beispielsweise ganze Cliquenzüge und dazu auch die einzelnen Kostüme. Als Zuschauer am Strassenrand, skizzierte er über viele Jahre den ganzen Cortège mit. Seine Handskizzen wurden dann von ihm zum ganzen Umzug rein gezeichnet, gedruckt und nach der Fasnacht entweder als Schautafeln oder mehrere Meter lange, zusammenfaltbare Leporellos verkauft. Viele dieser Cortège-Tafeln finden sich übrigens immer noch an den Wänden von traditionsreichen Basler Cliquenkellern.

Bei der Planung der Jauslin-Neuausstellung vor zweieinhalb Jahren hatten dann Gestalter Domo Löw und Kurator Peter Habicht, beides aktive Fasnächtler, diesem regional wichtigen Thema mehr Raum zugedacht. Mit Hilfe von zusätzlich eingebauten Trennwänden war dies möglich, ohne die anderen thematischen Schwerpunkte aus Jauslins Lebenswerk einschränken  zu müssen.

Um nun an die Erfolge der Sonderausstellung von vor ziemlich genau vier Jahren anzuknüpfen, hatte die Arbeitsgruppe Museen in diesem Jahr geplant, der neugestalteten „Fasnachtsecke“ zu gegebener Zeit die gebührende Aufmerksamkeit einzuräumen. Leider musste dann am letzten Februar-Sonntag, der gleichzeitig Museumssonntag,  Muttenzer Füürsunntig und der Tag vor dem Basler Morgestraich war, das Ortsmuseum geschlossen bleiben. Die meisten  Arbeitsgruppen-Mitglieder und Peter Habicht waren an diesem Tag in irgendeiner Form unabkömmlich, bei letzten Fasnachtsvorbereitungen oder bereits in den Skiferien.

Früh genug hingegen fand die Projektwoche Fasnacht des Schulhauses Donnerbaum statt. So kamen dort noch vor den Schulferien die Kinder in den Genuss von Sonderführungen und Workshops mit Peter Habicht. Gespannt folgten sie seinen Erzählungen über die schon vor mehr als 130 Jahren und bis heute immer wieder aktuellen Trämli-Sujets. Mit viel Eifer versuchten sie danach selber Jauslins Motive zu kopieren und in persönlicher Art zu Papier zu bringen.

Inzwischen haben nun die aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtler der Region die Fasnachtstage und auch die abschliessenden Bummelsonntage hinter sich gebracht. Darum werden wir das Thema noch einmal aufgreifen und bieten am Museumssonntag, 29. März um 14.30 eine öffentliche Führung mit Peter Habicht an. Thema ist natürlich „Karl Jauslin und die Basler Fasnacht“. Der Eintritt ist frei und für den freiwilligen Austritt steht ein entsprechendes Kässeli bereit, welches wir unseren Museumsgästen sehr ans Herz legen möchten. Sollten sich zuviele Fasnachtbegeisterte einfinden, kann gegebenenfalls eine Stunde später eine zweite Führung angeboten werden.

Saisoneröffnung im Bauernhausmuseum am 26. April um 10 Uhr. Erster Brotverkauf der diesjährigen Saison.


Bild 1: Maskenball-Kostümn Entwurf von Jauslin in 1887, Bild 2 und 3: Kinder die gespannt den Geschichten zuhören und die Bilder nachzeichnen, Bild 4: Jauslins Vorschlag zur Strassenbahn von 1891