von Barbara Rebmann

Alle Jahre wieder – die treue Leserschaft kennt es schon – findet im Bauernhausmuseum der Frühjahrsputz statt. Nach sechsmonatiger Winterpause gibt es Einiges zu tun. Hatten wir im letzten Jahr am gleichen Wochenende nach einer schneereichen und eisigen Woche bei wenig über null Grad gefroren, war es diesmal sommerlich warm und die Arbeitsgruppe Museen und die drei Mitglieder des Fördervereins Museen kamen ziemlich ins Schwitzen.

Bereits während der ganzen vorangehenden Woche hatte Museumsassistent Beat Zimmermann im Bauernhaus mit den Rekatalogisierungs- und Dokumentationsarbeiten angefangen. Die zur Eröffnung anno 1984 gesammelten rund 2‘200 Objekte waren nämlich nur grob aufgelistet worden und in den Folgejahren bis heute hatte man im ganzen Gebäude Neuzugänge unregistriert dazugestellt.

Damit für das Dokumentieren genügend Bewegungsfreiheit vorhanden war, mussten z.B. in der Küche Tisch, Hocker und Bänke beiseitegeschoben oder in den Scheunendurchgang gestellt werden. Nur so konnten unter der hellen Arbeitslampe die Objekte auf dem Fototisch in ausreichendem Licht und mit genügend Rückenfreiheit fotografiert werden. Das Backteam musste sich für den nachfolgenden Museumssonntag dann zuerst seine Gerätschaften an ungewohnten Stellen zusammensuchen.

Auch auf der Schopfbühne gab es für unseren Museumsassistenten viel zu tun: Damit dort die grossen und vor allem schweren Waschkessel und Waschmaschinen vor Ort dokumentiert werden konnten, wurde unser grauer Fotovorhang aus dem Depot Geispel geholt und als neutraler Hintergrund aufgehängt. Ruedi Bürgin montierte noch eine zusätzliche Arbeitslampe an den Deckenbalken, um genügend Helligkeit zu schaffen. Zusammen rückten er und Beat Zimmermann dann die schweren Waschkessel und hölzernen Waschmaschinen und die gewichtigen Eggen aus der Werkstatt vor den Vorhang ins rechte Licht, damit sie von allen Seiten fotografiert werden konnten. In den zwei ersten Intensivwochen wurden so 394 Objekte aus dem Altinventar lokalisiert und rekatalogisiert. In der nächsten Arbeitsetappe im Juni werden dann die nichtregistrierten „Neuzugänge“ der vergangenen 35 Jahre nachinventarisiert.

Am Putztag wurden dann noch die Objekte auf der Schopfbühne durchsortiert und dabei stellten wir fest, dass mindestens 5 Wäschestössel, 6 Waschbretter, 4 Wäschezangen und mehrere Holzbottiche zu viel ausgestellt waren. Um das Thema Waschen etwas übersichtlicher gestalten zu können, wurde darum von jeder Objektsorte nur noch ein Exemplar zurückbehalten und das restliche Material mit Joggi Zumbrunns Anhänger ins Depot Geispel verschoben. Jetzt kann das Thema mit den einzelnen historischen Waschvorgängen mittels Abbildungen und Infotafeln etwas vertieft werden. Zusätzliche Informationen zu diesem Thema sind zwingend nötig, da die heutigen Hausfrauen und Hausmänner alle bereits mit vollautomatischen und sensorgesteuerten Waschmaschinen und Tumblern aufgewachsen sind. Wer also kann sich da noch vorstellen wie es war, die ganze Wäsche von Hand zu rubbeln und Asche als Waschmittel zu nutzen?

Aktuell werden nun noch einige weitere Informationstafeln zu anderen Themen im Ökonomietrakt des Bauernhauses angefertigt. Wir hoffen damit die Fragen unserer grossen und kleinen Museumsgäste vor Ort beantworten zu können.

Besuchen Sie doch nebst unserem Brotstand vor dem Bauernhausmuseum auch die neugestaltete Schopfbühne am Sonntag, 27. Mai von 10-12 oder 14-17 Uhr. Auch das Ortsmuseum ist dann von 14-17 Uhr geöffnet.

Bildlegende:
oben links: Beat Zimmermann im provisorischen Fotoatelier in der Küche
mitte links: Franz Näf entfernt die letztjährige Asche aus dem "Füür-Härd"
rechts: Fördervereinsmitglied Ruedi Mory saugt die Schopfbühne
unten: Ruedi Bürgin und Schaggi Gysin entstauben den Scheunendurchgang

Frühlingsputz im Bauernhausmuseum