Barbara Rebmann

Im Zuge unserer Inventarisierungsarbeiten im Depot Donnerbaum sind grosse Alben zum Vorschein gekommen. Sie zeigen uns, wie sehr man vor 100 Jahren bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts Ansichts- und Glückwunschkarten geschätzt hat. Reisen waren bis in die 1950er Jahre aus finanziellen Gründen nur für wenige Leute möglich. Die ebenfalls seltenen Ferien führten meist nur in angrenzende Regionen der Schweiz, aber sicher nicht - im Gegensatz zu heute - in die weite Welt hinaus. Gehörte man zu den Glücklichen, die einen Aufenthalt in weiterer Ferne erleben durften, liess man den ganzen Freundes- und Familienkreis mit Ansichtskarten daran teilhaben. Die Daheimgebliebenen haben dann diese Postkarten gesammelt und in einem Album quasi als Bilderbuch eingeheftet. Auf diese Art konnten sie immer wieder angeschaut werden und führten die Betrachtenden jeweils in Gedanken in die fernen Gegenden.

Auch Glückwunschkarten wurden so aufgehoben und immer wieder angeschaut. So konnte manches spezielle Ereignis immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Für den Start ins Leben wurde beispielsweise dem Täufling ein kleines aufwändig mit Spitzen und Bändchen verziertes Taufgeschenk überreicht. In dem Schächtelchen befand sich neben Segenswünschen für eine gute Zukunft meistens auch der «Götti- oder Gotte-Batze» in Form eines Fünflibers oder seltener einer Banknote.

Generell kann man sehen, dass den schriftlichen Wünschen damals ein viel höherer Stellenwert zukam, als das heute in unserer digitalen Welt der Fall ist. Daher gehören zu den Sammlungen der Museen Muttenz auch diese Zeitdokumente.

Am Sonntag, 27. März von 14 – 17 Uhr ist das Ortsmuseum geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Im Bauernhausmuseum ist noch Winterpause bis nach Ostern.

 

Spezielle Sammlungsobjekte
Spezielle Sammlungsobjekte