von Barbara Rebmann

An einem heissen Sommerabend im Juli hatten die Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz Gelegenheit, als erste Gäste das Museumsdepot im ehemaligen Kleinzeughaus an der Geispelstrasse zu besichtigen. Im Frühjahr 2014 hatte die Arbeitsgruppe Museen (AGM) das angemietete Depot bezogen und anschliessend das ganze Jahr über die mehrheitlich grossformatigen Objekte aus dem Depot Donnerbaum und das ganze Zwischenlager in der sogenannten Blueme AG dahin verschoben. Sicher erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, an die Berichte über die diversen Zügelaktionen – wenn nicht finden Sie diese auf der Homepage der Gemeinde Muttenz unter Orts- oder Bauernhausmuseum. Seither sind wir jeweils bei warmem und trockenem Wetter am Katalogisieren der mehrheitlich noch nicht inventarisierten Grossobjekte. Ziel ist es durch Systematisieren der Lagereinheiten themenmässig zusammengehörende Objekte gemeinsam zu präsentieren, so dass die Vielfalt beispielsweise an grossen Dezimal-Waagen, Pflügen oder selbstgebauten Schlitten erkennbar ist.

Die Fördervereinsmitglieder wurden nach dem steilen Fussmarsch und einer kurzen Erholungspause durch Vereinspräsidentin Franziska Stadelmann und Arbeitsgruppen-Präsident und Geispel-Chef Ruedi Bürgin begrüsst. Anschliessend erläuterte die Schreibende warum und welche Daten für die Erfassung von Museumsobjekten wichtig sind und in welcher Form die Objekte mit Hilfe verschiedener Suchwörter und Kategorien in der Datenbank wieder gefunden werden können. Die bereits vollständig erfassten und für die Öffentlichkeit freigegebenen Objekte aus unseren Museumssammlungen können natürlich auch auf dem Baselbieter Kulturgüterportal http://kgportal.bl.ch bequem von daheim aus angeschaut werden.

Staunende Gesichter sahen sich in den Mengen an historischen Grossobjekten aus dem Thema Gewerbe und Landwirtschaft um. Aber auch die wenigen grossen Möbel wie Sofa und Küchenbuffet oder der Schüttstein und die Waschkessel aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts weckten das Interesse und viele Erinnerungen. Unsere ebenfalls eingeladenen „Zügelmänner“ von 2014 staunten über die bereits herrschende Ordnung im Depotraum 1, kannten sie ja nur das ziemlich deprimierende Chaos aus den damaligen Umzugsaktionen.

Schnell wurde allen klar, dass die Menge an Objekten für die AGM noch einige Sommer Inventararbeit bedeutet, denn in den kalten Monaten kann nicht gearbeitet werden. Pro Objekt rechnen wir mit gut 1 bis 1½ Stunden Arbeitszeit. Erst wenn alle Daten zum Objekt und den Donatorinnen und Donnatoren in der Datenbank erfasst wurden, alles fotografiert ist - aus Platzgründen draussen auf dem Vorplatz - die Fotos aufbereitet und verlinkt sind und das Objekt korrekt angeschrieben ist, kann es definitiv eingelagert werden. Doch nicht nur das Inventarisieren, auch die vorgängige Aufbereitung und die spätere Instandhaltung beispielsweise der rostenden Metallobjekte ist ziemlich zeitaufwändig. So können ja Objekte nicht innerhalb der Depoträume mit Hochdruckreiniger oder Chemikalien behandelt werden, sondern müssen für jeden Reinigungsdurchgang mit Palett-Rollis auf den Vorplatz hinaus und nach dem Trocknen wieder zurück an ihren Standplatz geschoben werden. Ruedi Bürgin wird im nächsten Sommer das Angebot einiger Mitglieder des Fördervereins annehmen und in einer grösseren Instandsetzungsaktion die stark verschmutzten und verrosteten Metallobjekte einer „Schönheitskur“ unterziehen.

Beim abschliessenden Apéro, den unser bewährtes „Catering-Team“ Lotti und Schaggi Gysin, diesmal unterstützt durch Joggi Zumbrunn bereitstellte, ergaben sich anschliessend noch einige gute Gespräche, welche für alle Seiten viele Aha-Erlebnisse und für die AGM zukunftsweisende Hilfsangebote boten.

Übrigens: Mitglied im Förderverein Museen Muttenz wird man, wenn man eine auf der Gemeinde und in den Museen aufliegende Anmeldekarte einschickt oder sich bei Präsidentin Franziska Stadelmann oder über FoerdervereinMuseenMuttenz@gmx.ch anmeldet. Der Jahresbeitrag für Einzelmitglieder beträgt mindestens CHF 20.00, für Paare CHF 30.00. Gerne werden auch Firmen und Vereine als Kollektivmitglieder zu CHF 300.00 aufgenommen.

Verpassen sie nicht den Arbeitstag im Bauernhausmuseum am Samstagnachmittag, 15. Oktober. Wie immer bieten wir Live-Demonstrationen zu altem Handwerk, zum Mosten und „Suurchrutt- oder Suurrüebe-Yymache“. Spezialgast wird diesmal ein Korber sein. Es findet kein Brotverkauf statt.

Bildlegende:
Oben Links - Auch unser vormaliger „Zügelmann“ Hans Bürgin weiss viel zu erzählen
Oben Rechts - Ruedi Bürgin erklärt woher der „Yys-Chaschte“ seinen Namen hat
Unten Links- 2015 herrschte noch Chaos
Unten Rechts - 2016 ist erfreuliche Ordnung

Bilder vom Museumsdepot Geispel