von Barbara Rebmann

Alle Jahre wieder findet am letzten Samstag der Herbstferien, diesmal am 14. Oktober, der jährliche Arbeitstag der Arbeitsgruppe Museen Muttenz (AGM) statt. Auch in diesem Jahr werden wir in traditioneller Handarbeit Kabis hobeln und mit Salz und Gewürzen zu späterem „Suurchrutt“ einlegen. Gleichzeitig werden weisse Rüben geschält und mit Hilfe eines speziellen Rübenschneiders zu langen  Schnüren geschnitten. Diese werden dann ebenfalls in einer Stande (Steinguttopf) eingesalzen und zusammen mit der Sauerkraut-Stande in den kühlen Bauernhauskeller gestellt. Nach einer mehrwöchigen Gärungszeit sind dann das Sauerkraut und die inzwischen auch sauer gewordenen Rüben bereit und können als willkommenes und Vitamin C-haltiges Winteressen mit Speck, Geräuchertem und Würsten gekocht und serviert werden. Gerne erklären wir Ihnen, die wichtigen Punkte beim Einmachen des Krautes und wer will, kann sogar selber eine Portion für den Eigenversuch einlegen. Hierfür wäre ein Einmachglas von max. einem halben Liter Inhalt mitzubringen. Wichtig ist, das Glas darf keinen Schraubverschluss haben, dieser würde dem Druck beim Gärungsprozess nicht standhalten.

Ebenfalls wie schon seit Jahren wird uns Willi Balmer von Hand wunderbar süssen Most pressen. Die schon historische Obstpresse wurde uns inzwischen von Fördervereinsmitglied Fritz Frey perfekt instand gestellt, so dass sie ihren Dienst jetzt viele weitere Jahre tun kann. Üblicherweise bringen unsere AGM-Mitglieder, Helfer und Gönner ja die reifen Früchte aus den eigenen Reben und Obstgärten mit. Aber ob es diesmal neben dem Apfelmost auch einheimischen Traubensaft zum Probieren gibt, ist nach der grossen „Gfrörni“ im Frühjahr natürlich fraglich. Aber wir hoffen das Beste.

Vergangenes Jahr hatten wir als Spezialgast einen Korber und Flechter angekündigt, der dann aber kurzfristig nicht verfügbar war. In diesem Jahr sollte es nun klappen und daher wünschen wir ihm und uns möglichst viele interessierte Besucher und Besucherinnen jeglichen Alters im Oberdorf. Allerdings wird Herr Vollenweider nicht als Korber Weidenkörbe herstellen, dazu wäre für die drei Stunden der Transportaufwand von Rohmaterial und Werkstücken viel zu gross. Er wird uns hingegen zeigen wie ein Stuhlgeflecht, ein sogenanntes Jonc-Geflecht, hergestellt wird. Das dazu nötige Material ist viel feiner und besser zu transportieren, denn die Arbeit ist entsprechend filigraner.

In unseren Depots stehen verschiedene Stuhlmodelle mit einer Sitzfläche aus diesem Jonc-Geflecht. Weidenkörbe, wie wir sie am Arbeitstag nun leider nicht wachsen sehen, haben wir zu Dutzenden in unseren Depots. Dabei sind dem Verwendungszweck kaum Grenzen gesetzt: „Reise-Chörb“, „Chinderwaage“, „Wösch-Zeine“, „Chirsi-Chratte“, „Chorb-Fläsche“ oder „Chreetze“ (Rückentragekörbe). Eine kleine Auswahl aus unserer Sammlung ist hier im Bericht vorgestellt. Die meisten davon haben schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel und wurden Sommer und Winter bei Regen und Sonnenschein benutzt. Die „Wöschwyber“ trugen darin die frischgewaschene Wäsche zum Aufhängen in den Garten, die „Märtfrauen“ transportierten Gemüse oder frische Eier zum Markt und Bäckergesellen lieferten darin frische Brotlaibe aus. Für jeden Bedarf gab es spezielle Formen und jede nur erdenkliche Grösse, wie u.a. auch geflochtene grosse und kleine Korbstühle und viele andere praktische Objekte mehr. Wir werden Ihnen gerne einige Muster aus unserer Sammlung bereitstellen.

Also Treffpunkt am Samstag, 14. Oktober ab 14 Uhr im Oberdorf 4. Die inzwischen wieder vollzählige AGM freut sich auf zahlreiche und interessierte Gäste.

 
Ein Teil der Korbwaren im Depot Donnerbaum 

 
Ein Teil der Korbwaren im Depot Donnerbaum eleganter Stuhl mit Jonc-Geflecht Korbstuhl mit Aussparung für den Nachttopf Elegantes Henkelkörbli mit Deckel Körbli im Handtaschen-format „Chreetze“
 
Kinderwagen, sogenanntes Basler Modell  Transportkorb  Reisekorb in Kofferformat  Spreuerwanne  durch häufigen Gebrauch ramponierte „Chreetze“