von Barbara Rebmann

Die acht Mitglieder der Arbeitsgruppe Museen (AGM) blicken auf ein beschäftigungsreiches Jahr zurück. Auch letztes Jahr hatten wieder einige Mitglieder mit „Bräschte“ zu kämpfen und waren nicht immer voll einsatzfähig.

Alle unsere Veranstaltungen bis zum Herbstarbeitstag gingen bei schönstem Sommerwetter und mit viel treuem Publikum über die Bühne. Das extreme Wetter beschäftigte uns speziell im Bauernhausmuseum immer wieder. Zuerst mussten im Juni wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit im kühlen Gewölbekeller notfallmässig schwarz verschimmelte Korbflaschen und angefaulte Holzfässer entsorgt werden. Ab Juli dann das Gegenteil: Die mehrmonatige Trockenheit und Hitze liess unsere Holzbottiche auf der Schopfbühne austrocknen und auseinanderfallen. Das extremer gewordene Klima macht auch vor den Museen nicht halt.

Für die verschiedenen Themen unserer Museumssammlung wurden uns das ganze Jahr über viele kulturhistorisch interessante Objekte geschenkt. Bei allen Donatorinnen und Donatoren bedanken wir uns sehr herzlich für diese Zuwendungen. Unter den Schenkungen waren beispielsweise auch wieder rund 30 Skizzen und Bilder vom Muttenzer Maler Karl Jauslin. Diese waren von Jugendlichen in den 1940er Jahren „stibitzt“ worden, als das Jauslin-Haus an der Burggasse lange Zeit unbewohnt offen stand. Die Blätter kamen nun bei Auflösungen verschiedener Haushalte wieder ans Licht und fanden den Weg zurück in die Jauslin-Sammlung. Auch die landwirtschaftlichen Themen, sowie die breitgefächerte Abteilung „Haushalt“ und die Textilien konnten mit vielen speziellen Objekten ergänzt werden. Es steht also, zusätzlich zu den noch nicht aufgearbeiteten Konvoluten, genügend Nachschub für die Inventarisierung im neuen Jahr bereit.

Die Sammlungsaufarbeitung ging flott voran: Insgesamt sind 528 Objekte der unterschiedlichsten Themen in allen unseren Standorten neu inventarisiert worden. Davon stehen 321 im Bauernhausmuseum und wurden vor Ort von unserem versierten Museumsassistenten Beat Zimmermann genauestens und speditiv inventarisiert. Zusätzlich konnte er mit einer Rekatalogisierung der bereits in den 1970er-Jahren rudimentär erfassten Bauernhausobjekte die stattliche Zahl von weiteren 683 Einzelobjekten mit Fotos, Massen, Standort und Verschlagwortung detailliert ergänzen. Damit ist nun ein Drittel der fast ein halbes Jahrhundert alten Bauernhaus-Inventarliste nach heutigem Standard aufgearbeitet.

Im Depot Geispel hingegen wurden „nur“ 32 Grossobjekte neu inventarisiert. Doch auch das ist eine stattliche Zahl wenn man weiss, dass pro Nachmittag nur wenige der oft sperrigen Objekte aus dem Depot geholt werden können. Es ist nur auf dem Vorplatz möglich, die zumeist auf Paletten stehenden Schwergewichte ringsherum zu reinigen, zu dokumentieren und mit genügend Tageslicht und Distanz zu fotografieren. Nach dem Anbringen der zugeteilten Inventarnummern werden sie an ihren definitiv eingetragenen Standplatz zurückgeschoben. Da es im Geispel nicht möglich ist direkt in der Online-Datenbank zu arbeiten, müssen die auf Papier erfassten Objektdaten jeweils daheim abgetippt werden. In allen drei Depoträumen wurde letztes Jahr auch intensiv an der Lagerinfrastruktur gearbeitet. So wurden zusätzliche Deckenlampen und Kragarmträger installiert, sowie geschenkte Schwerlastregale endgültig platziert, Altlasten entsorgt und neue Grossobjekte zugeführt.

Die AGM-Frauen verbrachten nebst der Inventarisierung im Geispel ihre Arbeitszeit mehrheitlich im Depot Donnerbaum. Hier lief parallel zur Aufarbeitung von Haushaltobjekten immer noch die Überarbeitung der Textilsammlung. Vor vielen Jahren hatten wir ja einen ziemlich einschneidenden Daten- und Fotoverlust erlitten, welcher uns bewogen hatte, in die heutige Online-Datenbank einzusteigen. Hier ist die Datensicherheit nun absolut gewährleistet. Die Fehler von damals sind jetzt endlich wieder aufgearbeitet und insgesamt 997 textile Objekte aller Art korrekt und detailliert erfasst und eingelagert. Nun geht es endlich mit dem Waschen und Inventarisieren der liegengebliebenen Neuzugänge der letzten Jahre weiter.

Anfang Dezember, nach der Öffnung des Adventsfensters im Bauernhausmuseum, setzte die AGM zum Endspurt im Ortsmuseum an. Es mussten noch mehrere Autofuhren mit Kleinobjekten aus dem Estrich des Ortmuseums ins Depot Donnerbaum umgelagert werden. Mit dabei waren auch weitere vier Schaufensterpuppen, an deren Filzüberzügen sich offensichtlich schon unzählige Mottengenerationen gütlich getan hatten. Die zerfressenen Filzresten werden nun entfernt und die Puppen demnächst in einen neuen und Ungeziefer-freien Depotstandort versorgt. Dies ist einmal mehr dank Joggi Zumbrunns Kontakten möglich, die ihm wieder hochwertige Depotschränke angeboten hatten – herzlichen Dank an die Donatoren. Glücklicherweise hatten wir im Herbst bereits die vorhandenen Regalreihen im Depot Donnerbaum optimiert, so findet diese gut 4½ m lange und über 2 m hohe Schrankwand gerade noch Platz. Allerdings reichte die Energie unserer „Zügelmänner“ am Jahresende nur noch für das Zerlegen am alten Standort und den Transport der 20 Elemente in unser Depot. Das Zusammenbauen ist aber jetzt bereits im Gange.

Inzwischen hat das neue Museumsjahr begonnen und die AGM ist nach dem Abräumen des Adventsfensters im Bauernhausmuseum wieder voller Elan in die Sammlungsarbeit eingestiegen. Wir werden Sie, liebe Freundinnen und Freunde der Museen Muttenz und alle anderen interessierten Leserinnen und Leser, gerne weiter am aktuellen Museumsleben teilnehmen lassen.