Bereits zum zweiten Mal blieb das Ortsmuseum fast ein ganzes Jahr geschlossen. Doch diesmal war es nicht ein Umbau, auf dessen Ende man sich hätte freuen können, sondern durch ein fieses Virus mit einem ungewissen Ausgang. Ob diese Museumspause möglicherweise noch etwas länger andauert, wird sich zeigen.

Der Museumssonntag am 26. Januar war ein grosser Erfolg. An die hundert Gäste benutzten den neuen Lift in die Museumsetage und konnten mit der Arbeitsgruppe Museen (AGM) auf den geglückten Umbau anstossen. Auch der Museumssonntag Ende Februar brachte noch eine grosse Anzahl an Gästen. Die Umwandlung des Eingangsbereiches ist wirklich eine Bereicherung. Das ehemals finstere «Chämmerli» vor dem offenen Aufgang zum nicht unterdachten Estrich, welches aus staub- und klimatechnischen Gründen seit Jahren geschlossen bleiben musste, wurde zum übrigen Raum hin geöffnet. Dazu gab es zum neueingebauten Lift eine neue und der heutigen Norm entsprechende Notausgangstreppe als Ersatz für die überhöhten Treppenstufen von früher. Dazu kamen ein neuer Boden, weisse Wände und eine objektschonende LED-Beleuchtung. All dies gibt mehr helle Ausstellungsfläche, welche sich jetzt unserem Dorfnamen «Muttezer Chrucke» und dem «Banndag» widmet und deren Ursprung erzählt. Dank externer starker Männer sind auch alle historischen Vereinsfahnen wieder an der Wand neben dem Treppenaufgang platziert. Sie müssen zwingend im Ortsmuseum bleiben, denn einen klimatisch geeigneten Depotplatz mit genügend grossen Wandflächen zum Hängen der teils riesigen Bilderrahmen haben wir nirgends. Auch das Herauslösen der darin fixierten, z.T. brüchigen Seidenfahnen wäre keine Option.

Ab März blieb wegen Corona das Ortsmuseum dann geschlossen und auch alle Depotarbeiten wurden eingestellt. Zum einen aus Eigenschutz, weil das Aufsichtspersonal resp. die AGM bis auf ein Mitglied der Risikogruppe Ü65, ja sogar Ü70 angehört und zum anderen, weil die vom BAG vorgeschriebenen Abstände in den Ausstellungsräumen nicht eingehalten werden können. Zur Freude der AGM und künftiger Museumsgäste liess die Bauverwaltung in dieser ruhigen Zeit die brüchig gewordenen Lamellenvorhänge ersetzen und die Beleuchtung im Geschichtssaal erneuern. Nun sind alle Vitrinen und der ganze geschichtliche Abriss von der Steinzeit bis Ende 20. Jahrhundert wieder bestens mit LED ausgeleuchtet.

Im Bauernhausmuseum fiel der Frühlingsputztag aus, da anfangs Saison nicht klar war, wann das Museum dann tatsächlich geöffnet werden könnte. Am meisten traf die Schliessung alle, die sich auf das «Holzoofebrot» gefreut haben. Das Back- und Wirteteam durfte den ganzen Sommer über kein einziges Mal den Ofen einfeuern oder in der «Bäsebeiz» wirten. Nicht nur die strengen Corona-Regeln für Museen kamen im Bauernhausmuseum zur Anwendung. Die Abstandsregeln für Bäckereien gelten auch für die kleine Bauernhausküche mit dem «Holzoofe», diejenigen für Läden auch für den Brotstand und was in Restaurants vorgeschrieben ist, gilt auch für die «Bäsebeiz». Als dann gegen Ende des Sommers die Museumsöffnung theoretisch möglich gewesen wäre, war das Verhältnis des Putzaufwandes zum erlaubten Publikumseinlass für noch zwei Museumssonntage zu sehr im Ungleichgewicht. Nach intensiven und sehr emotionalen Diskussionen blieben schlussendlich beide Museen geschlossen.

Der Schliessung fiel dann im September leider auch die geplante Matinée von «Text und Tönen» auf der Schopfbühne des Bauernhausmuseums zum Opfer. Geplant war eine stimmungsvolle Lesung aus den Geschichten des Baselbieter Heimatdichters Jonas Breitenstein (1828-1877), untermalt mit historischer Volksmusik aus der Sammlung von Hanny Christen (1899-1976) durch Florian Gass und Rafael Moser. Die Veranstaltung wurde nach zeitnaher Anfrage beim Pandemieteam der Verwaltung leider abgesagt. Auch der beliebte Herbstarbeitstag musste ausfallen, denn gerade er lädt in der Regel ein, die Köpfe zusammenzustecken und sich die Arbeiten von ganz nahe anzuschauen oder gar selber Hand anzulegen. Dies alles hätte die Abstands- und Hygieneregeln erheblich verletzt. Um wenigstens das traditionelle «Suurchrutt-Ässe» für alle Mithelfenden zu sichern, hobelten Schaggi und Lotti Gysin zusammen mit Ruedi Bürgin die dazu nötige Portion Kraut und Rüben unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Als einzige «Veranstaltung» in diesem Jahr wurde am Sonntag, 6. Dezember das Adventsfenster geöffnet. Der traditionelle, üppige Bauernhaus-Apéro musste leider wegfallen.

Dieses Jahr ist ein Teil der speziellen «Corona-Geschenke» ausgestellt, welche während des Lockdowns in die Sammlungen eingegangen sind. Die Objekte stammen für einmal nicht nur aus einfachen oder bäuerlichen Haushalten, sondern mehrheitlich aus den wenigen Haushalten «gutbetuchter» Muttenzer Familien.

Wie jedes Jahr steht die «Zuschauertribüne» im Freien. Die Neugierigen sind gebeten selbst für das Einhalten der Abstandsregeln zu sorgen. Wie immer bleibt das Fenster bis zum Dreikönigstag geöffnet. Danach beginnt das neue Museumsjahr.

Bauernhausmuseum
Bauernhausmuseum