Barbara Rebmann

Noch an der Septembersitzung der Arbeitsgruppe Museen war beschlossen worden, den diesjährigen Arbeitstag durchzuführen. Als die aktuellen Vorschriften für das entsprechende Schutzkonzept auf die Situation angepasst wurden, sah es plötzlich anders aus. Die Abstandsregeln hatten sich auch mit «GGG» leider nicht geändert und wären in jedem Fall verletzt worden, da unsere Arbeit ja aus der Nähe betrachtet und selber ausprobiert werden soll. Das Handanlegen beim Mostpressen oder Rübenschneiden für die Kinder, die traditionellen «Versuecherli» direkt aus dem Rübentopf, aus der Obstpresse oder aus dem «Holzoofe» der Bauernhausküche und natürlich auch Joggis frischzubereitete «Rahmdääfeli» wären durch die strengen Auflagen nicht möglich gewesen. Also sagten wir schweren Herzens diesen traditionellen Bauernhaus-Event ab. Bei allen Leuten, die vergebens zum Bauernhausmuseum spaziert sind, möchten wir uns entschuldigen und sie auf Herbst 2022 vertrösten. Wir hoffen natürlich, dass es dann endlich wieder in gewohnter Weise klappen wird.

Inzwischen können wir aber einen anderen Erfolg melden: Im Bauernhaus ist der Aussenaufgang zur oberen Etage wieder freigegeben und somit sind die Waschausstellung auf der Schopfbühne, die voll eingerichtete Werkstatt und der Garten wieder nutzbar. Der im Schatten liegende und daher immer etwas feuchte und bemooste Aufgang hatte aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen. Die unregelmässigen Treppenstufen aus Sandstein schreckten schon immer Gäste ab, die nicht ganz so sicher auf den Beinen waren. Nun kann man sich, dank eines schnellen Gemeinderatsentscheides, an den neuerstellten Handläufen im oberen Teil des Aufganges festhalten. So war zum Abschluss der diesjährigen Bauernhaussaison auch der Weg in die oberen Räume auf der Schopfbühne wieder benutzbar.

Im Ortsmuseum steht ab sofort ein historischer «Flipperkasten» zum Spielen bereit. Fördervereinsmitglied Fritz Frey hat in vielen Arbeitsstunden eine exakte Holzkopie des historischen Spiels nachgebaut. Ein ebenfalls historisches Tischkegelspiel, das über Jahre schon ausgestellt war und dadurch etwas gelitten hat, wird demnächst auch eine neuangefertigte Kopie erhalten. Dann dürfen beide Spiele im Ortsmuseum wieder ausprobiert werden, während die über 100 Jahre alten Originale im Depot sicher aufbewahrt werden.

Wie jedes Jahr seit 2004 ist die Stube des Bauernhausmuseums Teil des begehbaren Adventskalenders im Muttenzer Dorf. Dies ist eine Möglichkeit dem Publikum Sammlungsobjekte zu zeigen, welche sonst nicht zugänglich sind. Allgemein ist es nämlich auch in den grossen Museen so, dass maximal 10% aller Sammlungsobjekte - bei uns eher noch weniger - gezeigt werden können. Die restlichen 90% liegen in nicht zugänglichen Depots und werden dort «gehegt und gepflegt». Diese Objekte sind das Fundament, die Dokumentation und die Illustration des jeweiligen Museumsthemas, sei dies ein geschichtliches oder ein naturwissenschaftliches Museum, eine Gemälde- oder eine Autosammlung oder viel anderes mehr. Bei uns ist das Hauptthema der Sammlung das ländliche Leben in historischen Zeiten hier in Muttenz und davon wollen wir auch in diesem Dezember wieder einen kleinen Ausschnitt zeigen. Welchen, das war bei Abgabe des Textes noch nicht ganz geklärt.

Das Bauernhausmuseum selber ist zwar schon in der Winterpause, aber schauen Sie doch vorbei, wenn am 6. Dezember um 18 Uhr der Laden zum Adventsfenster der Bauernhausstube geöffnet wird. Leider gibt es auch in diesem Jahr am Eröffnungsabend keinen Zutritt ins Gebäude und auch keinen Apéro. Das Adventsfenster bleibt bis zu Dreikönig zugänglich.

Das Ortsmuseum hat noch am kommenden 1. Advent, also am 28. November von 14-17 Uhr geöffnet, danach ist auch hier Pause bis zum Sonntag, 30. Januar 2022.

Bild von Adventsfenster und nachgebautem Kinderspiel
Bild links: Bald öffnet das Adventsfenster im Bauernhausmuseum.
Bild rechts: Fritz Frey mit dem nachgebauten Kinderspiel. Links das Original, rechts die Kopie.