Regierungsrat Jakob Christen-Gysin

Regierungsrat Jakob Christen-Gysin
Foto  Museen Muttenz

Fünf Baselbieter Regierungsräte sind bis jetzt mit Muttenz verbunden: Johannes Mesmer (Regierungsrat von 1848–1865, siehe MAZ vom 21.6.), Jakob Christen (1858–1863), Leo Lejeune (1959–1965), Peter Schmid (1989–2003) und neu Kathrin Schweizer.

 „Eh abe isch denn d’Wält so gross!“

Jakob Christen darf man nur beschränkt als Muttenzer Regierungsrat ansehen, war er doch lange bevor er in Muttenz wohnhaft war im Amt. Jakob Christen wurde 1825 in Itingen geboren, wuchs dort auf und brachte es bis zum Gemeindepräsidenten. Er schildert in seinen Lebenserinnerungen die Trennungswirren, die er hautnah erlebte, oder wie man ihn als Fünfjährigen zum ersten Mal auf einen Ausflug auf die Kallhöhe mitnahm: „Als ich dort auf einmal das weite Gebiet bis zu den Alpen sah, soll ich erstaunt ausgerufen haben: Eh abe isch denn d’Wält so gross!“

Das Interesse an der grossen Welt zeigte sich auch in seiner Berufswahl: Als ausgebildeter Geometer machte Jakob Christen die topographische Aufnahme des Gesamt-Kantons Basel und führte auch Vermessungen und Linienprojekte für die Schweizerische Centralbahn durch. Christen wurde Verfassungsrat und Landrat, sowie von 1858 – 1863 Regierungsrat des neuen Kantons. Ihm unterstand zuerst das Baudepartement, dann das Departement des Innern.

Beton-Christen ein Begriff

1878 kaufte Jakob Christen das Gut Schweizerau beim Schänzli in Muttenz, wo er eine Zementfabrik gründete, den Bauernhof Schweizerau verpachtete, sowie eine Wirtschaft zum Schänzli eröffnete, beliebtes Ziel bei Sonntagsausflügen der Basler. Damals siedelten sich erst zögerlich Firmen in Muttenz an. Christens Zementwarenfabrik war eine der ersten. Die Beton-Christen AG entstand wegen der reichen Sand- und Kiesvorkommen beim Schänzli. Birs-Kies wurde zur Herstellung von Produkten für die Kanalisation abgebaut, später kamen Strassen- und Hochbauartikel dazu. Bis zum Verkauf 2018 war die Beton Christen AG stets in Familienbesitz. Jakob Christen starb 1914, einige seiner Nachkommen leben heute noch in Muttenz, und auch das ehemalige Wirtshaus ist erhalten (MAZ vom 21.6.19

Mesmer Johannes 1791-1870.jpg

Jakob Christens Wirtschaft zum Schänzli am 10.6.1898
Postkarte: A. Brügger, Muttenz

Weitere Einzelheiten findet man online unter

Jakob Christen

Erste Wirtschaft zum Schänzli (Schweizerau)

Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz

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