von Barbara Rebmann

Wie bereits mehrfach berichtet hatten die Museen Muttenz 2007 und 2008 Konzepte erarbeitet, in denen u. a. steht, was gesammelt wird, welche Themen ausgestellt werden und welche fachlichen Kompetenzen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Museen (AGM) aufweisen müssen. Drei dieser Konzepte wurden im vergangenen Jahr aktualisiert und sind demnächst auf der Homepage der Gemeinde Muttenz einsehbar.

Zur kulturhistorischen Sammlung steht in unserem aktuellen Sammlungskonzept kurz zusammengefasst Folgendes: Sie dokumentiert das mehrheitlich bäuerliche Leben im historischen Muttenz bis knapp in die Mitte des 20. Jahrhunderts mittels Haushaltsartikeln, Textilien, Werkzeugen aus privatem und gewerblichem Umfeld sowie aus Land- und Forstwirtschaft. Als Gegensatz zum bäuerlichen Umfeld gehören auch Belegstücke aus den damals seltenen gehobenen Haushalten dazu. Hiermit werden soziale Unterschiede zwischen den damaligen Bevölkerungsschichten des Dorfes deutlich sichtbar. Als Ergänzung zu den gesammelten Objekten dokumentieren historische Fotos bauliche Veränderungen im Dorf sowie nebst anderem auch das Vereinsleben.

Auch die Ausstellungskonzepte wurden den heutigen Gegebenheiten angepasst. Im Bauernhaus gab es kaum Änderungen, denn das Thema ist nach wie vor das bäuerliche Leben in einem typischen Muttenzer Kleinbauernhaus um 1900. Dies wird veranschaulicht durch historische Originale aus der Museumssammlung. Einzige Anpassung war, dass einige der im „Schopf“ mehrfach vorhandenen grossen Geräte vor längerer Zeit auf die Heubühne gehievt oder teilweise ins Depot Geispel gebracht wurden. Dadurch gab es einen besseren Zugang zum ganz hinten liegenden, in den anstehenden Felsen eingetieften Keller und mehr Platz, um auch die Arbeitstische und Geräte für unsere Grossveranstaltungen unterbringen zu können.

Im Ortsmuseum hingegen gab und gibt es doch laufend Veränderungen, denen das erneuerte Ausstellungskonzept nun einen offiziellen Rahmen setzt. Nachdem seit der Eröffnung 1972 alle möglichen naturwissenschaftlichen, historischen und kulturhistorischen Themen nebeneinander ausgestellt und laufend ergänzt worden waren, wurde nach 25 Jahren ausgeräumt. 1998 wurde die siedlungsgeschichtliche Entwicklung der Gemeinde von der Steinzeit bis zum Sandoz-Brand (1986) neu gestaltet und eingeweiht. Um die Entwicklung der Neuzeit weiter zu illustrieren, ist 2006 aus Vorlagen der historischen Fotosammlung der Museen Muttenz die Fotoausstellung „Zeitsprünge“ entstanden. Diese beiden Elemente bleiben natürlich bestehen, locken sie doch nach wie vor Gäste ins Ortsmuseum. Künftig sollen in den Vitrinen Themen wie etwa neu die Ruinen des Wartenbergs oder verschiedene Lebensbereiche (z. B. Werkunterricht für Buben und Handarbeit für Mädchen) mit Sammlungsobjekten gezeigt werden. Allerdings passiert dies alles nicht von heute auf morgen, denn Priorität hat weiterhin die Inventarisierungsarbeit. Ziel ist, dass wir etwa zweimal jährlich eine Vitrine oder ein Thema neu gestalten. Unser Jahressoll für 2017 haben wir eigentlich schon erfüllt, denn die Waagen aus dem Weihnachtsfenster wurden im Januar ins Ortsmuseum verschoben und die Vitrine über die Muttenzer Hebamme Margrit Rahm und deren Ausbildung ist ebenfalls seit Januar eingerichtet. Auch die über Weihnachten montierte originale Stuhlreihe der Muttenzer Radrennbahn, illustriert durch einige Rennszenen, können wir als Neugestaltung dazuzählen.

Schliesslich müssen noch die Konzepte zur Arbeit in den Sammlungen resp. zum korrekten „Handling“ historischer Objekte angepasst werden. Früher konnte man mit Interesse an der Vergangenheit, gutem schulischen Allgemeinwissen und gesundem Menschenverstand eine Ortssammlung aufbauen und bewahren. Inzwischen sind die Anforderungen in allen Bereichen der Museumsarbeit stark gestiegen und so werden auch Kleinmuseen professioneller geführt. Zum Beispiel hat der Computer längst Einzug gehalten, wodurch die Sammlungsobjekte heute weltweit präsentiert werden können. Um die Qualität der Datenerfassung und der Objektfotos zu gewährleisten, ist ein gewisses kulturhistorisches aber auch digitales Fachwissen erforderlich. Ganz andere Kenntnisse erfordert es entscheiden zu können, welche Materialien sich zum Reinigen, Konservieren und Beschriften der Objekte eignen, damit diese nicht beschädigt werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, nehmen die Mitglieder der AGM regelmässig an Schulungen teil.

Wie es in diesem Jahr im Hintergrund mit der Denk- und Schreibarbeit für die AGM weitergehen wird, darüber halten wir Sie auch gerne auf dem Laufenden.

Bildlegenden:
oben links: Blick durch den alten Ausstellungssaal
oben rechts: Gedrängte Fülle von Objekten und Themen
unten links: Die Mitglieder der damaligen Museumskommission Schaggi Gysin, Karl Bischoff und Peter Rebmann beim "Brainstorming"

Einblick in das Bauernhausmuseum