von Barbara Rebmann

Auch im öffentlich sichtbaren Teil der Museumsarbeit - neben den eigentlichen Museumssonntagen und den Depotarbeiten - liegt ein intensives Jahr hinter uns. Es ist viel gelaufen, wenn auch nicht alles wie geplant.

Am 6. Januar 2016 wurde das Stubenfenster im Bauernhausmuseum geschlossen und danach die im Weihnachtsfenster ausgestellten Hüte umgelagert. Sie wurden mit ausführlichen Infotexten ergänzt und waren dann für ein Jahr in den beiden Sammlungsfenstern im Ortmuseum ausgestellt.

Im April hat dann das Bauernhausjahr mit dem alljährlichen Frühlingsputz begonnen. Die tatkräftige Unterstützung durch drei Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz kam uns dabei sehr gelegen. Anfang Juni führte dann Ruedi Bürgin zum ersten Mal eine Seniorengruppe mit Rollstuhl und Rollatoren durchs Erdgeschoss des Bauernhausmuseums. Ein zwar holperiger, aber trotzdem rundum geglückter und fröhlicher Anlass, der uns ermuntert hat diese spezielle Führung in unser Repertoire aufzunehmen. Weiter ging es Anfang Juli mit der traditionellen „Stuubede“ vor dem Bauernhausmuseum. Obwohl im letzten Moment die Eröffnungskapelle ihre Zusage zurückzog, gelang es Schaggi Gysin mit den Turtle-Ramblers einen jazzigen Ersatz zu finden. In den Sommerferien führten dann Schaggi und Lotti Gysin wiederum den Backnachmittag im Rahmen des Ferienpasses durch. Diesmal standen zu wenig Arbeitsgruppenmitglieder für das Rahmenprogramm zur Verfügung und kurzfristig sprang Susanne Gasser als „Museumsanimateurin“ ein. Die abschliessende Qualitätsprobe der Brote durch zehn kauende Nachwuchsbäcker und - bäckerinnen schien zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen zu sein. Hier hatte die AGM wieder einmal Gelegenheit traditionelle Arbeitsweisen anschaulich an junge Leute weiterzugeben.

An einem sehr warmen Juliabend kamen die Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz als allererste Gäste in den Genuss einer Führung im Depot Geispel. Dort erläuterte die Schreibende was „Museumsarbeit“ eigentlich bedeutet. Es wurde schnell klar, warum ungeschulte Leute nicht so einfach eingesetzt werden können und auch warum die Inventarisierung eines Objektes so viel Zeit in Anspruch nimmt.

Im August wurde dann zum ersten Mal auch im Ortsmuseum ein Grossputz durchgeführt - das monatliche „Abstauben“ vor dem Museumsnachmittag genügt wahrlich nicht. Die Böden hatten nicht erst seit dem Umbau der Karl Jauslin-Ausstellung 2014 eine Auffrischung dringend nötig. Dank Ruedi Schneiter, dem zuständigen Abwart im Haus, gab es eine fachmännische Einführung ins maschinelle „Blochen“. Danach konnte Schaggi Gysin mit etwas Übung in zwei Tagen alle Böden auf Hochglanz polieren. Derweilen widmeten sich die AGM-Frauen ausführlich dem Fensterputzen, Staubsaugen, Abstauben sowie dem Waschen und Bügeln unseres einzigen Museumstischtuches. Dieser Grossputztag wird ab sofort zu einem zusätzlichen Fixpunkt im jährlichen Pflichtenheft der AGM.

Im September fand dann im Ortsmuseum mit den Sponsoren Gesellschaft Pro Wartenberg und Bürgergemeinde sowie der Archäologie Baselland die Eröffnung der neuen Vitrinen zum Wartenberg statt. Die alten Kriegsthemen und die historischen Masse und Gewichte haben modernen Burgenrekonstruktionen und archäologischen Originalfunden vom Wartenberg Platz gemacht.

Leider bekam auch der Herbst-Arbeitstag eine Absage vom eingeladenen Handwerker. So begnügte sich die Arbeitsgruppe mit den eigenen traditionellen Herbstarbeiten: Joggi Zumbrunn rührte seine legendären „Rahmdääfeli“, Schaggi Gysin wirtete in der „Bäsebeiz zum Tschuppeldäni“, Lotti Gysin und Franz Näf kreierten neue Häppchen aus dem „Holzoofe“ und Myrtha Seiler ergänzte die „Versuecherli“ mit geschnittenem Speck und Bauernhausbrot. Willi Balmer presste wunderbaren sortenreinen Apfel- und zuckersüssen Traubensaft und die übrigen AGM-Mitglieder hobelten Kabis und schnitten weisse Rüben. Diese wurden wie jedes Jahr eingesalzen und dann zum Vergären in den Bauernhauskeller gestellt. Daraus wird im Winter auch wieder das traditionelle „Suurchrutt“-Essen für die treuesten Helferinnen und Helfer gekocht. In diesem Jahr wurde uns übrigens das gesamte Rohmaterial (Kabis, Rüben, Äpfel) von Ruedi Brunner gratis zur Verfügung gestellt und Ruth Allemann spendierte dazu ihre bewährte Sauerkraut-Würzmischung.

Im Rahmen des begehbaren Adventskalenders in Muttenz öffneten wir am 6. Dezember dann unser Fenster im Bauernhausmuseum mit Waagen aus der Museumssammlung.

Die Arbeitsgruppe Museen möchte sich nun nochmal ganz herzlich bedanken für die grosse Unterstützung, welche wir auch 2016 wieder von allen Seiten erleben durften. Ohne euch, liebe ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, könnten wir das neben unserer Depotarbeit nicht alles „stemmen“.

Anfang Januar ging es nun bereits weiter mit dem Abräumen des weihnächtlichen Bauernhausfensters und dem Umlagern dieser Objekte ins Ortsmuseum. Es eilte, denn dort werden ab dem ersten Museumssonntag 29. Januar 2017, also übermorgen, die Waagen aus dem Weihnachtsfenster zu sehen sein.

Bildlegenden:
oben links: Ohne diese freiwilligen Helferinnen und Helfer gäbe es keine
"Stuubede"
oben rechts: Ruedi Schneiter weist Schaggi Gysin ins Blochen ein
unten links: Lotti Gysin und Franz Näf, unser eingespieltes Backteam, in der
Bauernhausküche
unten rechts: Letzte Handgriffe im Adventsfenster

Bilder Jahresrückblick 2016