von Barbara Rebmann

Seit Ende 2013 stand bereits fest, dass sich die Arbeitsgruppe Museen (AGM) im ehemaligen Kleinzeughaus im Geispel einmieten darf. Nachdem im Februar alle Formalitäten zwischen Bürgergemeinde und Gemeindeverwaltung erledigt waren, besichtigte die AGM die künftigen Depoträume. Ein gutes Gefühl überkam alle in Anbetracht von 285 m2 leerer Fläche - aber auch ein heftiges Bangen, wohlwissend wieviel Material wir umzulagern hatten. Gemütlich nehmen konnten wir es keineswegs, denn von der Bauverwaltung her winkte schon bald als Räumungstermin „vor den Sommerferien“. Bis dahin musste unser Material  im Hochparterre der Blueme AG und in unserem „Notdepot“ im Schulhaus Donnerbaum entfernt sein.

Den ganzen Winter über hatten wir darum schon wie „am Fliessband“ im Depot Donnerbaum vorgearbeitet, dies nebst Jauslin-Abbau und Vorbereitungsarbeiten in den Seitendepots des Ortsmuseums. Wir hievten Palette um Palette von den Hochregalen herunter, entstaubten, fotografierten, vermassen und etikettierten mehrere hundert Grossobjekte. In den Fasnachtsferien erfolgten dann die ersten Transporte. Alles, was anfällig für Schädlinge war, musste erst zur achtwöchigen Begasungskur, um ja nicht die unsichtbar in den Tiefen schlummernden Milben-, Motten- und Holzwurmpopulationen ins neue Depot mitzunehmen. 18 mit Holzobjekten beladene Paletten hatten dann im Begasungsraum der Firma Desinfecta in Pratteln Platz und etwa gleich viele Paletten mit Metallobjekten gingen direkt ins noch leere Depot Geispel.

Termingerecht hatten wir die gesetzten Räumungsziele erreicht und widmeten uns während der Sommerferien „Stuubede“, Ferienpass und dem Ausstellungsendspurt im Ortsmuseum. Im September, nach der Jauslin-Vernissage, gab es dann neben den zusätzlichen vier Führungssonntage im Ortsmuseum eine kurze Erholungspause für die AGM-Mitglieder.

Schon vor dem Herbstarbeitstag im Bauernhausmuseum ging es in den Depots wieder mit Volldampf weiter. Ende Oktober wurde dann die Räumung des Kellers in der Blueme AG angegangen. Glücklicherweise stand das Erdgeschoss immer noch leer und wir konnten es als Umschlagplatz nutzen, um die Objekte für ihre unterschiedlichen Destinationen vorzusortieren und auf Paletten bereitzustellen. Auch hier ging ein grosser Teil der Sammlungsobjekte erst zur Begasung. Anderen Objekten ist das feuchte Kellerklima über die Jahrzehnte so schlecht bekommen, dass sie gar ganz entsorgt werden mussten. Einige Grossgeräte aus dem Erdgeschoss der Blueme AG warteten seit der Juni-Räumung vor dem Depot Geispel auf ihren Begasungstermin und das bei diesem nassen Sommer. Erst Ende November konnten sie zusammen mit weiteren vollbeladenen Paletten endlich nach Pratteln transportiert werden. Insgesamt füllten wir bei dieser zweiten Lieferung eine Begasungskammer mit der Grundfläche von 30 Paletten. Die schädlingsfreien Metall-Objekte wurden zusammen mit unseren Regalen aus dem Blueme-Keller gereinigt und direkt ins Depot Geispel transportiert. Die Schwerlastregale werden nun, zusammen mit den von der Gemeindebibliothek „geerbten“ Bücherregalen, die Masse der schon auf Paletten bereitstehenden Objekte endlich auf mehreren Ebenen aufnehmen können.

Finanzieren konnten wir dies alles dank günstiger Transport-Konditionen und die vor dem Umzug zwingend nötigen Schädlingsbehandlungen dank des fünfstelligen Beitrages der Stiftung Museen Baselland. Grosszügigerweise hat uns die Stiftung auch für das neue Jahr nochmals einen fünfstelligen Betrag zugesprochen. Den werden wir nutzen um eine letzte nötige Begasungsaktion und weitere Objekttransporte zu finanzieren und uns für die nötigen Auf- und Einräumungsarbeiten in den Depots zusätzliche Hilfe zu holen. Denn ohne Unterstützung schaffen wir sechs hier aktiven AGM-Mitglieder diese Arbeiten nicht mehr. Die Gesundheit der AGM-Männer, die bisher den grössten Teil der kräfteraubenden Schwerarbeit selber geleistet haben, ist trotz immer wieder zupackender treuer Museumsfreunde ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Arbeiten im Geispel sind aber auch nach dem Umzug noch lange nicht abgeschlossen. Parallel zu allen Depot- und Umzugsarbeiten liefen ab Herbst nämlich auch die Tests für die neue webbasierte Sammlungsdatenbank. Hierhin müssen nun möglichst schnell alle provisorisch auf Papier erfassten Objektdaten aus der Umzugszeit übertragen und vervollständigt werden. Zu jedem Objekt gehören die korrekte Bezeichnung in lokalem Dialekt und in Schriftsprache, ausführliche Nutzungsbeschriebe soweit nötig, Masse, die genauen Donatoren- und Herkunftsdaten und die Zuweisung von thematischen Suchwörtern aus einem schweizweit verbindlichen Schlagwortkatalog. Zusätzlich müssen noch die vor dem Umzug angefertigten Objektfotos aufbereitet und ebenfalls eingepflegt werden. Nach dem Einräumen und der systematischen Benennung aller Regale folgt dann noch die Zuweisung der neuen Depot-Standorte. Erst dann ist die Umzugsaktion Geispel wirklich abgeschlossen. Wie weit wir mit diesem Aufarbeiten im neuen Jahr kommen, wird sich zeigen.

Bild 1 zrihz eine Ladung für den Abtransport, Bild 2, wie die Ladung morgens früh abgeholt wird, Bild 3 zeigt alte Objekte, ebenfalls zum Transport bereit und Bild 4 zeigt Schäden an Mobiliar, die durch Raumfeuchtigkeit entstanden sind