von Barbara Rebmann

Schon wieder liegt ein arbeitsreiches Museumsjahr im stillen Kämmerlein resp. in den Depots hinter uns. Mehrere 100 Objekte aus Altbeständen wurden rekatalogisiert und mehrere 100 Neuzugänge durften entgegengenommen werden - dafür nochmal allen Donatorinnen und Donatoren ganz herzlichen Dank, es sind ein paar wunderbare Stücke dabei. Durchschnittlich einmal pro Monat kommen grössere Mengen an neuen Objekten herein, die wir dann abwechselnd mit den Altbeständen wöchentlich aufarbeiten. Die Arbeit geht uns also vorläufig nicht aus.

Ausnahmsweise wussten wir schon im Januar, dass der grösste Arbeitsbrocken im 2016 die Räumung der drei Vitrinen im Eingangsbereich des Ortsmuseums werden sollte. Dazu wurden vorgängig im Depot Donnerbaum in einem Wagen der Verschiebeschrank-Anlage neue Regale mit Leintüchern überzogen und montiert. Dann bedeutete es vorallem für die inventarisierenden Frauen der Arbeitsgruppe Museen (AGM) im Ortsmuseum gute 90 Stunden abstauben, fotografieren, vermessen, benennen und anschreiben der seit rund 45 Jahren ausgestellten Objekte. Ein Glück konnten wir uns auch in diesem Jahr auf unseren Projekt-Assistenten Beat Zimmermann abstützen, der in 150 Arbeitsstunden den Teil der Arbeit übernahm, den wir selber zeitlich nicht leisten konnten – wir hatten ja nebenbei noch Ausstellungsarbeiten zu erledigen und Veranstaltungen durchzuführen. Er füllte unzählige Lücken bei der Datenerfassung und hinterliess durch sein speditives und gewissenhaftes Arbeiten im Frühsommer sauber geordnete und volle Schubladen und Regale, sowie erfreulich grosse Freiflächen in den Depoträumen - doch blieben die nicht lange frei.

Im Sommer gab es eine „militärische Invasion“ im Depot Donnerbaum und der eben erst freigewordene Platz war wieder belegt. Fünf Schaufensterpuppen, bewaffnet und eingekleidet in historischen Uniformen der Familie Strub, kamen von ihrem 30-jährigen Exil im Ortsmuseum in Sissach zurück, wo aktuell ebenfalls alte Dauerausstellungen erneuert werden. Also wurde wieder Material ins Depot Geispel umgelagert, um für die fünf Soldaten ein eigenes Hochregal frei zu bekommen. So betätigten sich Joggi Zumbrunn und Ruedi Bürgin im Spätherbst mit Privatwagen und Anhänger einmal mehr als Zügelmänner, um wieder Platz im Donnerbaum zu schaffen.

Im Depot Geispel hatten wir zum Glück während der warmen Sommermonate viele Grossobjekte inventarisieren und systematisch und platzsparend auf den Schwerlastregalen einordnen können. Das Inventarisierungsteam wird jeweils bei warmem Wetter die Depotarbeiten dann zügig vorantreiben, um die uns gratis überlassenen neuen Regale baldmöglichst zu füllen - auch dafür herzlichen Dank.

Ebenfalls dringender Platzbedarf besteht in der Textilabteilung im Donnerbaum. Der in unserem Depot durchgeführte Weiterbildungskurs zur Lagerung historischer Textilien hatte uns aufgezeigt, dass unsere Textilien zu hoch gestapelt oder zu dicht aufgehängt sind und sich so vermehrt Risse in den altershalber brüchigen Stoffen bilden werden. Joggi Zumbrunn nahm sich der Problematik an und konnte dank guten Beziehungen für unser bestehendes Regalsystem kostenneutrale Glastablare organisieren – auch hier herzlichen Dank an die Spender. Jetzt werden künftig heikle Textilien mit formgebendem Stopfmaterial liegend gelagert und nicht mehr durch obendrauf liegende Stücke zerdrückt. In den staubdicht abgeschlossenen Verschiebeschrank-Anlage brachte er als arbeitstechnische Erleichterung Vorhangschienen an. Damit lassen sich die von der Schreibenden aus Leintüchern neu genähten Abdeckvorhänge leichter öffnen und schliessen als die bisherige Version mit den Klettverschlüssen. Bald können wir also die längst überfällige Umverteilung in den Textilregalen in Angriff nehmen.

Anfang November kamen dann die historischen Pläne der Museumssammlung von der Digitalisierung zurück. Die 37 Gemeindepläne aus der Zeit weit vor der Felderregulierung – der älteste stammt aus dem Jahr 1695 – wurden aus Sicherheitsgründen digitalisiert, was uns nur dank der Kostenübernahme durch die Firmen Jauslin & Stebler, resp. Geocad AG möglich war. Ganz herzlichen Dank für diese grosszügige finanzielle Unterstützung.

Ebenfalls im November wurden die Waagen zusammengestellt, poliert und für das Weihnachtsfenster ins Bauernhaus transportiert. Dafür kamen kurz darauf die im Ortsmuseum ausgestellten Hüte des letztjährigen Fensters ins Depot zurück. Als jährlich wechselndes Sammlungsfenster geplant, werden dann die Waagen aus dem diesjährigen Weihnachtsfenster im Januar in die Vitrinen des Ortsmuseums ziehen.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, egal wo es im Depot etwas Platz hat, er wird innert kürzester Zeit wieder neu gefüllt und der Inventarisierungskreislauf dreht sich von neuem.

Bildlegenden:
oben links: "Militärischer Überfall" im Depot Donnerbaum
oben rechts: Die alten Ausstellungsobjekte ziehen ins Depot um
unten links: Im Geispel wird aus Platzgründen vor dem Depot dokumentiert
unten rechts: Wertvolle Textilien brauchen entsprechende Aufbewahrungs-
möglichkeiten

Rückblick Fotos von 2016