Barbara Rebmann

Aufrufe zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Museen (AGM) waren immer wieder im Muttenzer Anzeiger platziert worden. Es hätte genügend interessierte Leute gegeben, die sich aber leider immer nur für kleine Teilbereiche aus der gesamten Museumstätigkeit interessiert haben. Das hätte der Arbeitsgruppe jedoch nicht viel genutzt, denn die Arbeiten sind vielfältig, themenübergreifend und brauchen einen ganzjährigen, flexiblen Einsatz. Auch Aus- und Weiterbildung ist wichtig. So hatte die jeweils ehrliche Auflistung der Arbeitsbelastung und der dazu nötigen Voraussetzungen mögliche Interessent/innen immer abgeschreckt. Bojan Stula hatte im März 2015 in der Basellandschaftlichen Zeitung gar geschrieben: «Welche/r Wahnsinnige will sich das antun?».

Im Herbst 2019 hat die Arbeitsgruppe Museen erneut einen Bericht im Muttenzer Anzeiger publiziert, den ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Dichter- und Stadtmuseums Liestal geschrieben hatte. Er hatte speziell darauf hingewiesen, dass man sich dabei keine goldene Nase verdienen kann, sondern dass Vertrauen und Wertschätzung der eigentliche Lohn für die ehrenamtliche und zumeist zeitintensive Arbeit sind. Erstaunlicherweise hat er damit den richtigen Ton getroffen und insgesamt fünf Leute haben sich auf diesen Aufruf gemeldet. Nach einem längeren Telefonat zog sich die erste Person gleich zurück, sie wollte sich mit über 80 Jahren nicht mehr so einspannen lassen, was durchaus nachvollziehbar war. Den anderen vier Interessierten haben wir unsere beiden Museen und beide Depots gezeigt und dabei auf die jeweils anstehenden Arbeiten hingewiesen. Nach diesen Rundgängen haben sich zwei der vier zurückgezogen, denn ihnen war es neben dem Job unmöglich, regelmässig Zeit investieren zu können. Übriggeblieben sind zwei «Wahnsinnige», die sich jetzt ein ganzes Jahr an der Museumsarbeit beteiligt haben und Einblick in alle anfallenden Arbeiten genommen haben. Beide haben sich bewährt und wurden als potentielle AGM-Mitglieder in Erwägung gezogen.

Leider war zum Jahresende dann nur ein Platz in der Arbeitsgruppe frei, was AGM-Präsident Ruedi Bürgin und der Schreibenden mehrere schlaflose Nächte vor der letzten Sitzung bereitete. Wie sollte man selektionieren? Aber alles hat sich in Minne aufgelöst: Philipp Potocki, der vorher schon das Freidorf-Archiv mit viel Enthusiasmus aufgebaut hat, wollte sich nicht als Mitglied wählen lassen. Er bleibt uns aber als freier Mitarbeiter erhalten und arbeitet weiter am Schriftenarchiv der Museen. Herzlichen Dank für diesen uneigennützigen Einsatz. Somit wurde Marianne Landgrebe einstimmig von der Arbeitsgruppe Museen dem Gemeinderat zur Wahl vorgeschlagen. Sie hatte sich ein Jahr lang in die Methodik der Inventarisierung eingearbeitet und sich auch bei den Putzeinsätzen und Museumssonntagen als Aufsicht bewährt.

Inzwischen ist ihre Wahl zum offiziellen Arbeitsgruppenmitglied durch den Gemeinderat erfolgt. Die AGM gratuliert herzlich zur Wahl und freut sich auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit AGM-Mitglied Marianne und auch mit dem freien Mitarbeiter Philipp.

Marianne Landgrebe bei der Inventarisierungsarbeit im Depot, Philipp Potocki anlässlich der AGM-Weiterbildung im Kleiderbügelmuseum
Marianne Landgrebe bei der Inventarisierungsarbeit im Depot, Philipp Potocki anlässlich der AGM-Weiterbildung im Kleiderbügelmuseum