Das Muttenzer Wappen wurde für die Landesausstellung im Jahre 1939 geschaffen.

Für die „Landi“, die Schweizerische Landesausstellung von 1939 in Zürich, plante man unter dem Motto «Heimat und Volk» unter freiem Himmel eine Strasse, welche überdeckt werden sollte mit den Fahnen der rund 3000 Gemeinden der Schweiz und der Kantone. Viele Gemeinden mussten dafür extra ein eigenes Wappen schaffen, so auch Muttenz. Bis dahin hatten nämlich nur gerade sechs Baselbieter Gemeinden eigene Wappen: Liestal, Sissach, Binningen, Birsfelden, Lampenberg und Waldenburg.

Der Muttenzer Gemeinde-Stempel zeigte damals einen Turm mit Zinnen. Dieser Turm war als Wappen jedoch ungeeignet. Um ein eigenes Wappen zu erhalten, wurde nun eine Kommission eingesetzt und verschiedene Entwürfe eingeholt. Dabei zeigte es sich, dass sehr fantasievolle Wappen entworfen wurden.

Diese Entwürfe zeigen verschiedene Motive, die jedoch für ein Wappen überladen wirken

Dem Mitglied der kantonalen Kommission für Wappenberatung, Adolf Müller, verdanken wir den Entwurf für das Muttenzer Wappen mit dem roten Löwen und den drei Zinnen. Nach einigem Hin und Her und kleineren Verbesserungen beschloss der Gemeinderat am 15. März 1939:

„Das Wappen wird in der vorliegenden Form als gut geraten erachtet und soll in Zukunft als Gemeindewappen verwendet werden. Auf die diesbezügliche Einladung der Landesausstellung wird beschlossen, sich an der Aktion betreffend Gemeindefahnen zu beteiligen, sofern der hiesige Frauenverein die Anfertigung von 2 Gemeindefahnen übernimmt.“

Der Vorstand des Frauenvereins tagte gleichzeitig im Breiteschulhaus und liess sofort mitteilen, dass er die Anfertigung in der gewünschten Grösse übernehme.

Das Muttenzer Wappen mit den drei Zinnen, welche die Wartenberg-Burgen symbolisieren, sowie dem gravitätisch aufgerichteten Löwen aus dem Wappen der Familie Löwenberg. Katharina Löwenberg war die Gattin des Ritters Konrad Münch von Münchenstein, welcher im Mittelalter die Feudalherrschaft über Muttenz innehatte. Die Wappen Münch-Löwenberg findet man im Triumphbogen und dem Schlussstein im Chor der Dorfkirche, da das Paar für den Wiederaufbau der Kirche nach dem grossen Erdbeben von 1356 zuständig war und sich entsprechend verewigt hat.

Weitere Einzelheiten zur Entstehung des Muttenzer Wappens findet man online unter Das Muttenzer Wappen ist 80 Jahre alt

Hier ist auch für die Kinder ein spielerischer Rundgang zum Wappen zu finden: Ritter Konrad und der Löwe

Quelle: Muttenzer Schriften 7, Karl Bischoff: Muttenz – Name-Wappen-Arbogast

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz

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