von Barbara Rebmann

Bereits ist die Adventsausstellung im Bauernhaus wieder abgeräumt und das Haus und seine vier-, sechs- und achtbeinigen Bewohner geniessen endlich die Winterruhe. Dabei lassen sie sich wohl kaum durch die Lüftungsbesuche von Franz Näf stören. Das regelmässige Lüften dient der Schimmelprophylaxe und hat sich bestens bewährt. Seit der ungeheizte Wohntrakt im Winter nicht mehr für Führungen geöffnet ist und gezielt bei sehr kaltem und trockenem Wetter durchgelüftet wird, finden wir im Frühling keine Schimmelspuren mehr an den Möbeln. Schuld am früher häufig aufgetretenen Schimmel war die von den Gästen in Form von warmer Atemluft und allenfalls von nasser Kleidung und Regenschirmen eingetragene Feuchtigkeit. Die in den Räumen gefangene Luftfeuchtigkeit kondensierte dann auf den kalten Mauern und Möbeln und bildete zusammen mit dem Staub einen perfekten Nährboden für Schimmelsporen. Im Oekonomieteil des Gebäudes geschieht das Lüften hingegen vollautomatisch. Hier herrscht ein dauernder Luftzug durch das offene Ziegeldach und die vielen Ritzen oder Spalten in Türen und Holzwänden.

Die im Adventsfenster ausgestellten „Flechtwerke“ sind inzwischen ins Ortmuseum verschoben worden, wo sie das ganze Jahr 2018 über in den beiden Sammlungsfenstern in der Jakob Eglin-Stube zu sehen sind. Die grossen Kinder- und Stubenwagen wurden allerdings aus Platzmangel direkt ins Depot gebracht und durch ein paar kleinere, aber identische Spielzeugversionen ersetzt. Aktuell ist im Ortsmuseum auch noch die Mini-Ausstellung zum Bombenabwurf vom 6. Dezember 1917 zu sehen. Da haben inzwischen noch andere Leute heimlich eingesammelte Splitter ins Museum gebracht und es sind weitere Unterlagen und Fotos dazu aufgetaucht, die wir gerne vorstellen.

Die Arbeitsplanung für das neue Bauernhausjahr steht auch schon fest. Da sind weiterhin die traditionellen Veranstaltungen auf dem Programm: Nach dem Saisonauftakt mit dem Frühjahrsputz folgen „Stuubede“, Ferienpass, Herbstarbeitstag und natürlich das nächste Weihnachtsfenster. An den Museumssonntagen wird dann auch wieder im „Holzoofe“ gebacken und in der „Bäsebeiz“ gewirtet, was das Back-Team bereits voll auslastet. Zu seiner Unterstützung suchen wir übrigens immer noch nach motivierten „Lehrpersonen“, denn auch hier macht sich das Alter immer mehr bemerkbar. Schaggi Gysin und Franz Näf werden Sie gerne in die Geheimnisse der Holzofen-Bäckerei einweihen.

Im Frühling, sobald es etwas wärmer ist, wird im Bauernhaus parallel zum öffentlichen Betrieb mit dem Aufarbeiten des Inventars begonnen. Schon seit Beginn der Sammeltätigkeit zur Eröffnung des Ortsmuseums im Jahr 1972 und des Bauernhausmuseums 1984 hatte es laufend grossen Zuwachs an Objekten gegeben. Dazu haben in den vergangenen Jahren unzählige Hausräumungen weitere Sammlungskonvolute ins Bauernhaus „gespült“. Da die älteren Objekte nur rudimentär und die neueren bisher noch gar nicht inventarisiert und dokumentiert worden sind, wird das nun nachgeholt. Als erstes steht der Wohntrakt auf dem Programm unseres Museumsassistenten Beat Zimmermann. Wir sind gespannt, wie weit er im Frühjahr dort das Inventar aufarbeiten kann.

Geplant ist beispielsweise auch eine leichte Umgestaltung der Schopfbühne im Bauernhausmuseum. Hier soll künftig weniger die Vielfalt an bäuerlichen Geräten im Vordergrund stehen, sondern wir versuchen jedes Jahr ein spezielles Thema herauszugreifen und zu vertiefen. Wir hoffen damit den jüngeren Gästen mehr Hintergrundwissen vermitteln zu können und Besucherinnen und Besucher mehr als einmal ins Bauernhaus zu locken.

Was bringt uns das neue Jahr sonst noch? Da ist sicher der von uns lang herbeigesehnte Lift zum Ortsmuseum im Feuerwehrgebäude. Er wird nun Wirklichkeit und seine Planung ist wohl inzwischen abgeschlossen. Diese Umbauarbeiten werden den öffentlichen Museumsbetrieb im Ortsmuseum auch tangieren, sobald es richtig „zur Sache“ geht. Aus Sicherheitsgründen müssen dann die heiklen archäologischen Wartenbergobjekte und die historischen Vereinsfahnen vorübergehend in die hinteren Ausstellungsräume umgelagert werden. Zum Schutz aller Räume, Vitrinen und Objekte wird dann eine stabile, staubdichte Schleuse installiert und das Museum vorübergehend geschlossen.

Es macht also durchaus Sinn, das erste halbe Jahr zu nutzen, um vor Baubeginn die Ausstellungsthemen im jetzigen Eingangsbereich zum Ortsmuseum noch einmal anzuschauen. Nutzen Sie die Gelegenheit, die erste Museumsöffnung in diesem Jahr ist bereits am Sonntag 28. Januar von 14-17 Uhr.

Bildlegende:
Bild oben links: Der Eingangsbereich im Ortsmuseum wird sich nächstes Jahr stark verändern
Bild unten links: Diese Flechtwaren aus dem Adventsfenster sind bereits ins Ortsmuseum umgezogen.
Bild rechts: Wer unterstützt Lotti Gysin und Franz Näf in der Bauernhausküche?

Eingang Ortsmuseum, Bauernhausküche, Flechtarbeiten