von Barbara Rebmann

Nach dem Umzug ins neue Depot Geispel war die Arbeitsgruppe Museen (AGM) das ganze Jahr über mit umfangreichen Einräumarbeiten ausgelastet. Mehrere Lastwagenladungen waren im Winter von den provisorischen Notdepots über Quarantäneaufenthalte zur Schimmel- und Ungezieferbehandlung in das neue Depot transportiert und nur provisorisch eingestellt worden.

Sobald im Frühjahr die Aussentemperaturen etwas wärmer wurden, arbeiteten wir wöchentlich im Geispel. Vollen Körpereinsatz brauchte es nicht nur beim Umzug, sondern danach auch beim Montieren der Schwerlastregale und beim Verschieben der teils recht grossen und schweren Geräte aus Landwirtschaft und Gewerbe. Mit dem Trick Grossobjekte zuerst zu dokumentieren, leerte sich die Zwischendeponie im ersten Raum flott. Objekt um Objekt wurde mit dem Rolli auf den Vorplatz gefahren, bei Tageslicht fotografiert, nummeriert, vermessen, beschrieben und danach mit dem Stapler auf die Palettenregale versorgt. Leider war die ehemals weisse Aussenwand des Gebäudes mit „Tags“ verunstaltet, daher mussten wir extra eine transportable Fotorückwand aus einem graumelierten Vorhang nähen. Regelmässig wurde auch der bemooste Vorplatz abgekratzt und von herabgefallenen Blättern und wucherndem Unkraut gereinigt. Da wir inzwischen unsere Objekte ja im weltweit einsehbaren Kulturgüterportal Baselland (http://kgportal.bl.ch) präsentieren, müssen sie ansprechend und ohne störende Hintergrund- und Bodenflecken fotografiert werden.

Im Herbst waren dann in Raum 1 die thematischen Schwerpunkte erkennbar. In einer Ecke steht beispielsweise eine über hundertjährige vollständige Kücheneinrichtung mit „Schüttstein“ (Steinguttrog), Feuerherd, einem Esstisch samt Stühlen und kleinem Buffet; die gleich datierten Waschküchenutensilien stehen dann in der nächsten Ecke. Dazwischen sind auf Regalen verschiedene Ofenmodelle aus der Zeit vor 1900 eingelagert und ein weiteres Regal trägt unterschiedliche Waagen, wie sie früher jeder Bauernbetrieb nutzte. Weiter konnten u.a. alle Schlittenmodelle, die unterschiedlichsten Haarsiebe und Getreidemasse oder mehrere Typen von Rebenspritzen gemeinsam eingelagert werden usw. usw. Jetzt sieht man erst wieviel unterschiedliche Modelle es damals schon für jeden Zweck gab. Aber bis zum wärmeren Frühjahr machen wir im ungeheizten Depot nun Pause, denn bei winterlichen Temperaturen wird nicht nur das Schreiben von Hand mühsam, in der Kälte versagen nämlich auch Kamera und Laptop.

Parallel zu den Geispel-Arbeiten wurden auch im Depot Donnerbaum hunderte kleinere Objekte aus den Anfängen der Museumssammlungen rekatalogisiert. Das heisst, die Daten der vor 50 Jahren nur mit Namen erfassten Objekte mussten nach heutigem Standard ergänzt, verschlagwortet und natürlich die Objekte selber noch fotografiert werden. Dies erledigte der Kulturwissenschaftler Beat Zimmermann, den wir dank des übriggebliebenen „Zustupfes“ der Stiftung Museen Baselland engagieren konnten. Nebst anderem dokumentierte und versorgte er den Inhalt der rund 20 Umzugskartons vom Sommer 2012, welche wegen der termingebundenen Depoträumung liegengeblieben waren.

Inzwischen platzen im Depot Donnerbaum unsere Schubladen und Kompaktusregale aus allen Nähten, es braucht dringend weiteren Stauraum für „Flaches“ und Kleinteiliges. Da die grossen Objekte jetzt im neuen Depot stehen, ist genügend Platz frei geworden und die nötigen Umbau-und Schreinerarbeiten sind inzwischen nahezu abgeschlossen. Bis zum Frühjahr werden wir nun unsere Kleinobjekte zum hoffentlich allerletzten Mal innerhalb unserer Depoträume umplatzieren.

Da wir nebst unseren Notdepots auch den externen Waschplatz im Schulhaus Donnerbaum hatten aufgeben müssen, spendierte uns die Abteilung Hochbau der Gemeinde einen grossen Gastro-Spültisch. In diesem können künftig Objekte direkt im Depot gewaschen und getrocknet werden und nicht mehr daheim in der privaten Waschküche oder im Garten. So können wir zwar Zeit und Transportwege einsparen, aber wie sich diese zusätzliche Feuchtigkeit über längere Zeit auf das Raumklima des Sammlungsdepots auswirkt muss sich erst noch zeigen.

Obwohl es in Muttenz nicht mehr viele historische Hauseinrichtungen zu räumen gibt, werden wir immer noch mit kulturhistorisch interessanten Objekten aller Art beschenkt. Wir danken der Muttenzer Bevölkerung für das uns entgegengebrachte Vertrauen und versprechen die Objekte mit der nötigen Sorgfalt zu dokumentieren und der Nachwelt zu erhalten.

Öffnungszeiten Museen:
Bauernhausmuseum, Oberdorf 4, geöffnet letzter Sonntag im Monat, April - Oktober (ohne Juli), Zeit: 10 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr
Ortsmuseum, Schulstrasse 15, geöffnet letzer Sonntag im Monat, Januar - Novermber (ohne Juli), Zeit: 14 - 17 Uhr
Für die Anmeldung zu einer Führung/für einen Anlass schreiben Sie uns eine E-Mail an: museen@muttenz.bl.ch oder wählen Sie 061 466 62 71 (Museumssekretariat)

 

Rückblick auf die Depotarbeiten 2015